Montag, 3. Oktober 2011

Mein ökologischer Fußabdruck

Schon öfters habe ich auf meinem Blog geschrieben, ich wolle aus dem Konsum ausbrechen. Damit geht auch ein ökologisches Leben einher - und jeden, der ein solches führt, bewundere ich zutiefst. Mir persönlich fällt das nämlich oftmals schwer. Leider ... Um mal zu gucken, wie sehr, habe ich sowohl in Deutschland den ökologischen Fußabdruck als auch in Österreich errechnen lassen und ich bin schwer enttäuscht. Mein Fußabdruck ist zwar in beiden Ländern geringer als der Durchschnitt des Landes, aber immer noch recht schlecht.

In Deutschland 3,66 Hektar (deutscher Durchschnitt ist 5,1) und in Österreich 3,9 (Durchschnitt hier 4,9). 

Vor allem beim Thema "Wohnen" schneide ich schlecht ab und auch wenn das nach einer Ausrede klingt: Dafür kann ich nicht sehr viel. Natürlich hätte ich in ein neues Haus ziehen können statt in einen unsanierten Altbau, aber das kann man sich nicht immer so genau aussuchen in der Stadt - leider. In den persönlicheren Bereichen wie Essen, Konsum und Fortbewegung schneide ich hingegen schon sehr viel besser ab, kann aber selbst da etwas verbessern und das will ich auch.

Bei manchen Punkten habe ich mich geärgert: 
1. Nur weil ich Fisch esse, heißt das nicht, dass ich automatisch den "bösen" Fisch esse und nicht auf nachhaltigen Fang achte.
2. Unter Konsum fällt für mich ein bisschen mehr als "Welches Fahrzeug haben Sie?", die grobe Beschreibung meiner Wohnungsausstattung ("für die Größe der Wohnung üblich") und wie viel Müll ich fabriziere. Und wenn ich nicht mit dem Auto fahre, kann ich eben auch kein Car Sharing machen ... Das ist bei der österreichischen Version etwas dürftig ...
3. Im vierten Stock ohne Balkon kann ich kein Gemüse anbauen, danke für diesen dämlichen Tipp ...

Ich lerne aus diesem Test vor allem, dass solche Tests für die grobe Orientierung ja ganz nett sind, aber eben nur grob. Manche Fragen sind wirklich recht allgemein gehalten und können eben auch nicht auf individuelles Verhalten eingehen, manche Dinge werden z.B. auch ganz ausgespart, wie Verpackungsmüll oder solche Sachen. Da ich auch noch in einem Mietshaus wohne, kann ich wenig Einfluss auf die Energieeffizienz nehmen, die das Haus an sich betrifft. Beim nächsten Umzug würde ich da mehr drauf achten und größeren Wert auf einen Vermieter legen, der auch mal was am Haus machen will, statt nur die Miete zu kassieren. Hätte ich ein eigenes Haus wäre alles noch mal ganz anders. Meine Eltern haben inzwischen eine Photovoltaik-Anlage, so etwas hat es mir schwer angetan.

Für mich selbst kann ich jedoch mehrere Dinge ändern bzw. mehr darauf achten:
  • weniger wegwerfen, genauer planen beim Essen
  • weniger Milchprodukte essen (Milch verbrauche ich kaum noch, Käse esse ich aber noch oft)
  •  Tee kochen statt gekauftes Wasser trinken
  • "Konsumgüter" verstärkt gebraucht kaufen
  • wieder auf Flohmärkte gehen
  • Papier sparsamer verwenden
  • die Steckdosenleiste, an der das Notebook hängt, in Zukunft auch ausschalten
  • weiterhin selten baden (im Winter wollte ich es eigentlich wieder einführen, einmal die Woche zu baden)
  • nicht nur reden, sondern TUN


Habt ihr einen Tipp für mich, wie ich standhaft bleiben kann? Oftmals falle ich noch in alte Verhaltensweisen zurück, konsumiere für meinen Geschmack viel zu viel und ärgere mich dann über mich selbst.



Wer übrigens selbst seinen Fußabdruck errechnen lassen will, kann auf die folgenden Links klicken:

http://www.footprint-deutschland.de/
http://www.mein-fussabdruck.at/

Kommentare:

  1. Hmm... hab ich irgendwann auch mal berechnet, weiß ich aber gar nicht mehr. Ich hab ja diese Woche meinen Öko-Gas und Öko-Strom Vertrag abgeschlossen :-D Und extra drauf geachtet, auch "richtigen" Ökostrom zu kaufen (Gütesiegel).

    Meistens achtet man auf sowas mehr, wenn man wirklich verstanden hat, um was geht. Viel lesen also ;-)
    Steckleisten abends ausschalten: Das sind Abläufe, die man trainieren muss. Licht aus, Leiste aus (oder andersrum). Anfangs vielleicht nen Zettel schreiben?

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  2. Eine Leiste für die TV-Geräte hab ich, das ist nicht das Problem. Die Leiste für den PC ist nur schwer zu erreichen und da hängen auch Lampen dran. Da muss ich erst austüfteln, wie ich das umstecken kann, sonst bringt mich das nicht viel weiter, wenn ich jedes mal den Laptop anmachen muss, wenn ich Licht anmachen will :D

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  3. 3,66 Hektar ist doch schon ein guter Anfang! Sie dir mal die Grafik bzw. den Vergleich der einzelnen Länder an: http://www.nwzonline.de/index_aktuelles_spezial_infografik.php?grafik=oekologischer_fussabdruck

    Wenn man das so seiht, lebst du schon recht "ökologisch"..

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  4. Ja, im internationalen Vergleich liege ich sicherlich gut, aber dennoch kann man immer etwas verbessern. Vor allem subjektiv gesehen ist das ja sowieso immer so, dass man denkt "da geht noch was". Aber wie ich geschrieben hatte, ist vor allem der Altbau und die Energiegeschichten meine größten Sünden und an denen kann ich noch nicht sehr viel ändern.

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