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Montag, 17. Februar 2014

[Leben in Cafés // 12 Monate - 12 Cafés] Der "Schwan" in der Düsseldorfer Altstadt

(c) Frau von Saltkrokan
Es gibt nur wenige Cafés, die bisher zur ganz großen Liebe in meinem Leben geworden sind. Dazu gehören die alte Version des "Alex" in Saarbrücken (als es noch ein wenig schäbig war und bevor es franchisemäßig zu seelenlosem Einheitsbrei wurde) und das "moccachili", ebenfalls in Saarbrücken. In Düsseldorf waren es eindeutig die "löffelbar", direkt bei mir um die Ecke, und der "Schwan" in der Altstadt. Hierbei fällt mir übrigens auf, dass es meistens jene Cafés auf die Große-Liebe-Liste schaffen, die nicht nur ganz spießig-klassisch Kaffee und Kuchen anbieten, sondern in denen man vom Frühstück über das Mittagessen bis hin zum Abendessen und Feierabendbier alles bekommen kann. Zufall?

Der "Schwan" ist von einem Zwillingspärchen gegründet worden und hat inzwischen drei weitere Ableger (in Düsseldorf-Derendorf, Düsseldorf-Pempelfort und in Neuss), aber meine ganz große Liebe ist der in der Altstadt. Hier habe ich schon viele schöne Stunden verbracht, habe mich mit Freundinnen getroffen, geschlemmt, getrunken und gequatscht. Immer wenn es einen Treffpunkt zu verabreden gab oder wenn Besuch aus der Ferne in der Stadt weilte, wählte ich den "Schwan" aus. Hier habe ich alleine bei einem Buch und einem Kaffee gesessen oder aus der Ferne auf den Geburtstag meines Vaters angestoßen. Hier war ich mit M. bei unserem ersten Date ein Bier trinken. Kurz: Der "Schwan" ist fast ein zweites Wohnzimmer für mich und genau das macht die Große-Liebe-Cafés aus, dass man sich pudelwohl dort fühlt und Geschichten mit ihnen verbindet. 
Daher war es absolut klar, dass wir hier etwas trinken gehen müssen, als feststand, dass wir für ein paar Tage in meine alte Wahlheimat fahren. Ich freute mich irrsinnig darauf!

Normalerweise würde ich um die Uhrzeit, zu der wir dort waren, ja eher einen Tee oder einen Kaffee bestellen, aber weil ich das gute Düsseldorfer Altbier so vermisst hatte, musste das her. 
Bezahlt haben wir für eine Cola 2,90 € und ein Alt 1,95 €.

Der Service war schnell, aber nicht übermäßig aufmerksam.
Ich hatte im "Schwan" immer ein, zwei Lieblingskellner, die auch zuverlässig und nett sind, alle anderen erscheinen mir immer wieder ein bisschen schluderig und unaufmerksam.

(c) Frau von Saltkrokan

Vom Konzept her ist der "Schwan" von sich aus schon als zweites Wohnzimmer angelegt. Früher war er nicht ganz so "stylisch", sondern noch ein bisschen gemütlicher, wenn auch düsterer. Heute hängen an den Wänden auch Familienfotos von Kerstin Rapp-Schwan, der Inhaberin, die die Cafés/Restaurants inzwischen mit ihrem Mann leitet. Auf der Speisekarte finden sich auf Gerichte von Oma Käthe, der Großmutter der Inhaberin.
Sein Wappentier, eine Ente, verdankt der "Schwan" übrigens einer netten Familien-Geschichte: In einem Tanzlokal spricht in den 60ern ein junger Mann eine junge Frau an, mit den Worten "Gestatten, mein Name ist Schwan!". Die junge Frau erwidert kess "Und mein Name ist Ente!" und denkt sich, dass der Mann sie wohl veräppeln wolle. Später heirateten die beiden und bekamen Zwillinge - die Inhaberin und ihren Bruder. Eine nette Geschichte, die auch auf den Speisekarten zu finden ist, und die ich jedem Besucher zu lesen gebe.


Den "Schwan" kann ich wirklich jedem empfehlen. Egal ob ihr euch mit Freunden, euren Date, den Eltern oder Schwiegereltern treffen wollt, ob ihr frühstücken, ordentlich satt werden oder nur ein Bierchen trinken wollt, hier seid ihr richtig. Zugegeben, für ein Geschäftsessen ist es vielleicht nicht ganz schick genug, aber man kann ja nicht alles haben ;-) Die Preise sind vollkommen in Ordnung, vor allem für die Altstadt. Ein Alt kostet z.B. nur fünf Cent mehr als bei der Brauerei Schlüssel auf der Bolkerstraße (nämlich 1,95 €), ein Espresso 1,95 €, ein Salat je nach Beilage 8-10 €, warme Speisen 8-12 €.

Leider ist der "Schwan" allerdings so gar nicht Vegetarier- oder gar Veganer-freundlich. Heißgetränke gibt es nur mit Kuhmilch, das Essen ist gutbürgerlich und sehr fleischlastig. Auf der Wochenkarte findet sich allerdings meistens ein vegetarisches Gericht und auf der Standardkarte zwei oder drei. Aber eben nur vegetarische. Fleischessern kann ich das Essen uneingeschränkt empfehlen, besonders die Schnitzel, Burger und Flammkuchen sind sehr lecker (Und ja, das sage ich als Veganerin, aber immerhin habe ich dort auch schon das ein oder andere Stück Fleisch zwischen die Zähne bekommen, als ich es noch gegessen habe!). Auch die Salate sind sehr lecker und riesengroß. Wenn ihr anschließend noch Platz habt, dann probiert das warme Schokoküchlein mit flüssigem Kern - himmlisch!
Wer mutig ist, kann ein Überraschungsessen bestellen, das unter dem Motto "Gegessen wird, was auf den Tisch kommt!" angepriesen wird. Für alle Frühstücks- und Brunchfans ist das Frühstücksbuffet am Wochenende sicherlich ein Fest; inzwischen ist es leider etwas teurer geworden, nämlich 11,95 € (früher 10,95 €). M. und ich hatten einmal das Vergnügen in Derendorf und haben dort mehrere Stunden nur mit Essen verbracht - es lohnt sich also!
An Getränken müsst ihr unbedingt die hausgemachte Limonade (die, glaube ich, auch vegan sein dürfte) und im Winter die Lebkuchenschokolade, falls auf der Sonderkarte vorhanden, probieren. Und wenn ihr Altbier nicht kennen solltet, ist dieses natürlich sowieso Pflicht in Düsseldorf!

P.S.: Beim Raussuchen der Adresse und ÖPNV-Verbindungen ist mir aufgefallen, dass ich mich schon so dermaßen daran gewöhnt habe, bei den meisten Berliner Adressen automatisch auch die nächste Haltestelle mit angegeben zu finden, dass es seltsam ist, wenn es mal nicht so ist ...

 

"Schwan". Mühlenstr. 2. 40213 Düsseldorf.
So.-Do. 10 – 0 Uhr. Fr. + Sa. 10 – 1 Uhr.
ÖPNV: Straßenbahnen 703, 706, 712, 715 oder (vom Hauptbahnhof aus) U-Bahnen U74, U75, U77, U78, U79 bis U Heinrich-Heine-Allee.




"12 Monate - 12 Cafés" ist eine Blogaktion von morgenrosa.

Donnerstag, 30. Januar 2014

[Leben in Cafés // 12 Monate - 12 Cafés] Das "freckles" in Berlin-Kreuzberg


(c) Frau von Saltkrokan

Marina von morgenrosa hat eine schöne Aktion gestartet: 12 Monate - 12 Cafés. Jeden Monat soll ein neues Café (also im Sinne, dass man selbst es noch nicht kennt) besucht und vorgestellt werden. Da ich noch einige Cafés in Berlin besuchen wollte, kam die Aktion sehr passend und ich meldete mich spontan an.


Das "freckles" liegt in der Nähe der Bergmannstraße in Kreuzberg, also in einer sehr lebendigen Gegend, in der ich zum ersten Mal unterwegs war und die mir auf Anhieb gefiel.
Das Café ist von außen etwas unscheinbar, der Name steht nur am Fenster, nicht riesengroß über der Tür. Man geht ein paar Stufen hinunter und steht dann in einem netten, einladenden Vorraum, in dem sich die Theke und ein hoher Tisch mit Barhockern befinden. Am Fenster sind außerdem auch noch ein paar Barhocker. Durch einen Gang kommt man in einen zweiten Raum, in dem mehrere Tische mit Bänken und Stühlen stehen - und ein Kaminofen.
Die Tische machen einen selbstgezimmerten Eindruck, die sind nicht ganz gerade, was ich sehr sympathisch fand. Die Einrichtung ist reduziert, aber dennoch nicht lieblos, ganz im Gegenteil. Ein bisschen spürt man schon die weiblichen Hände der beiden Besitzerinnen //Geschlechterklischee Ende.

(c) Frau von Saltkrokan

Eine der Besitzerinnen begrüßte mich sehr nett und erklärte mir, welche Torten zur Auswahl standen. Das war fies. Sowie das Wort "Oreo" über ihre Lippen kam, hatte sie mich - also fix noch einen Cappuccino dazu geordert und es ging in den hinteren Raum, eine Runde stricken. Insgesamt gab es drei verschiedene Torten und einen Kuchen zur Auswahl. Die Getränke umfassen die Klassiker, aber auch ein/zwei besondere Schmankerl. Die Auswahl ist nicht riesig, aber ausreichend - es muss ja auch nicht immer eine zweiseitige Getränkekarte sein ...  
Für das Stück Oreo-Torte und den Cappuccino habe ich 5,70 € bezahlt, 3,20 € für den Kuchen, 2,50 € für den Cappuccino. Das ist nicht billig, aber angemessen. Für vegane Kuchen und Torten gebe ich dann gerne auch mal etwas mehr aus, ganz besonders, weil ich die Cafés unterstützen möchte. Die Oreo-Torte war sehr lecker und vor allem nicht zu süß, was ich nicht so mag bei Sahnetorten. Der halbe Oreo-Keks, der der Deko diente, war leider ein bisschen weich geworden (Wegen der Sahne? Wegen der Lagerung in der Kühlvitrine?). Ein bisschen warten musste ich dann auch auf meine Bestellung, vor allem angesichts der Tatsache, dass mit mir nur zwei Gäste da waren.
Das "freckles" bietet neben Kuchen übrigens auch Panini oder Suppe an, also auch für den herzhaften Heißhunger ist gesorgt. Laut Facebook-Seite gibt es auch Frühstück (Was ich ein wenig irritierend finde, da das "freckles" ja erst um 12 Uhr öffnet).
Eine Kleinigkeit, die mir etwas negativ aufgefallen ist: Es war die ganze Zeit über sehr kalt im "freckles". Das mag daran liegen, dass das Café etwas unterhalb der Straße liegt oder an einer fehlenden Heizung. Für einen längeren Aufenthalt ist es jedenfalls etwas zu ungemütlich - schade.
Die Toilette im "freckles" ist übrigens sehr schmal - ein Grund mehr, nicht ganz so viel Torte zu essen wie man eigentlich möchte ... Hihi!


Das "freckles" ist ein nettes veganes Café, das liebevoll eingerichtet ist. Die Preise sind angemessen und die Auswahl ausreichend. Dennoch ist es leider nur ein "normales" Café ohne besonderes Konzept (so wie beispielsweise das Ohlàlà), so dass es (auch wegen des längeren Anfahrtsweges) sicher nicht meine erste Wahl in Sachen vegane Cafés wird.


"freckles". Nostitzstr. 33. 10965 Berlin (Kreuzberg).
Mo. - So. 12:07 - 19:01.
ÖPNV: U7 Mehringdamm.