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Sonntag, 29. September 2013
Wochenrückblick 23.9.-29.9.
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Freitag, 27. September 2013
[Lesestoff] "Biographie des Hungers" von Amélie Nothomb
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"Biographie des Hungers" ist so ein Roman, der zwischen Autobiographie und Fiktion changiert. Nothomb erzählt von ihrer Kindheit, die bestimmt ist vom Beruf ihres Vaters, der als Diplomat alle paar Jahre in ein anderes Land geschickt wird - und mit ihm seine Familie. Ihre ersten Lebensjahre verbringt sie in Japan, dem für sie gelobten Land, in dem sie aber auch Opfer ihres ewigen Hungers ist. Nicht nur dem physischen Hunger, sondern auch dem psychischen, dem Hunger nach Liebe, Zuneigung, Leben. Ständig ist sie damit beschäftigt, die Dinge, nach denen sie hungert, heranzuschaffen. "Biographie des Hungers" offenbahrt den Blick auf ein seltsames junges Mädchen, das ebenso gut eine Romanfigur sein könnte und es zu einem guten Teil auch ist.
Der Roman erzählt aber nicht nur vom Hunger, sondern auch von der Heimatlosigkeit und den Versuchen Amélies, eine Heimat zu finden. Nach der "Verbannung" aus ihrem "Paradies" Japan wird der Vater ins kommunistische China geschickt, das die Familie drei Jahre später nur zu gerne wieder verlässt, um anschließend in New York dem Exzess zu verfallen - allen voran Amélie.
Wie auch in "Mit Staunen und Zittern" weiß man auch hier nie so wirklich, wie weit man Nothomb als Erzählerin trauen kann und wann das Fabulieren beginnt. Vom Ton her ist "Biographie des Hungers" allerdings wesentlich ernster und nachdenklicher und nimmt sich nicht so viel Zeit. Im Schnelldurchlauf erfährt man von Nothombs Leben bis zu ihrem einundzwanzigstem Lebensjahr, als sie wieder nach Japan zurückkehrt.
«Mein Land war ein Land des Wassers, in China herrschte Dürre. Die Luft war so trocken, dass das Atmen weh tat. [...] In der Fremde leben ist ein Atemleiden.» (S. 62)
Diogenes. Taschenbuch. 207 Seiten. ISBN: 978-3257240429. 9,90 €
Mittwoch, 25. September 2013
[Warhammer] Meine ersten Hochelfen in Farbe
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Endlich habe ich den ersten Schritt getan, mir den ersten Hochelfen vorgeknöpft und ihn bemalt. Anfangs lief es ganz gut, bis ich ihm einen Farbklecks auf den Helm verpasst hatte, der dort nicht hingehörte. Die besonders schmalen und kleinen Stellen bereiteten mir auch noch Schwierigkeiten, gar nicht zu reden von den Augen, die eher farbigen Flecken ähneln, denn Augen ... Das muss ich also noch üben ...
Der zweite Hochelf ließ sich schon deutlich leichter bemalen und ich konnte meine Erfahrungswerte vom ersten Hochelfen anwenden - was bedeutete, dass ich beispielsweise besser bis in die Ränder und Furchen malen konnte, wohingegen ich bei der ersten Figur noch mehr weiße Stellen übrig hatte.
Den dritten Elfen habe ich auch gleich angefangen - eine gewisse Sucht ist bereits erkennbar. Und massive Nackenschmerzen!
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Dienstag, 24. September 2013
[Gedanken] Ich, das Heidenkind. Oder: Die Baumkronen sind meine Kathedralen.
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An anderer Stelle habe ich ja vor kurzem schon angedeutet, dass sich mein Glaube nicht im christlichen Rahmen bewegt. Ich habe lange - auch schon vor meinem Kirchenaustritt - überlegt, ob ich überhaupt etwas zu meinem Glauben schreiben soll. Zunächst, weil es doch ein sehr intimes Thema ist und zudem, weil mein Glaube ein seltsames Ding ist, ein verstückeltes Sammelsurium, das in keine Schublade passt und dass man nicht mit einem schicken Ismus belegen kann.
Ich habe schon früh gemerkt, dass der christliche Glaube für mich nicht das ist, das mich erfüllt. Als Teenager habe ich mich deswegen auf die Suche nach einem Glauben für mich gemacht, denn so ganz ohne etwas, an das ich glauben kann, das ging dann auch nicht. Eine gewisse Zeit lang habe ich eine Heimat im Buddhismus gefunden und auch heute noch finde ich diese Religion (die ich eher als Lebensweise empfinde) in manchen Aspekten ansprechend; so glaube ich zum Beispiel an Wiedergeburt und ein wenig auch an Karma, wenn auch nicht so streng und konsequent.
Dann habe ich mit der Zeit immer mehr zu so einer Art Naturglauben gefunden, einer Art Pantheimus, nur ohne den "théos". Das war das, was mich immer stocken ließ, wenn ich behauptete, ich sei Pantheistin. Das Ding mit der Natur, das war etwas, was ich gut fand und das mich erfüllte, wenn ich es mir vorstellte, aber ich konnte immer noch nicht an einen Gott glauben. Daher ging ich dazu über, von "etwas Göttlichem" zu sprechen, an das ich glaube. An was genau ich glaubte, konnte ich beschreiben, aber eben nicht mit einem tollen, prägnanten Wort. Letztes Jahr fand ich dann Zugang zum Neuheidentum, mit dem ich viele Dinge teile, aber eben auch hier nicht der wirkliche Glaube an Götter/einen Gott/eine Göttin. Wobei ich an die Natur als Göttliches glaube und man dies wohl am ehesten mit dem Glauben an die Muttergöttin gleichsetzen kann. Das Leben mit der Natur und mit dem Jahreskreis mag ich besonders, eine tiefe Verbundenheit mit der Natur, die man verehrt und zelebriert. Wenn ich in der Natur unterwegs bin, und sei es "nur" in einem Park, spüre ich, dass es mir besser geht, dass ich zur Ruhe komme und in mich gehe. Deswegen brauche ich auch regelmäßig den Kontakt zur Natur, sonst würde ich auf Dauer eingehen wie ein Blümchen ... Die Spaziergänge in der Natur entsprechen wohl dem Kirchgang eines Christen und die Baumkronen sind dabei meine Kathedralen - nicht weniger beeindruckend und genauso erstaunlich. In der Natur steckt so vieles, das wir uns nicht erklären können, etwas, das jenseits von naturwissenschaftlicher Logik funktioniert - und genau das ist das "Göttliche", an das ich glaube.
Ich bete nicht zu diesem Göttlichen und spreche ihm keine Allmacht zu, aber insofern eine Macht, als dass ich auf sie angewiesen bin und sie mich durchdringt. Jedoch habe ich in den letzten zwei Monaten, als es mir gesundheitlich sehr schlecht ging, auch gebetet - zum vielleicht ersten Mal seit meiner Kindheit - und habe Trost in dem Gedanken gefunden, dass mir jemand zuhört und mir meine Gesundheit wieder gibt.
Künftig möchte ich diesen Glauben mehr leben, eventuell auch Gleichgesinnte suchen und mich weiter informieren. Mich schreckt nur manchmal das Schubladendenken, in das ich nicht so recht passen will, weil ich mit meinem Glauben vielleicht nicht so weit gehe wie manch andere. Aber für mich persönlich wünsche ich mir ein Leben mit diesem Glauben und das Leben im Jahreskreis und den Festen - fernab der christlichen Feiertage, die ich zwar sicherlich auch noch feiern werde, die aber schon lange keinen religiösen Wert mehr für mich haben.
Sonntag, 22. September 2013
Wochenrückblick 16.9.-22.9.
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Dienstag, 17. September 2013
[Immer schon mal] Aus der Kirche austreten.
But I'm not a slave to a god that doesn't exist [...]
- Marilyn Manson, "The Fight Song"
Die Kirche und ich, das ist ein schwieriges Kapitel. In meiner Familie geht es nicht sehr religiös zu, obwohl man traditionell getauft wird, zur Kommunion und zur Firmung geht, kirchlich heiratet und auch auf einem katholischen Friedhof beigesetzt wird. Auch ich bin katholisch getauft und noch mit Vergnügen zur Kommunion gegangen. Zur Firmung wollte ich schon nicht mehr, aber meine Mutter hatte damals die stille Hoffnung, dass ich dadurch mal ein bisschen unter Gleichaltrige komme. Schon seit ich vierzehn Jahre alt bin, habe ich mit dem Gedanken gespielt, aus der Kirche auszutreten. Die Kirche und ich, das ist keine Liebe, das ist nicht einmal eine Zweckgemeinschaft, und angesichts der Kirchensteuern, die ich irgendwann zahlen müsste, war es nur eine Frage der Zeit bis ich meinen Gedanken Taten folgen lasse.
Die Kirche mag auch manchmal Gutes tun, aber für mich persönlich tut sie nichts, und dann will ich sie auch nicht unterstützen, besonders nicht mit meinem Geld. Da gibt es andere Organisationen und Menschen, die ich unterstützen möchte und werde, auf vollkommen freiwilliger Basis ...
Bereits in meiner Jugend habe ich mich mit Religion beschäftigt. Ich habe die Bibel zu großen Teilen und viel über die anderen Religionen gelesen, es macht mir auch großen Spaß, über Religion zu diskutieren - ganz besonders, wenn ich Halbwissen entlarve ... Aber das Dogmatische der katholischen Kirche, das fand ich irgendwann nur noch schrecklich. Die starre Hierarchie und die rückständigen Ansichten des Papstes, der vorgibt, was seine Schäfchen glauben und tun sollen, wenn sie nicht in der Hölle landen wollen - und das noch im einundzwanzigsten Jahrhundert! Zu einem gewissen Zeitpunkt in meinem Leben wollte ich sogar zum Protestantismus konvertieren - aus Protest (wie passend, eigentlich ...). Selbst mein Glaube an den einen Gott ging irgendwann flöten, wenn ich denn wirklich jemals an ihn geglaubt habe. An was ich denn glaube (denn Atheistin bin ich ganz und gar nicht), dazu an anderer Stelle mal mehr ...
Letzte Woche war es dann soweit: Nach elf Jahren des Untätigseins und des Zauderns bin ich aus der katholischen Kirche ausgetreten. Das Lächerlichste daran war, dass es mit Religion überhaupt nichts zu tun hatte. Der gesamte Akt fand beim Amtsgericht statt, wo ich nur angeben musste, aus welcher Kirche ich austreten möchte, welchen Familienstand ich habe und zum Abschluss ein Formular unterschreiben musste. Dann bekam ich die Bescheinigung meines Austritts zweimal ausgedruckt - einmal für mich, einmal für das Finanzamt, damit mein Austritt auf der Lohnsteuerkarte verzeichnet wird - und dann durfte ich konfessionsfrei wieder von dannen ziehen. Und da soll mir noch einmal jemand etwas von Trennung von Staat und Kirche in Deutschland erzählen ...
Übrigens: Der Kirchenaustritt kostet in den meisten Bundesländern Geld, weswegen ich, als feststand, dass wir nach Berlin ziehen würden, gewartet hatte - in Berlin ist es (noch) kostenlos. Aber auch das soll sich irgendwann einmal ändern, wenn es nach den Politikern geht.
Wer sich zum Kirchenaustritt informieren möchte, dem kann ich nur die gleichnamige Website empfehlen.
Montag, 16. September 2013
[Lesestoff] "Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer" von Alex Capus
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Alex Capus kenne ich
zugegebenermaßen erst seit „Léon und Louise“, das mich aber
restlos begeistert hatte. In seinem neuen Roman widmet er sich wieder
vergangenen Zeiten und entwirft ein spekulatives Szenario: Am
Züricher Bahnhof begegnen sich drei Menschen ganz zufällig und im
Vorbeilaufen/-fahren. Der Abiturient Felix Bloch, der vor der
Entscheidung steht, das richtige Studienfach für sich zu finden,
Laura d'Oriano, das heimatlose Kind, das Sängerin werden will und
von Emile Gilliéron, der die Asche seines Vaters in dessen Heimat
verstreuen soll. Capus zeichnet die Lebenswege seiner drei
Protagonisten nach und alle drei führt es in eine Richtung, mit der
sie nicht gerechnet haben.
Felix Bloch und Laura
d'Oriano kommt hierbei der größere Anteil zu, die beiden liegen
altersmäßig auch am nahesten, während Emile Gilliéron älter ist
und sein Leben daher eher im Rückblick erzählt wird. In seinem Fall
erfährt man recht früh, wie es zur Bezeichnung „Fälscher“
kommt, bei Felix Bloch und Laura d'Oriano muss man sich lange
gedulden bis sich ihre Wege so weit auflösen, dass man den
Romantitel hinterblickt.
Da Felix Bloch sich für
ein Studium der Physik entscheidet, ist seine Geschichte geprägt von
physikalischen Fachbegriffen und Erläuterungen, für die man einen
langen Atem oder ein generelles Interesse am Fach mitbringen muss.
Dennoch ist Felix Bloch so sympathisch, dass ich wenig übersprungen
und mich jedes Mal gefreut habe, wenn der Erzähler zu ihm
zurückkehrte. Die Identifikation funktioniert mit Laura d'Oriano am
einfachsten und sie ist die vielleicht faszinierendste Figur des
Romans. Sie ist ein Kind, das in der gesamten Welt zuhause und doch
heimatlos ist. Ihre Eltern sind Unterhaltungskünstler und auch wenn
ihre Mutter Sängerin ist, will Laura niemals so werden wie sie –
sondern mehr, eine Sängerin, die es nicht notwendig hat, ihr
Strumpfband herzuzeigen und einfach mit ihrer Stimme überzeugt. Weil
die Familie durch die halbe Welt reist, spricht Laura mehrere
Sprachen fließend und scheint ohnehin gewitzt und klug zu sein.
Emile Gilliéron hat das
Talent seines Vaters geerbt und ist ein begnadeter Zeichner. Sein
Talent führt ihn in eine Richtung, die für ihn persönlich zwar
viel Geld bringt, aber nicht gerade die edelste Tätigkeit ist – er
wird Kunstfälscher. Da er um einige Jahre älter ist, wird seine
Geschichte im Rückblick erzählt und spielt Anfang des zwanzigsten
Jahrhunderts, während Felix' und Lauras Geschichten hauptsächlich
in den Zwanzigern bis Vierzigern spielen.
Die Leben der drei hätten
schon alleine einen ganzen Roman füllen können, durch die
spekulative Begegnung der Protagonisten werden diese allerdings
miteinander verflochten und auch später wird dies im Falle von Felix
und Laura aufrecht erhalten. Emile fällt allerdings fast vollständig
aus diesem Raster heraus und taucht gegen Ende hin auch immer
seltener auf – dies mag darin begründet sein, dass er nicht so
lange lebt wie Felix und Laura, aber man bekommt auch leicht den
Eindruck, dass seine Geschichte schneller erschöpft ist und ganz
traurig war ich – ehrlich gesagt – nicht darüber ...
Der Erzähler des Romans
mutet manchmal nahezu postmodern an, wenn er Kommentare dazwischen
wirft, und der Roman selbst bewegt sich zwischen faktenbezogener
Biographie und fiktiver Erzählung, wobei um das Spekulieren nie ein
Hehl gemacht wird. Die historischen Ereignisse werden immer wieder
eingeworfen, teils präzise mit Datum, teils prophetisch, wenn Bezug
auf den weiteren Lebensweg der Protagonisten genommen wird. Immer
wieder heißt es „Er/Sie mag dies und das getan haben“, das
Unwissen des Erzählers wird gepflegt statt vertuscht und so entsteht
eine gelungene und spannende Symbiose zwischen Realität und Fiktion.
Leider konnte mich „Der
Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer“ nicht vollständig
überzeugen; der Roman fällt hinter „Léon und Louise“ zurück.
Nur im Detail blitzen immer wieder Momente auf, aus denen man
allerdings mehr hätte machen müssen, um daraus einen mitreißenden
Roman zu machen. Der Erzählstil ist sehr gekonnt, aber die
Geschichten der drei Protagonisten haben mich nicht so an das Buch
gefesselt wie ich es erwartet hätte. Besonders die Geschichte von
Emile Gilliéron hat mich nicht berührt und gegen Ende hin auch kaum
noch interessiert. Aufgrund der quantitativen Gewichtung hat man auch
das Gefühl, dass es dem Autor nicht anders ging und auch emotional
gesehen scheint ihm der Zugang zu Felix Bloch und Laura d'Oriano
besser gelungen zu sein.
Insgesamt eine nette
Unterhaltung, von der ich mir aber etwas mehr erhofft hatte und die
mich auch mit dem Gefühl zurücklässt, dass da mehr gegangen wäre.
«Gut möglich, dass dem Mädchen bei der Einfahrt in die Stadt jener junge Mann auffiel, der im November 1924 oft zwischen den Gleisen auf der Laderampe eines grau verwitterten Güterschuppens saß, um die ein- und ausfahrenden Züge zu beobachten und sich Gedanken über sein weiteres Leben zu machen. Ich stelle mir vor, wie er seine Mütze knetete, während der Orient-Express an ihm vorüberfuhr, und dass ihm das Mädchen im hintersten Wagen ins Auge fiel, das ihn mit beiläufigem Interesse musterte.» (S. 11)
Hanser
Verlag, Hardcover, 288 Seiten, ISBN: 978-3-446-24327-9, 19,90 €
(Kindle: 15,99 €)
Sonntag, 15. September 2013
Wochenrückblick 9.9.-15.9.
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Freitag, 13. September 2013
[Gedanken] Mein Weg zu einer neuen Ernährungsweise.
Im letzten Sommer befand ich mich auf dem Weg in den Veganismus. Ob ich wirklich mit Herzblut und ohne Kompromisse Veganerin geworden wäre, wage ich zu bezweifeln, allerdings verzichtete ich weitestgehend auf Joghurt und Milch und griff auf die pflanzlichen Alternativen zurück. Als ich M. kennen lernte, änderte sich das wieder ein wenig und in diesem Sommer kam es dann ganz dicke: Aus gesundheitlichen Gründen habe ich wieder Fisch gegessen, um ein paar der Nährstoffe, die ich sonst nicht kriegen würde, zu bekommen. Für viele überzeugte Veganer und Vegetarier mag das eine dumme Ausrede sein, aber ich möchte mich da gar nicht herausreden, so ist es nun mal. Ich bin nicht stolz darauf, weil ich es eigentlich "besser" weiß, aber ich habe jetzt auch gelernt, dass man manchmal nicht anders kann als Überzeugungen über Bord zu werfen - so enttäuscht man selbst dann auch von sich selbst ist. Wenn es einem nicht gut geht, dann hat man meistens nichts anderes zu tun als für sich selbst zu sorgen und für sich selbst einzutreten, ganz egoistisch.
Fisch habe ich allerdings auch nur zuhause gegessen, wenn ich genau wusste, dass er zertifiziert ist, und nun, da es mir wieder besser geht, wird der Fisch auch wieder von der Speisekarte gestrichen. Aber eines hat mich dieses Erlebnis gelehrt: Manchmal muss man auf seinen Körper hören, wenn man urplötzlich Gelüste auf etwas bekommt, das man sonst nicht oder selten isst. Dann sind das nicht nur bloße Gelüste (so wie beispielsweise jene auf Schokolade), sondern Appelle des Körpers, dass er etwas braucht, das er nicht bekommt.
Inzwischen merke ich auch, dass ich mich immer mehr zu einer ursprünglicheren Ernährungsweise hingezogen fühle, die nichts zu tun hat mit vegetarischen/veganen Ersatzprodukten und die einfach "naturvegetarisch" bzw. "-vegan" ist. Pflanzliche Nahrung bekommt mir immer noch am besten, allerdings habe ich auch oft genug ein großes Bedürfnis nach Quark oder Joghurt und diesem Verlangen möchte ich in Zukunft mehr nachgeben.
Als wir diese Woche in einem asiatischen Supermarkt waren und ich nach meinen liebsten Instantnudeln gesucht hatte, las ich E-Nummer über E-Nummer und es war mir zuwider. Wieso immer dieses künstliche? Wieso wissen die Menschen schlichte Pellkartoffeln mit Quark nicht mehr zu schätzen? Und wieso müssen sie im November Erdbeeren essen und wieso essen sie keinen Rettich mehr, nur weil er nicht so schön aussieht? Ich möchte saisonal und regional essen, so gut es eben geht. Möchte gutes Essen essen, Essen, das meinem Körper gut tut und der Umwelt so wenig wie möglich schadet. Und ja, irgendwann kommt man in ein Alter, in dem Fast Food nicht mehr so leicht verdaulich ist und man Nahrung als das begreift was es ist: Etwas, das den Körper nähren und nicht kaputt machen sollte.
Sonntag, 8. September 2013
Wochenrückblick 2.9.-8.9.
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Als wir gestern Abend am Hauptbahnhof ankamen, empfing uns Berlin mit dem herrlichsten Wetter und einem atemberaubenden Himmel.
Kommende Woche werden wir dann auch offiziell zu Berlinern. Ich freu mich drauf!
Dienstag, 3. September 2013
Warhammer Fantasy - Die blutigen Anfänge
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Seit Jahren lief ich regelmäßig bei Games Workshop in Düsseldorf vorbei. Ich dachte mir nichts dabei, es sah zwar interessant aus, weil es kein Geschäft unter vielen war, aber weiteres Interesse keimte dennoch nicht auf. Aus meinen Rollenspiel-Zeiten wusste ich auch dunkel, worum es sich bei Warhammer handelte, aber - muss ich ehrlich gestehen - es war eben nur ein nerdiges Hobby.
Als M. und ich dann vor ein paar Wochen auf der Suche nach einem guten Brettspiel waren, schlug er dann auch Tabletop vor. Da ich inzwischen die Erkenntnis hatte, dass ich (wenn auch in anderer Form) einfach ein Nerd bin und dazu stehen will, war ich der Idee nicht abgeneigt. Wir erkundigten uns also. Es stellte sich bei unseren Recherchen auch heraus, dass S. und C. Warhammer Fantasy spielen und wir verbrachten viel Zeit damit, auf der Homepage von Games Workshop eine Armee für uns zu suchen. Nach einem langen Hin und Her, das ich hier nicht im Detail rekonstruieren will, landete ich bei den Hochelfen und M. bei den Kriegern des Chaos. Zum Abschluss schenkten mir M.s Mutter und Oma dann die Blutinsel-Box und M. bekam zum Geburtstag eine Armeebox.
Seitdem verbringt M. lange Stunden damit, seine Krieger zusammen zu bauen, zu grundieren und zu bemalen. Meine Begeisterung hält sich zur Zeit noch in Grenzen, ich taste mich im Zeitlupentempo heran und habe meine Einheiten bisher nur zusammengebaut und grundiert. Das Bemalen nötigt mir noch einigermaßen Respekt ab, weil ich keine ruhige Hand habe, sowohl physisch als auch psychisch. Aber ich nehme meine Figuren auch beim ersten Umzug nach Berlin schon mit und werde loslegen, wenn die Zeit gekommen ist.
Ihr werdet hier also sicherlich öfters von Warhammer lesen, es dauert nicht mehr lange!
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