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Sonntag, 9. März 2014
Wochenrückblick 3.3.-9.3.
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Freitag, 7. März 2014
Sieben Monate Berlin. Ein Fazit.
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Sieben Monate leben wir nun schon in Berlin, das Halbjährige habe ich ganz verschlafen. Zeit, zurück zu blicken und ein erstes Fazit zu ziehen. Hat Berlin gehalten, was es versprach oder trauere ich Düsseldorf doch noch hinterher?
Nach sieben Monaten habe ich mich zwar schon wesentlich besser eingelebt als das damals in Düsseldorf der Fall war, aber hundertprozentig heimisch bin ich noch nicht. Berlin ist eben viel größer als Düsseldorf und großstädtischer. Besonders als ich eben den Beitrag durchlas, in dem steht, was ich alles an Düsseldorf vermissen werde, fiel mir eines auf: Menschlich ist es doch weitaus distanzierter und man fühlt sich viel anonymer. Der Mann, der mir im türkischen Gemüseladen immer das Gemüse wiegt, erkennt mich zwar schon, ebenso wie der Kellner beim Inder ums Eck, und der Paketbote ist auch meist der gleiche, aber im Allgemeinen ist man doch eher Irgendjemand. Nie hätte ich gedacht, dass mir das so wichtig sein könnte, aber gerade in einer Großstadt sind solche Kontakte von Bedeutung - weil man eben eine größere Nachbarschaft hat und nur ein kleiner Teil einer großen Masse ist.
Als wir letzten Monat für einen Tag Düsseldorf - und damit J. - besucht haben, war ich ganz aufgeregt und nervös vor Vorfreude. Immerhin verlief der Umzug letztes Jahr dann doch sehr schlagartig und ich konnte mich nicht in Ruhe verabschieden, denn eines weiß ich jetzt: So oft ich auch über Düsseldorf, seine vielen Baustellen und reichen Snobs geschimpft habe, ich liebe diese Stadt heiß und innig und ich werde sie immer lieben. Hier habe ich meine ersten Schritte als Erwachsene getan, ganz selbstständig und alleine, wenn auch noch mit elterlicher Schützenhilfe. Ob ich mir vorstellen könnte, eines Tages wieder dort zu leben? Wieso nicht, das sollte man nie ausschließen! Was ich heute an Düsseldorf am meisten vermisse? Die Stadtbüchereien (denn die sind dort wirklich besser!), Altbier, die Altstadt und die Rheinuferpromenade, das "Sattgrün" und den "Schwan", das Brot von "Hinkel" und natürlich J., die uns allerdings immer ein guter Grund sein wird, nach Düsseldorf zu fahren.
Doch auch zu Berlin hat sich in den letzten Monaten eine starke Liebe entwickelt. Berlin ist rauer als Düsseldorf und nicht so schick, aber auch wesentlich weniger spießig. Hier gibt es so viel, was ich an einer Großstadt schätze, allem voran die vielen veganen Cafés und Restaurants. Was das angeht, steckt Düsseldorf nämlich noch ziemlich in den Kinderschuhen! Die U-Bahn ist für mich das Größte und wenn es sich vermeiden lässt, möchte ich hier auch kein Auto haben. Wozu auch? Bis auf ein paar Ausnahmen braucht man hier auch keins.
Bisher gibt es auch nichts, das mich an Berlin nervt. Manchmal finde ich es schade, dass es hier keinen klassischen Stadtkern gibt, ein anderes Mal finde ich gerade das sehr spannend und liebenswert. Es ist alles viel entzerrter, am Wochenende tummelt sich nicht die halbe Stadt auf einem Fleck, so wie in Düsseldorf, und auch wenn S. bei ihrem Besuch meinte, Berlin sei ihr persönlich zu groß, empfinde ich Berlin nicht als groß. Natürlich wohnen hier mehr als drei Millionen Menschen, aber davon merkt man nicht allzu viel etwas. Kieze sei Dank! Und unser Kiez ist wunderschön und hier gibt es alles, was man zum Leben braucht, wenn man nicht gerade einen besonderen Wunsch hat oder ausgehen möchte.
Die Stadtbüchereien (um das Thema wieder aufzugreifen) sind leider recht teuer, weil man aus einer anderen Zweigstelle nicht kostenlos bestellen kann - sowohl Hin- als auch Rückweg kosten etwas. Wir haben zwar direkt um die Ecke eine Bücherei, aber leider ist diese nicht besonders gut ausgestattet und ich muss öfters etwas bestellen oder in anderen Büchereien ausleihen, wenn ich nicht dauernd extra zahlen will. Da heißt es, den Überblick zu behalten, wo man was ausgeliehen hat! DVD-technisch sind die Büchereien auch nicht so gut ausgestattet wie die in Düsseldorf, aber zum Glück sind wir ja bei einer Online-Videothek angemeldet.
Insgesamt hält es sich also die Waage, beide Städte haben ihre Vor- und Nachteile und ich bin immer wieder überrascht, wie gut ich mich - trotz Gewohnheitsmenschentum - hier eingelebt habe. Das Heimatgefühl lässt noch ein wenig auf sich warten, aber das tat es auch in Düsseldorf, wo ich mich erst nach gut anderthalb Jahren wirklich heimisch gefühlt hatte.
Sonntag, 2. Februar 2014
Wochenrückblick. Glücksversion. 27.1.-2.2.
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| (c) Frau von Saltkrokan |
Schon lange gab es hier keinen Wochenrückblick mehr. Zunächst einmal, weil ich selten dazu kam, meine Woche festzuhalten (Und ich muss ehrlich gestehen, ich bekomme sonntags nicht immer alles zusammen, wenn ich es nicht unter der Woche regelmäßig notiere.) Andererseits war ich aber auch nicht mehr wirklich zufrieden mit der Art des Wochenrückblicks. Manchmal hat es mich deprimiert, wenn ich nicht viel erlebt habe oder wenn ich mich oft geärgert hatte oder es einfach allgemein eine blöde Woche war. Daher kam mir vergangene Woche eine Idee: Statt des normalen Wochenrückblicks, in dem ich festhalte, was ich gemacht habe (und der auch all das Negative umfasste), möchte ich im neuen Wochenrückblick festhalten, was mich gefreut und glücklich gemacht hat. Dinge, Momente, Menschen.
Schneeflocken. Das Knirschen von frisch gefallenem Schnee unter meinen Füßen. Eine große Portion Spaghetti mit Erbsen. Ein Espresso im Café um die Ecke. Eine angeregte Diskussion mit M.. Stolz angesichts M.s erster super Note. Die erste Staffel von "The Big Bang Theory" zu Ende gesehen und über Howards Erdnuss-Gesicht beömmelt. Seit langem mal wieder richtig Lust auf Stricken. Soja-Mangolassi mit Zimt zum Frühstück. Mit H. gechattet. Bewerbungen abgeschickt. Urleckerer Kuchen im "freckles". Der Bergmannkiez. Kartoffel-Blumenkohl-Curry. Ein schöner Abend im "Vaust". Leckeres selbstgebrautes Bier, das fast wie Altbier schmeckt, und ebenso leckere Weiße mit hausgemachtem Limette-Minze-Sirup! Einen tollen Film gesehen ("Epic"). Mit M. gekocht und nebenbei die zweite Staffel von "The Big Bang Theory" zu Ende gesehen. Selbstgemachte Burger mit selbstgemachten Burgerbrötchen gegessen. Mit H. geskyped und irrsinnig viel gelacht.
Donnerstag, 30. Januar 2014
[Leben in Cafés // 12 Monate - 12 Cafés] Das "freckles" in Berlin-Kreuzberg
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Marina von morgenrosa hat eine schöne Aktion gestartet: 12 Monate - 12 Cafés. Jeden Monat soll ein neues Café (also im Sinne, dass man selbst es noch nicht kennt) besucht und vorgestellt werden. Da ich noch einige Cafés in Berlin besuchen wollte, kam die Aktion sehr passend und ich meldete mich spontan an.
Das "freckles" liegt in der Nähe der Bergmannstraße in Kreuzberg, also in einer sehr lebendigen Gegend, in der ich zum ersten Mal unterwegs war und die mir auf Anhieb gefiel.
Das Café ist von außen etwas unscheinbar, der Name steht nur am Fenster, nicht riesengroß über der Tür. Man geht ein paar Stufen hinunter und steht dann in einem netten, einladenden Vorraum, in dem sich die Theke und ein hoher Tisch mit Barhockern befinden. Am Fenster sind außerdem auch noch ein paar Barhocker. Durch einen Gang kommt man in einen zweiten Raum, in dem mehrere Tische mit Bänken und Stühlen stehen - und ein Kaminofen.
Die Tische machen einen selbstgezimmerten Eindruck, die sind nicht ganz gerade, was ich sehr sympathisch fand. Die Einrichtung ist reduziert, aber dennoch nicht lieblos, ganz im Gegenteil. Ein bisschen spürt man schon die weiblichen Hände der beiden Besitzerinnen //Geschlechterklischee Ende.
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Eine der Besitzerinnen begrüßte mich sehr nett und erklärte mir, welche Torten zur Auswahl standen. Das war fies. Sowie das Wort "Oreo" über ihre Lippen kam, hatte sie mich - also fix noch einen Cappuccino dazu geordert und es ging in den hinteren Raum, eine Runde stricken. Insgesamt gab es drei verschiedene Torten und einen Kuchen zur Auswahl. Die Getränke umfassen die Klassiker, aber auch ein/zwei besondere Schmankerl. Die Auswahl ist nicht riesig, aber ausreichend - es muss ja auch nicht immer eine zweiseitige Getränkekarte sein ...
Für das Stück Oreo-Torte und den Cappuccino habe ich 5,70 € bezahlt, 3,20 € für den Kuchen, 2,50 € für den Cappuccino. Das ist nicht billig, aber angemessen. Für vegane Kuchen und Torten gebe ich dann gerne auch mal etwas mehr aus, ganz besonders, weil ich die Cafés unterstützen möchte. Die Oreo-Torte war sehr lecker und vor allem nicht zu süß, was ich nicht so mag bei Sahnetorten. Der halbe Oreo-Keks, der der Deko diente, war leider ein bisschen weich geworden (Wegen der Sahne? Wegen der Lagerung in der Kühlvitrine?). Ein bisschen warten musste ich dann auch auf meine Bestellung, vor allem angesichts der Tatsache, dass mit mir nur zwei Gäste da waren.
Das "freckles" bietet neben Kuchen übrigens auch Panini oder Suppe an, also auch für den herzhaften Heißhunger ist gesorgt. Laut Facebook-Seite gibt es auch Frühstück (Was ich ein wenig irritierend finde, da das "freckles" ja erst um 12 Uhr öffnet).
Eine Kleinigkeit, die mir etwas negativ aufgefallen ist: Es war die ganze Zeit über sehr kalt im "freckles". Das mag daran liegen, dass das Café etwas unterhalb der Straße liegt oder an einer fehlenden Heizung. Für einen längeren Aufenthalt ist es jedenfalls etwas zu ungemütlich - schade.
Die Toilette im "freckles" ist übrigens sehr schmal - ein Grund mehr, nicht ganz so viel Torte zu essen wie man eigentlich möchte ... Hihi!
Das "freckles" ist ein nettes veganes Café, das liebevoll eingerichtet ist. Die Preise sind angemessen und die Auswahl ausreichend. Dennoch ist es leider nur ein "normales" Café ohne besonderes Konzept (so wie beispielsweise das Ohlàlà), so dass es (auch wegen des längeren Anfahrtsweges) sicher nicht meine erste Wahl in Sachen vegane Cafés wird.
"freckles". Nostitzstr. 33. 10965 Berlin (Kreuzberg).
Mo. - So. 12:07 - 19:01.
ÖPNV: U7 Mehringdamm.
Mittwoch, 1. Januar 2014
Mein Jahr 2013.
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Lange war es hier still, aber ihr kennt das ja vielleicht: Vorweihnachtsstress und so. Ab heute soll es aber wieder etwas aktiver hier werden, besonders ein paar Rezensionen wollen geschrieben werden und in Hinblick auf mein Veganwerden hat sich ein wenig getan.
Leider war die 13 nicht wie gehofft meine Glückszahl. Das Jahr 2013 meinte es insgesamt nicht gut mit mir, weswegen ich nun ganz besonders nach vorne schauen und das neue Jahr umso herzlicher begrüßen möchte.
Von allen Negativen, das 2013 mir brachte, möchte ich gar nicht sprechen, aber von den positiven Dingen!
Anfang des Jahres hatte ich eine besondere Erfahrung gemacht: Eine Recherchereise ins Deutsche Literaturarchiv in Marbach/Neckar, für meine Masterarbeit. Meinen Platz hatte ich schon bevor ich M. kennen lernte und meine Entscheidung kam durch ihn kurz ins Wanken: Ich wusste, ich würde ihn sehr vermissen und hatte plötzlich nur noch wenig Lust, die lange Reise nach Baden-Württemberg anzutreten, nur um mehrere Tage in einer Bibliothek zu sitzen. Doch er bestärkte mich darin, diese Erfahrung zu machen und ich habe es nicht bereut. Die Erkenntnisse für meine Masterarbeit hielten sich in Grenzen, allerdings habe ich es sehr genossen, ganz für mich allein zu sein und mich in der Arbeit vergraben zu können. Die Originalbibel von Alfred Döblin von 1928 in den Händen halten zu können, war sicherlich auch ein Highlight, das nur solch verrückte Büchernarren wie ich verstehen können!
Nach dem Aufenthalt in Marbach war Ackern angesagt: Die härtesten Monate kamen nun erst, ich lebte praktisch in der Bibliothek, in die ich mich zum Arbeiten zurück zog. M. trat mir immer wieder in den Hintern und hielt mich vom Sockenbügeln ab. Ende März war es dann endlich geschafft und ich hielt nach mehreren Formatierungsunfällen und einem zwischenzeitlichen Stottern des Druckers endlich meine fertige Masterarbeit in Händen - und hätte fast drauf geheult, wenn M. mich nicht ermahnt hätte.
Den Urlaub in Berlin über Ostern hatten wir uns dann beide wirklich verdient und die Vorfreude auf unseren Umzug stieg. Ich war das erste und letzte Mal 2004 in Berlin und es hatte sich so manches geändert: Beispielsweise war der Hauptbahnhof nun fertig. Es schien alles so unwirklich. Hier sollte ich bald wohnen? Ich konnte es kaum glauben. Doch nun wohnen wir schon seit September hier in der Wohnung von M.s Tante und wir fühlen uns beide sehr wohl, sowohl in der Wohnung als auch in der Stadt. Unser Kiez ist wunderschön und auch der Rest Berlins wird immer mehr erkundet und erobert. Dass ich hier eine zweite Familie habe, ist umso schöner und ich bin sehr dankbar dafür, dass wir einen entspannteren Neuanfang wagen können als wenn wir direkt eine eigene Wohnung hätten suchen müssen. DER Stress kommt dann 2014!
Berlin ist gerade jetzt, wo ich den Schritt zum Vegansein getan habe, ein Paradies. Ich würde nie wieder aufs Land ziehen wollen und in den nächsten Jahren auch nicht von hier weg, dafür gefällt es mir hier viel zu gut.
Das Schönste an 2013 waren wieder einmal meine Freunde und meine Familie, zu der nun auch M.s Familie gehört. Sie haben mich durch Hochs und Tiefs begleitet und ich habe wieder einmal festgestellt, wer meine wahren Freunde sind. Diese wahren Freunde sind wieder etwas weniger geworden, aber dafür sind sie umso wichtiger und wertvoller. Die, die beim Umzug ihre Hilfe angeboten haben. Die, die sich erkundigt haben, wie es mir geht und es auch wirklich wissen wollten. Die, die einfach nur da waren, ohne Fragen zu stellen. Die, die alle zwei Wochen aus Spanien Karten geschickt haben. Die, mit denen ich über mein Veganwerden reden konnte ohne dass sie auf Abstand gegangen sind. Die, die sich für mich gefreut haben, ganz ehrlich und ohne Neid.
Ich habe mich gefreut, endlich einmal wieder H. zu sehen, nach viel zu langer Zeit, und mal wieder für viel zu kurze Zeit. Mit J. haben M. und ich schöne Zeiten verbracht, sowohl noch in Düsseldorf als auch nachher bei ihrem Besuch in Berlin. S. und C. sind noch mehr zu unseren gemeinsamen Freunden geworden und stets Ansprechpartner in Warhammer-Fragen. Eine Freundin von M. ist auch zu meiner Freundin geworden.
Und es ist fest eingeplant, dass wir unsere Freunde besuchen oder sie uns besuchen, wann immer die Möglichkeit dafür besteht.
Das Verhältnis zu meiner Mutti ist inniger denn je, da auch sie kein gutes Jahr hatte und wir enger zusammen gerückt sind. Bei ihr weiß ich: Sie ist immer für mich da, komme was wolle und was auch immer ich mir wieder für abstruse neue Ernährungsweisen aussuche. Auch zu meiner Cousine und Onkel und Tante väterlicherseits habe ich nun wieder ein bisschen mehr Kontakt, was ich sehr schön finde und weiterhin pflegen möchte.
M.s Familie hat mich so herzlich in ihrer Mitte aufgenommen, dass ich mich sofort als Mitglied der Familie gefühlt habe. Auch sie waren mir Stütze und Inspiration, wofür ich ihnen sehr dankbar bin.
Am dankbarsten bin ich natürlich für M., der so vieles für mich ist und mit dem ich alle Hürden nehmen kann, die das Leben uns stellt. Und alles andere, was ich ihm noch sagen würde, weiß er schon.
Vom neuen Jahr 2014 wünsche ich mir nicht viel, denn ich bin genügsamer geworden, habe ich das Gefühl. Ich wünsche mir keine Reichtümer mehr, aber dafür Gesundheit und Zeit mit meinen Freunden und der Familie und dass ich meinen Weg gehen kann, voller Elan und mit Mut in meinem Herzen. Für alles andere gibt es auch dieses Mal wieder ein "Was geht?", das regelmäßig aktualisiert wird.
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Mittwoch, 27. November 2013
[Leben in Cafés] Das "no milk today" in Berlin-Kreuzberg
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Das "no milk today" verursachte, als ich über "Berlin vegan" auf es stieß, sofort einen Ohrwurm bei mir, genauso wie eine große Neugierde ob der großen "Milch"-Auswahl, denn im "no milk today" gibt es nicht nur Sojamilch, sondern auch Sojareis-, Reis-, Mandel-, Hafer-, Kokos-, Kokosreis-, Soja-Vanille- und Dinkelmilch!
Das Café liegt in der Hipster-Hochburg Kreuzberg und so sieht auch das Personal und Publikum im "no milk today" aus, sehr "hipsterish". An solchen Orten fühle ich mich immer irgendwie fehl am Platze, weil ich eben keine Hornbrille mit Fensterglas trage und meinen heißgeliebten Rucksack nicht gegen einen Jutebeutel eingetauscht habe. Aber zunächst ist ja erst mal wichtig, was man in einem Café serviert bekommt.
M. und ich entschieden uns beide für eine heiße Schokolade, er mit Reismilch, ich mit Mandelmilch. Dazu orderte ich noch eine Mini-Nussecke und einen Peanutbutter-Chocolate-Cup. Für alles zusammen zahlten wir 8,10 €.
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| (c) Frau von Saltkrokan |
Im "no milk today" wird ohne Weizen gebacken - an der Kuchentheke stand "Dinkel ist unser Weizen". Sonst ist Dinkelmehl weder mein noch M.s Fall, ich hatte es schon öfters damit versucht, aber ich werde nicht damit warm. Die Mini-Nussecke und das Stückchen Möhrenkuchen (?), das als Schmankerl bei der heißen Schokolade lag, waren aber lecker, besonders die Mini-Nussecke, weil sie sehr saftig war. Der Peanutbutter-Chocolate-Cup war auch lecker, nur leider sehr weich, so dass er sich nicht aus dem Papierförmchen lösen ließ und wir ihn rauslöffeln mussten. Die heiße Schokolade war an sich ganz lecker, aber leider etwas wässrig geraten und nicht heiß genug. Wirklich in Ruhe trinken war nicht drin, wollte man sie nicht kalt trinken. M.s Reismilch-Schokolade sah zudem nicht so schön aus, weil irgendetwas nicht so funktionierte wie es sollte.
Auf die Getränke und die süßen Häppchen mussten wir leider außerdem etwas warten, weil das Personal wohl noch nicht so eingespielt ist (das Café hat auch erst letzten Monat eröffnet) und es ein bisschen Chaos wegen der Reismilch gab. Die heiße Schokolade war bei M. dann auch etwas übergeschwappt und schwamm in der Untertasse.
Als ich bezahlte, musste ich dem jungen Mann an der Theke helfen, die heiße Schokolade auf der Karte zu finden und musste ihm auch die Preise der kleinen Häppchen nennen. Jeder hat mal angefangen, aber er wirkte doch sehr hilflos und überfordert!
Was im Gegensatz zum "Ohlàlà" allerdings absolut stimmte, war der Wohlfühlfaktor: Das Café ist sehr nett eingerichtet, ein bisschen Retro, und auch die Plätze im hinteren Raum wirkten sehr gemütlich. Man spürte, dass hier Liebe zum Detail gepflegt wird. Sogar die Toilette war nicht 0815-mäßig eingerichtet, sondern mit Buchseiten tapeziert!
Das "no milk today" ist ein nettes gemütliches Café, das allerdings in Sachen Service und Routine noch ordentlich zulegen muss. Die etwas weitere Extra-Anreise ist es mir leider (noch) nicht wert. Vielleicht gebe ich dem Café nach ein paar Monaten nochmal eine Chance.
"no milk today". Fichtestraße 3. 10967 Berlin (Kreuzberg).
Mo. geschlossen, Di.-So. 10-21 Uhr.
ÖPNV: U7 Südstern oder U8 Schönleinstraße.
Dienstag, 19. November 2013
[Leben in Cafés] Das "Ohlàlà" in Berlin-Friedrichshain
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Über "Berlin vegan" bin ich auf das "Ohlàlà" in Friedrichshain gestoßen. Sowieso: In Friedrichshain und Kreuzberg gibt es gefühlt an jeder Ecke ein veganes/vegetarisches Café oder Restaurant - ein wahres Paradies!
Das "Ohlàlà" liegt in der Mainzer Straße, einer Nebenstraße der Frankfurter Allee. Die Gegend wirkt ein bisschen abgewrackt und im ersten Moment erwartet man vielleicht kein veganes Café hier. Von außen ist es auch etwas unscheinbar, so dass ich erst einmal daran vorbeigelaufen bin. Innen ist es ganz nett, mit einer Theke, an der man seine Bestellung aufgibt, und ein paar Tischen. Leider sind die Stühle aus Metall (siehe Bild) und ich fand sie sehr unbequem und wenig dafür geeignet, länger hier sitzen zu bleiben. Und auch wenn es auf die Getränke und das Essen ankommt, sind es solche Dinge, die ein Café zum Lieblingscafé machen. Aber dafür stimmte die Hintergrundmusik: Depeche Mode und Guns 'N Roses!
Die Dame an der Theke (die alleine im Laden war, vielleicht also die Besitzerin persönlich?) war freundlich, wenn auch nicht sehr überschwänglich, ihr französischer Akzent hinreißend. Ich entschied mich für eine Tasse Café au lait und ein Stück "Vanilla Maronen"-Kuchen. Beides wurde mir an den Tisch gebracht, zahlen konnte ich dann am Schluss wieder an der Theke.
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Bezahlt habe ich für die Tasse Café au lait und das Stück Kuchen 5,40 €, der Café au lait ist hierbei mit 2,40 € mehr als bezahlbar gewesen, der Kuchen mit 3 € natürlich etwas teurer, aber auch hier hat es sich gelohnt. Der Boden war etwas fest, aber dennoch gut, und die Creme nicht zu süß. Sehr positiv war auch, dass der Café au lait stilecht in einer henkellosen Schale serviert wurde - eben so, wie er in Frankreich getrunken wird. Nur etwas heißer hätte er sein können, da man so eine große Schale nun mal nicht sehr schnell trinkt und der Kaffee auf halbem Wege kalt wird.
Möchte man seinen Kaffee oder seinen Kakao mit etwas anderem als Sojamilch, muss man fünfzig Cent draufzahlen und kann zwischen Reismilch, Mandelmilch etc. wählen.
An einem anderen Tisch hatte eine Frau einen Crêpe, der sehr lecker aussah, ebenso wie die Quiches, die ein Paar am Nachbartisch bestellte. Was beides kostete, kann ich nicht sagen, ich glaube, die Crêpes liegen bei ca. 3 €.
Ein anderer Gast neben mir bekam seinen Espresso übrigens mit einem Glas Wasser,
ebenfalls leider wie die Café au lait-Schalen eine Seltenheit in deutschen Landen ...
Samstags wird im "Ohlàlà" ein veganer Brunch angeboten, für knapp 10 € (exklusive Getränke) kann man hier schlemmen und wenn man sich die Bilder ansieht, lohnt es sich absolut. Das wird garantiert auch demnächst ausprobiert!
Das "Ohlàlà" ist ein nettes Café, das allerdings ein bisschen gemütlicher und einladender sein könnte. Durch den französischen Anstrich und die kleinen Details wie die stilechte Café au lait-Schale zeigt es aber sein Potential und füllt auf jeden Fall eine Lücke in Sachen vegane Cafés in Berlin.
"Ohlàlà. Tartes Shop". Mainzer Straße 18. 10247 Berlin (Friedrichshain).
Mo. geschlossen, Di.-Fr. 12 - 19 Uhr, Sa 11 - 18 Uhr, So 14 - 19 Uhr
ÖPNV: U5 Samariterstraße
ÖPNV: U5 Samariterstraße
Sonntag, 17. November 2013
Wochenrückblick 11.11.-17.11.
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Montag, 11. November 2013
Wochenrückblick 4.11.-10.11.
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Freitag, 8. November 2013
[Leben in Cafés] Das "Mamecha" in Berlin-Mitte
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| (c) Frau von Saltkrokan |
Diese Woche war ich in einem schönen Café in Berlin-Mitte: Dem "Mamecha". Darauf gestoßen bin ich während der Suche nach einem guten Sushi-Restaurant über nekobento.de. Lustigerweise hatte ich schon vor längerem bei token auf dem Bento Lunch Blog vom "Mamecha" gelesen, erinnerte mich aber erst später daran. Ich packte morgens also ein Buch ein und machte mich auf. Zuvor hatte ich bei den diversen Bewertungsportalen schon positives gelesen, besonders über den Matcha Kuchen - yummy!
Das "Mamecha" liegt sehr zentral, aber dennoch in einer ruhigen Nebenstraße der Alten Schönhauser Straße, nicht weit vom Alexanderplatz, der fußläufig zu erreichen ist. Für mich ist die Lage ideal, da "meine" U-Bahn-Linie hier vorbeifährt. Das Café ist nicht sehr groß und als es voller wurde, wollte ich den Tisch auch nicht länger für mich beanspruchen, und bin gegangen. Gemütlich ist es aber dennoch sehr und vor allem auch authentisch (insofern ich das überhaupt beurteilen kann, weil ich bisher ja noch nicht in Japan war). Genauso authentisch sind die Getränke: Traditioneller japanischer Tee wie Sencha oder Matcha, aber auch Genmaicha oder Kyo-Bancha. Bis auf den Matcha wird der Tee auch in japanischen Seitengriffkannen, die ich bei meinem Nebenjob im Teeladen kennen gelernt hatte, serviert. Sehr positiv fiel mir auch auf, dass man, wenn man sich für einen solchen Tee entschieden hat, kleine Teetäschen dazu bekommt, und den Tee mehrmals wieder aufbrühen kann - heißes Wasser steht dafür auf einer Theke bereit. Das "Mamecha" läuft über Selbstbedienung, wie beim bekannten amerikanischen Coffee Shop geht man an die Theke und bestellt; allerdings kann man sich anschließend hinsetzen und bekommt seine Sachen an den Tisch gebracht. Ich entschied mich für einen Matcha Latte mit Sojamilch (3 €, ohne Aufpreis für die Sojamilch) und den Matcha Cheese Cake (2,60 €), beides schmeckte sehr gut, der Matcha Latte hätte noch ein bisschen stärker sein können, aber ich denke, wer Matcha erst einmal kennen lernen will, ist hiermit gut beraten. Der Matcha Cheese Cake war ... Naja, ich will nicht übertreiben, aber "göttlich" trifft es sehr gut: Er war sehr leicht und saftig und schmeckte intensiv, aber nicht aufdringlich nach Matcha. Sehr schön fand ich auch, dass er nicht zu süß war, sondern das herbe Aroma des Matcha vorherrschte. Natürlich ist 5,60 € ein stolzer Preis für ein Glas Tee und ein doch recht kleines Stück Kuchen, aber es handelt sich hierbei nicht um einen schnöden Früchtetee, sondern um einen eher teureren Grüntee, und der Kuchen war seinen Preis auch auf jeden Fall wert. Und seht es mal: Beim amerikanischen Coffee Shop zahlt man ohne mit der Wimper zu zucken 4 € für einen Kaffee, da gönne ich mir doch lieber einen Matcha Latte.
Für das gebrauchte Geschirr steht im "Mamecha" ein Eckchen zur Verfügung, wo die Gäste es abstellen können. Mir kam man allerdings zuvor, was ich auch sehr nett fand. Da es bald recht voll wurde, klappte ich mein Buch wieder zu und ging, um den anderen Gästen Platz zu machen.
Nächstes Mal werde ich mir auf jeden Fall mal einen Sencha bestellen und ein anderes Gebäck probieren. Auch die warmen Speisen sahen sehr lecker aus, die Dame neben mir hatte eine Misosuppe und eine Bentobox (aus Holz!) mit Reis und Gemüse. Beispiele hierzu findet ihr auf dem Blog des "Mamecha".
Wer seinen Matcha lieber pur mag, bekommt ihn natürlich auch so, allerdings kostet er dann 4,50 €, mit einer kleinen Süßigkeit dazu. Die anderen Teesorten im Kännchen kosten 2,90 €, was ich sehr human finde, da man den Tee ja mehrfach wieder aufbrühen kann.
Für alle, die keinen Tee mögen (wie das ältere, englische Ehepaar neben mir), gibt es auch Kaffee, aber ganz ehrlich? Dafür geht man dann wohl doch besser in ein anderes Café ...
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| (c) Frau von Saltkrokan |
Das "Mamecha" ist ein sehr schönes Café, das vor allem Tee-/Matcha-Liebhaber und Japanfans (fernab von Manga und Bubble Tea) glücklich machen wird. Die Preise sind durchaus angemessen, wenn auch nicht gerade günstig. Die Atmosphäre ist sehr einladend und authentisch, nur allzu lange Verweilen ist leider nicht möglich, wenn es voll wird. Ich werde auf jeden Fall öfters dort aufschlagen!
Übrigens möchte ich mit diesem Artikel eine neue Reihe hier auf meinem Blog starten: "Leben in Cafés" soll Berichte von meiner Suche nach einem Stamm-/Lieblingscafé versammeln und nimmt euch mit auf eine Erkundungsreise durch Berlin. Ihr könnt euch also schon auf weiteres freuen!
MAMECHA green tea café. Mulackstr. 33.
10119 Berlin (Mitte). Mo.-Sa. 12-20 Uhr, sonn- und feiertags geschlossen (Küche bis 18 Uhr).
http://www.mamecha.com/
http://www.mamecha.com/
ÖPNV: U2 Rose-Luxemburg-Platz oder U8 Weinmeisterstraße
Sonntag, 13. Oktober 2013
Wochenrückblick 7.10.-13.10.
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Einen verdammt miesen Tag gehabt. Nach Mitte gefahren. Bei Barcomi's Deli einen Mokka Cappuccino getrunken und über eine neue Kategorie im Blog nachgedacht. "Chill mal, Frau Freitag" gelesen und versucht, lautstarkes Lachen zu unterdrücken (Die Leute gucken sonst immer so komisch ...). Viele Fotos geschossen. In der Bücherei einiges ausgeliehen (u.a. dies hier und das da) und über die verlängerte Ausleihzeit aufgrund von Renovierungen gefreut. Agartine für Kuchen gekauft. Und weil ich nicht widerstehen konnte, Wackelpudding (Die Instantversion ist vegetarisch). Mit Muttern am Handy telefoniert. Matcha aus dem Briefkasten gefischt und wie Bolle darauf gefreut. "Desperate Housewives" weiter geschaut. Einen Matcha Latte zum Frühstück getrunken. Den Besuch von J. abgemacht. Nach Fernbus-Angeboten geschaut. Gnocchi mit Belugalinsen gegessen. Gelesen. Bei der BVG angerufen. Mit S. telefoniert und gemeinsam von saarländischem Essen geschwärmt. Zusammen mit M. nach Friedrichshain gefahren. Veganen Döner gegessen. Im "Veganz" gewesen. Auf dem türkischen Markt am Maybachufer eingekauft. Hingefallen. Mit dickem Knie nach Hause geschleppt. Bein hochgelegt und Knie gekühlt. Überweisungen erledigt. Eine Fahrt nach Leipzig geplant. Nach "Berlin leuchtet" geschaut. "Gute Besserung" ausgerichtet. Einen veganen Apfelkuchen à la Nicole Just gebacken. Termine in den neuen Kalender eingetragen. Berge an Geschirr gespült. Mit M. spazieren gegangen. Urleckere Schokolade in einem Café um die Ecke getrunken.
Montag, 7. Oktober 2013
Wochenrückblick 30.9.-6.10.
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Mittwoch, 2. Oktober 2013
[Unterwegs] Ein Tag in Potsdam.
Gestern waren M. und ich in Potsdam, dem Geburtsort seiner Frau Mama. Ich war bisher nur im Rahmen der Klassenfahrt nach Berlin in Sanssouci, aber nicht in der Innenstadt von Potsdam und ich muss sagen, da habe ich durchaus etwas verpasst. Zwar würde ich nicht dort wohnen wollen (dafür ist mir zu wenig los), aber für einen Tagesausflug ist es sehr nett und da wir dort die leckerste Trinkschokolade aller Zeiten kosten durften, werden wir sicherlich öfters dorthin fahren!
| Die Nikolaikirche. |
| Das Brandenburger Tor. |
| Die leckerste Trinkschokolade, die ich jemals getrunken habe! |
| Hier gibt es die leckere Trinkschokolade. |
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Sonntag, 22. September 2013
Wochenrückblick 16.9.-22.9.
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Sonntag, 15. September 2013
Wochenrückblick 9.9.-15.9.
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Sonntag, 8. September 2013
Wochenrückblick 2.9.-8.9.
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Als wir gestern Abend am Hauptbahnhof ankamen, empfing uns Berlin mit dem herrlichsten Wetter und einem atemberaubenden Himmel.
Kommende Woche werden wir dann auch offiziell zu Berlinern. Ich freu mich drauf!
Samstag, 24. August 2013
Vorfreude auf den Herbst
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| (c) Frau von Saltkrokan |
Der Herbst im letzten Jahr war schon anders als seine Vorgänger, aber dieses Jahr ist alles vollkommen anders. Im letzten Herbst trat M. in mein Leben, dieses Jahr ziehen wir gemeinsam nach Berlin. Hatte ich die Jahre zuvor den Vorlesungsbeginn als festen Termin im Kalender, steht nun nichts auf den Seiten Anfang Oktober - alles ist ein leeres Blatt, das darauf wartet, von mir beschrieben zu werden. Die nächsten Monate werden nicht leicht, aber ich freue mich umso mehr auf sie. Weil sie den Anfang meines Erwachsenenlebens und eines Neuanfangs markieren. Ich nehme mir deswegen dieses Jahr nichts vor, sondern versuche alles auf mich zukommen zu lassen und geduldig zu sein. Aber mit einem könnt ihr ganz fest rechnen: Zahlreichen Bildern vom herbstlichen Berlin!
Sonntag, 18. August 2013
Wochenrückblick 12.8.-18.8.
| (c) Frau von Saltkrokan |
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Donnerstag, 4. Juli 2013
Worauf ich mich in Berlin freue
| (c) Frau von Saltkrokan |
So langsam stecken wir bis über beide Ohren in Umzugsvorbereitungen und alles wird konkreter. Die Möbel, die wir nicht mitnehmen wollen, sind bei eBay eingestellt, die Wohnung ist ab September weitervermietet, ein Termin beim Sperrmüll ist gemacht und die ersten Anfragen wegen einer Wohnung in Berlin abgeschickt. Die Angst steigt proportional zur Vorfreude und so dachte ich mir, wird es Zeit für den passenden Blogeintrag, der mir vor Augen führen soll, dass der ganze Stress sich auch wirklich lohnt und dass ich zwar einiges hier zurücklassen werde, aber auch viel Neues dazu gewinne.
Die gemeinsame - größere - Wohnung mit M. Das Beste natürlich. Endlich eine Küche haben, in der man sich zu zweit bewegen kann und in der man alle Schubladen komplett aufmachen kann. Nicht mehr vier Meter neben dem Kühlschrank schlafen und wenigstens zwei Zimmer haben, in denen man auch mal die Tür hinter sich zumachen kann. M. und ich meistern das Abenteuer "Wie überlebt man zu zweit in einer 26qm-Wohnung ohne sich umzubringen" zwar sehr gut, aber dennoch wäre mehr Platz schön. Dann kann ich auch endlich meine gesamten Bücher zu mir holen - ein Teil steht noch in meinem Elternhaus. Und endlich können wir uns so richtig als Erwachsene fühlen. In der Einraumwohnung fühlt man sich eben doch als ewiger Student ...
Ich freue mich aber nicht nur auf den Platz, sondern auch darauf, die Wohnung einzurichten und zu gestalten. Wir trauen uns auch durchaus zu, Böden zu verlegen und zu streichen, handwerklich haben wir beide glücklicherweise ja einigermaßen Talent.
Unsere gemeinsame Wohnung soll zudem Anlaufstelle für alle unsere Freunde sein, die uns jederzeit besuchen dürfen und sollen. Und bisher scheint Berlin auch wesentlich attraktiver für besagte Freunde zu sein als Düsseldorf ...
Das bessere ÖPNV-Netz. Als ich nach Düsseldorf zog, waren die Straßenbahnen, die alle zehn Minuten kommen (an Werktagen), eine regelrechte Offenbarung. Ich wohne hier auch an einem regelrechten Knotenpunkt der öffentlichen Verkehrsmittel - sowohl mehrere S-Bahn-Linien als auch zwei Straßenbahnlinien fahren fast direkt vor meiner Tür. Im Vergleich zu Berlin stinkt Düsseldorf aber immer noch ab, besonders durch den Bau der Wehrhahnlinie, der für einiges Chaos sorgt und da die Straßenbahnen auf den Straßen fahren, kommt es gerne mal zum Stillstand der Bahn, wenn beispielsweise mal wieder jemand auf den Schienen geparkt hat. In Berlin ist das U-Bahn-Netz unschlagbar und dort kommt im Schnitt alle fünf Minuten eine U-Bahn. Wir hoffen auch auf eine Wohnung in der Nähe einer S- oder U-Bahn-Station, da wir auch weiterhin kein eigenes Auto haben werden (was in Berlin eh verkehrstechnischer Selbstmord wäre).
Die Bioläden. Jaaa, die Bioläden. Ich bin eben doch eine verkappte Ökotussi und Bioläden sind mein Mekka. In Düsseldorf gibt es zwei größere Bio-Supermärkte und einen kleinen rein veganen Laden - seit letztem Jahr. In Berlin gibt es gefühlt alle Bioläden, die es sonst in ganz Deutschland gibt: Denn's, Alnatura, Basic Bio etc. Und das Veganz, das Vegan-Paradies schlechthin, in doppelter Ausführung. Haltet mich für verrückt, aber ich finde so etwas eben wichtig und freue mich darauf, nicht mehr in eine andere Stadt fahren zu müssen (hier z.B. Bonn), um bei Alnatura einzukaufen.
Die Museen, die Theater. Und all den anderen intellektuellen Kram. Wie auch beim ÖPNV war der Umzug nach Düsseldorf eine regelrechte kulturelle Offenbarung, denn man kann es nicht leugnen: Saarbrücken hat eben nicht viel zu bieten was das angeht. Für Konzerte mussten wir meist sonst wohin fahren (Mannheim, Stuttgart) und es gibt zwar das ein oder andere Fest und Großveranstaltungen, aber in Sachen Kultur hat das Saarland eben noch einiges aufzuholen.
Doch auch in Düsseldorf kommt es ab und an vor, dass man eine Stadt weiterfahren muss und in Berlin habe ich zumindest das Gefühl, ist alles geballt auf einem Haufen [Vielleicht ist das auch mal wieder das Bullerbü-Syndrom: Weil man so begeistert von etwas ist, idealisiert man es auch gerne ...].
Die Nähe zur Ostsee. Ich war noch nie an der Ostsee. So, nun ist es raus. Überhaupt habe ich den Osten Deutschlands kaum bereist. Das würde ich gerne nachholen, auch mal Leipzig und Dresden besuchen. Und von der Ostsee wird einem ständig von allen Seiten vorgeschwärmt - wenn man das so oft hört, muss ja irgendetwas dran sein. Dank C. haben wir auch ein paar "connections" dorthin - äußerst praktisch.
Darauf, neu anzufangen. Das ist jetzt ganz schwammig, aber nach fast sechs Jahren in Düsseldorf habe ich das Gefühl, dass ich mit der Stadt fertig bin. Nicht, weil ich jede Ecke kenne, aber die Stadt mich auch nicht mehr überrascht und sie mir manchmal auch etwas zu spießig und klein vorkommt. Düsseldorf und ich, das ist keine bedingungslose Liebe, wir beide haben auch durchaus unsere negativen Momente. Zudem geht jetzt auch ein Lebensabschnitt zu Ende, der seinen Niedergang schon im letzten Jahr begonnen hat, und da ist ein Ortswechsel ein zusätzlicher Schlussstrich.
Freitag, 31. Mai 2013
Was ich an Düsseldorf vermissen werde.
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| (c) Frau von Saltkrokan |
In den letzten Tagen kam bei mir immer
häufiger der Gedanke auf, was ich an Düsseldorf vermissen würde, wenn
ich nicht mehr hier wohne. Immerhin sind es nur noch zweieinhalb Monate,
dann ziehen wir hoch ...
In Düsseldorf bin ich erwachsen geworden. Hier habe ich studiert, gute fünf Jahre lang. Hier habe ich Freundinnen kennen gelernt, die mich hoffentlich mein Leben lang begleiten werden. Ich habe hier eine Familie gehabt und wieder verloren. Ich habe mich in dieser Stadt so sehr verändert wie vielleicht noch nie zuvor in meinem Leben. In Düsseldorf habe ich Neues entdeckt und schätzen gelernt. Und ich habe M. hier kennen gelernt. Düsseldorf wird mir daher immer etwas bedeuten und ich bin dankbar, dass ich hierher ziehen und meine Erfahrungen machen konnte.
Da ich ein ziemlicher Gewohnheitsmensch bin,
ist es für mich nicht gerade einfach, verpflanzt zu werden. Als ich nach
Düsseldorf zog, hat es fast zwei Jahre gedauert bis ich mich wirklich
heimisch fühlte. Ich habe allerdings die Hoffnung, dass es mit Berlin
nicht ganz so lange dauern wird und ich sage mir auch immer wieder, dass
die schönen Dinge, die mir an Düsseldorf fehlen werden, durch andere
schöne Dinge ersetzt werden (können) - also immer positiv denken! Bis
dahin würde ich euch aber gerne an ein wenig Schwelgerei teilhaben
lassen, vollkommen parteiisch und subjektiv. Vielleicht sogar mit ein wenig Pathos und Schmalz.
Übrigens, in den nächsten Tagen folgen dann auch noch die dazugehörigen Listen, was ich an Düsseldorf nicht vermissen werde und worauf ich mich in Berlin freue.
Die Stadtbüchereien. Als ich hierher zog, dachte ich noch, wie blöd die Stadtbüchereien sind. So ganz anders als die in meiner Heimatstadt. Dann fand ich allerdings heraus, dass es fünfzehn Standorte gibt, die über die gesamte Stadt verteilt sind, dass man DVDs, die teils brandneu sind, kostenlos ausleihen kann und dass man aus den sogenannten Zweigstellen etwas bestellen kann, auch kostenlos. Erwerbsvorschläge wurden so gut wie immer angenommen und umgesetzt und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass die Stadtbüchereien (besonders die am Hauptbahnhof, die in Derendorf und die in Bilk) mein zweites Zuhause sind.
Die Rheinuferpromenade und den Medienhafen. Beide Orte sind beliebte Ziele im Frühling und Sommer. An der Rheinuferpromenade findet im Sommer die Büchermeile statt: Entlang des Rheins sind Stände aufgebaut, an denen gebrauchte Bücher verkauft werden. Ihr könnt euch denken, dass ich fast jedes Mal da bin, und sei es nur zum Stöbern! Ansonsten schätze ich die Rheinuferpromenade und den Medienhafen als Kurzurlaubsziele. Wenn man ein paar Stunden dort war, fühlt man sich als sei man im Urlaub gewesen, ganz besonders im Sommer, wenn vom Rhein her eine frische Prise weht.
Den Zoopark. Dieser Park liegt bei mir direkt um die Ecke und er ist eine regelrechte Ruheoase, direkt an einer großen lauten Hauptstraße. Wenn es draußen schön ist, gehe ich hier gerne spazieren oder sitze auf einer Wiese und lasse die Seele baumeln. Aber auch im Winter, wenn der See zugefroren ist, lohnt sich ein Spaziergang. Einmal liefen mehrere Leute sogar Schlittschuh auf dem See - und missachteten die Verbotsschilder. Und die armen Enten mussten sich eine winzige Ecke teilen, die nicht zugefroren war!
Übrigens, einen Zoo gibt es schon lange nicht mehr in Düsseldorf (nur noch den Aquazoo, und der liegt ganz woanders). Das sogenannte Zooviertel (oder auch Düsseltal) heißt nur noch so, weil dort bis 1945 der Zoo war. Besucher verwirrt das regelmäßig ...
Die Rethelstraße. "Meine" Einkaufsstraße direkt um die Ecke. Erst als ich schon länger hier wohnte und auch mal in einem Schreib- und Spielwarenladen auf der Rethelstraße arbeitete, erfuhr ich, dass diese Straße eine beliebte Adresse ist - durchaus auch bei den Besserverdienenden ... Ich mag sie vor allem, weil sie alles bietet, was ich brauche, um meine Besorgungen zu machen, ganz besonders, seit hier vor kurzem ein DM aufgemacht hat ;-)
Die Enten- und Gänseküken am Uniteich. Ihr denkt jetzt "Die hat sie doch nicht mehr alle"?. Vielleicht. Ein bisschen. Aber wenn ihr im Frühling die neuen Küken sehen würdet, würdet ihr auch dahinschmelzen. Die Küken watscheln gerne auch mal an der Unibibliothek vorbei, wo dann alle möglichen Leute stehen bleiben und sie fotografieren und angucken - da werden alle wieder zum Kind. Außerdem sind die Küken ein untrügliches Zeichen dafür, dass es bald Sommer wird.
Den "Schwan". Wo wir schon mal bei Geflügel sind ... Mein absolutes Stammcafé, zumeist dasjenige in der Altstadt am Burgplatz, mit Blick gen Rhein. Seit ich Vegetarierin bin, finde ich leider nicht mehr so viel zu essen auf der Karte, aber die hausgemachte Limonade und das warme Schokoküchlein sind immer noch unschlagbar lecker und für meine Freundin K. und mich ist es die Adresse für Mädelstreffen. Vor kurzem haben sie jetzt auch eine Filiale in der Nähe meines Viertels aufgemacht - jetzt wo ich bald wegziehe ... Tzes ...
Das "Sattgrün". Ein tolles vegan-vegetarisches Restaurant, in dem es regionale und saisonale Küche gibt, in Büffetform. Leider sind diese Art Restaurants in Düsseldorf noch recht rar gesät ... Dort gehe ich gerne mit meiner Freundin J. essen, die sich dort als Veganerin nicht dauernd Gedanken machen muss. Wenn ihr mal ins "Sattgrün" kommt, müsst ihr unbedingt den Crumble probieren, der ist einfach göttlich!
Das Japanviertel. Die große Besonderheit Düsseldorfs, denn hier lebt die größte japanische Gemeinde Deutschlands und diese prägt das Stadtbild ungemein. Nicht nur im Japanviertel, sondern auch im Nordpark mit dem japanischen Garten und mit dem Eko-Haus und dem buddhistischen Tempel und japanischen Kindergarten in Oberkassel. Im Japanviertel bin ich allerdings häufiger. Hier kaufe ich meine Sojasauce, Noriblätter oder Sushireis, wir gehen gerne im Okinii essen und bei Waraku oder Maruyasu kaufe ich meine Onigiri to go. Die beiden japanischen Bäckereien sind auch ganz toll, weil es hier Sachen gibt, die für den deutschen Gaumen eher befremdlich sind. In der Woche vor dem Japantag (der gewöhnlich im Mai oder Juni stattfindet) lohnt es sich, in den Supermärkten vorbei zu schauen, weil diese dann ihr Sortiment aufstocken.
Die 706. "Meine" Straßenbahn, mit der ich am häufigsten fahre. Sie bringt mich (teils) zur Uni und in die Altstadt. Sie ist die kurioseste Straßenbahn in Düsseldorf, weil sie seltsam im Rund fährt, so wie keine Bahn sonst. Wichtig ist in Düsseldorf übrigens, dass man zur Straßenbahn niemals "S-Bahn" sagt, denn das sind die Züge, die Düsseldorf mit anderen Städten verbinden.
Meinen Postboten.
Das klingt jetzt ein wenig seltsam und zweideutig ("Wenn der Postbote
zweimal klingelt", haha), aber mein Postbote ist so eine rheinische
Frohnatur, ein netter älterer Herr, der meinen Namen kennt, auch wenn
ich ihm auf der Straße begegne. Er kramt mir dann gerne auch mal meine
"Zeit" oder den "Spiegel" aus seinem Postwagen und er schleppte eine
ganze zeitlang kiloweise Bücher für mich durch die Gegend, als ich meine
Tauschticket-Phase hatte.
Neben meinem Postboten werde ich auch noch weitere Menschen "vermissen", mit denen ich hier regelmäßig zu tun habe. Beispielsweise diverse Ärzte (in Berlin neue zu finden, das wird mein Albtraum!) oder Supermarktkassiererinnen.
Neben meinem Postboten werde ich auch noch weitere Menschen "vermissen", mit denen ich hier regelmäßig zu tun habe. Beispielsweise diverse Ärzte (in Berlin neue zu finden, das wird mein Albtraum!) oder Supermarktkassiererinnen.
Den kürzeren Weg nach Mönchengladbach und Saarbrücken. Düsseldorf liegt wesentlich näher an M.s und meiner Heimatstadt als Berlin, das ist klar. Nach Mönchengladbach können wir mal eben rüberfahren und auch wenn Saarbrücken wiederum ein gutes Stück weiter ist, ist es noch näher als von Berlin aus. Der weitere Weg und der Einstieg ins Berufsleben bedeuten, dass wir (v.a. ich) unsere Familien noch seltener sehen werden, aber ich denke, das werden wir auch noch schaukeln.
Und natürlich werde ich auch meine Freundin J. vermissen, die uns aber hoffentlich mal in Berlin besuchen kommt!
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