Posts mit dem Label Berlin-Kreuzberg werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Berlin-Kreuzberg werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 4. Februar 2014

[Leben in Cafés] "Barcomi's Café & Kaffeerösterei" in Berlin-Kreuzberg

(c) Frau von Saltkrokan
Nachdem ich das "Barcomi's Deli" in Mitte schon einmal aufgesucht hatte, zog es mich - da ich sowieso im Bergmannkiez unterwegs war - zu "Barcomi's Café und Kaffeerösterei". Dieses ist wesentlich kleiner (vielleicht ein Drittel der Größe des "Deli") und sehr ... rosa ... Ist ja nicht gerade meine Farbe, aber was soll's.

Die Bergmannstraße ist eine sehr lebendige Straße und auch das "Barcomi's Café" war recht gut besucht, der hintere Bereich weniger als der vordere Teil.
Wenn man das Café betritt, kommt man zunächst an der Theke vorbei, ich ging in den hinteren Teil des Cafés, wo auf einer Fensterbank stapelweise Zeitschriften lagen, und machte es mir bequem (nachdem ich kurz auf der Toilette war). Und wartete. Und wartete. Schätzungsweise fünf bis zehn Minuten. Zugegeben: Ich war zunächst auf der Toilette und somit "aus den Augen, aus dem Sinn", aber dass ein Gast so lange warten muss bis seine Bestellung aufgenommen wird, ist ein Unding. Immerhin habe ich selbst mal gekellnert und habe seitdem so meine Ansprüche. 
Als die Kellnerin dann endlich kam und ich meinen Mokka bestellte, sagte sie "Das ist so ein kleiner, wie Espresso." ... Äh, ja, das weiß ich. Aber wieso werde ich darauf hingewiesen? Ist ein Mokka etwa "zu wenig"? Naja, der Mokka kam immerhin dann in einer angemessenen Zeit - gebracht wurde er von einem Kollegen, zusammen mit einem Glas Wasser. Dies ist in Piefkeland ja eine Seltenheit und immer wieder eine angenehme Überraschung.

(c) Frau von Saltkrokan

Bezahlt habe ich für den Mokka 2,40 € - ein stolzer Preis für so ein kleines Tässchen. Ein Espresso hätte mich genauso viel gekostet, weswegen ich mich u.a. auch für den Mokka entschied, denn einen Mokka bekommt man eher seltener. Denn ganz ehrlich? Ein Espresso für 2,40 €, das ist in meinen Augen unverschämt. Mehr als zwei Euro zahle ich nicht dafür.
Auch sonst ist das "Barcomi's" (egal ob Deli oder Café) nicht gerade günstig und die hohen Preise finde ich nicht wirklich gerechtfertigt, weil die Getränke (Kuchen und Co. habe ich nicht probiert, weil zum Großteil nicht vegan) nicht besonderer als anderswo. Für einen ersten Eindruck: Ein normaler Latte Macchiato kostet 3,20 €, ein Kakao mit Sahne 3,80 €.
Für Sojamilch muss man übrigens fünfzig Cent extra zahlen. Ganz nett sind auf der Homepage die Hinweise für Veganer, welche Speisen vegan sind, ebenso eine Auflistung von "Diätvorschriften". Das "Barcomi's" benutzt außerdem keine Gelatine. Das vegane Hummus Bagel Sandwich mit Hummus, Tomate, Gurke und Sprossen kostet 4,90 €, was ich durchaus heftig finde, Bio-Sprossen hin oder her. Natürlich weiß ich nicht, wie groß der Bagel ist, weil ich ihn nicht selbst bestellt habe, also ist dies alles unter Vorbehalt. 
Was ich sehr praktisch finde: Man kann sich einen Kuchen-Probierteller zusammenstellen, mit vier halben Stücken Kuchen, der dann 6,90 € kostet (Zum Vergleich: Ein Stück Kuchen kostet 3,30 €), was sich wohl vor allem für ganz Unentschlossene lohnt.

(c) Frau von Saltkrokan
Als ich bezahlen wollte, kam die Kellnerin zu mir, nannte mir den Betrag, ich hielt ihr einen zehn Euro-Schein hin und sie sah mich erwartungsvoll an. Sie wartete darauf, dass ich ihr den Betrag nannte, den ich zahlen wollte, aber ich reagierte nicht und ließ mir mein Wechselgeld geben. Ja, ich hätte Trinkgeld geben können, aber nein, ich wollte nicht. Wie gesagt, ich war selbst mal aushilfsmäßig Kellnerin und bin seitdem noch strenger, was das Trinkgeld angeht. Im "Barcomi's" war weder viel los, noch war die Mannschaft unterbesetzt, was diese lange Verzögerung am Anfang hätte rechtfertigen können. Denn trotz aller Strenge und allen Anspruchs bin ich auch umso großzügiger, wenn der Service stimmt. Was hier leider nicht der Fall war. 


Das "Barcomi's Café und Kaffeerösterei" ist genauso wie das "Barcomi's Deli" eher etwas für Touristen und/oder Menschen mit einem dickeren Geldbeutel. Die Preise sind zu hoch und wirklich gemütlich fand ich es im "Café" auch nicht (im Gegensatz zum "Deli"). Der Service war nicht sehr aufmerksam und auch nicht übermäßig freundlich (wenn auch in normalem Maße höflich). Wenn man unbedingt ein Café von Cynthia Barcomi besuchen möchte, würde ich zum "Deli" raten, aber auch hier muss ich ehrlich sagen: Berlin hat weit bessere Cafés zu bieten, die zudem günstiger und origineller sind.




"Barcomi's Café und Kaffeerösterei". Bergmannstr. 21. 10961 Berlin (Kreuzberg).
Mo.-Fr. 8-21 Uhr, Sa. & So. 9-21 Uhr.
ÖPNV: U7 Gneisenaustraße.

Donnerstag, 30. Januar 2014

[Leben in Cafés // 12 Monate - 12 Cafés] Das "freckles" in Berlin-Kreuzberg


(c) Frau von Saltkrokan

Marina von morgenrosa hat eine schöne Aktion gestartet: 12 Monate - 12 Cafés. Jeden Monat soll ein neues Café (also im Sinne, dass man selbst es noch nicht kennt) besucht und vorgestellt werden. Da ich noch einige Cafés in Berlin besuchen wollte, kam die Aktion sehr passend und ich meldete mich spontan an.


Das "freckles" liegt in der Nähe der Bergmannstraße in Kreuzberg, also in einer sehr lebendigen Gegend, in der ich zum ersten Mal unterwegs war und die mir auf Anhieb gefiel.
Das Café ist von außen etwas unscheinbar, der Name steht nur am Fenster, nicht riesengroß über der Tür. Man geht ein paar Stufen hinunter und steht dann in einem netten, einladenden Vorraum, in dem sich die Theke und ein hoher Tisch mit Barhockern befinden. Am Fenster sind außerdem auch noch ein paar Barhocker. Durch einen Gang kommt man in einen zweiten Raum, in dem mehrere Tische mit Bänken und Stühlen stehen - und ein Kaminofen.
Die Tische machen einen selbstgezimmerten Eindruck, die sind nicht ganz gerade, was ich sehr sympathisch fand. Die Einrichtung ist reduziert, aber dennoch nicht lieblos, ganz im Gegenteil. Ein bisschen spürt man schon die weiblichen Hände der beiden Besitzerinnen //Geschlechterklischee Ende.

(c) Frau von Saltkrokan

Eine der Besitzerinnen begrüßte mich sehr nett und erklärte mir, welche Torten zur Auswahl standen. Das war fies. Sowie das Wort "Oreo" über ihre Lippen kam, hatte sie mich - also fix noch einen Cappuccino dazu geordert und es ging in den hinteren Raum, eine Runde stricken. Insgesamt gab es drei verschiedene Torten und einen Kuchen zur Auswahl. Die Getränke umfassen die Klassiker, aber auch ein/zwei besondere Schmankerl. Die Auswahl ist nicht riesig, aber ausreichend - es muss ja auch nicht immer eine zweiseitige Getränkekarte sein ...  
Für das Stück Oreo-Torte und den Cappuccino habe ich 5,70 € bezahlt, 3,20 € für den Kuchen, 2,50 € für den Cappuccino. Das ist nicht billig, aber angemessen. Für vegane Kuchen und Torten gebe ich dann gerne auch mal etwas mehr aus, ganz besonders, weil ich die Cafés unterstützen möchte. Die Oreo-Torte war sehr lecker und vor allem nicht zu süß, was ich nicht so mag bei Sahnetorten. Der halbe Oreo-Keks, der der Deko diente, war leider ein bisschen weich geworden (Wegen der Sahne? Wegen der Lagerung in der Kühlvitrine?). Ein bisschen warten musste ich dann auch auf meine Bestellung, vor allem angesichts der Tatsache, dass mit mir nur zwei Gäste da waren.
Das "freckles" bietet neben Kuchen übrigens auch Panini oder Suppe an, also auch für den herzhaften Heißhunger ist gesorgt. Laut Facebook-Seite gibt es auch Frühstück (Was ich ein wenig irritierend finde, da das "freckles" ja erst um 12 Uhr öffnet).
Eine Kleinigkeit, die mir etwas negativ aufgefallen ist: Es war die ganze Zeit über sehr kalt im "freckles". Das mag daran liegen, dass das Café etwas unterhalb der Straße liegt oder an einer fehlenden Heizung. Für einen längeren Aufenthalt ist es jedenfalls etwas zu ungemütlich - schade.
Die Toilette im "freckles" ist übrigens sehr schmal - ein Grund mehr, nicht ganz so viel Torte zu essen wie man eigentlich möchte ... Hihi!


Das "freckles" ist ein nettes veganes Café, das liebevoll eingerichtet ist. Die Preise sind angemessen und die Auswahl ausreichend. Dennoch ist es leider nur ein "normales" Café ohne besonderes Konzept (so wie beispielsweise das Ohlàlà), so dass es (auch wegen des längeren Anfahrtsweges) sicher nicht meine erste Wahl in Sachen vegane Cafés wird.


"freckles". Nostitzstr. 33. 10965 Berlin (Kreuzberg).
Mo. - So. 12:07 - 19:01.
ÖPNV: U7 Mehringdamm.

Mittwoch, 27. November 2013

[Leben in Cafés] Das "no milk today" in Berlin-Kreuzberg

(c) Frau von Saltkrokan
Das "no milk today" verursachte, als ich über "Berlin vegan" auf es stieß, sofort einen Ohrwurm bei mir, genauso wie eine große Neugierde ob der großen "Milch"-Auswahl, denn im "no milk today" gibt es nicht nur Sojamilch, sondern auch Sojareis-, Reis-, Mandel-, Hafer-, Kokos-, Kokosreis-, Soja-Vanille- und Dinkelmilch!
Das Café liegt in der Hipster-Hochburg Kreuzberg und so sieht auch das Personal und Publikum im "no milk today" aus, sehr "hipsterish". An solchen Orten fühle ich mich immer irgendwie fehl am Platze, weil ich eben keine Hornbrille mit Fensterglas trage und meinen heißgeliebten Rucksack nicht gegen einen Jutebeutel eingetauscht habe. Aber zunächst ist ja erst mal wichtig, was man in einem Café serviert bekommt.
M. und ich entschieden uns beide für eine heiße Schokolade, er mit Reismilch, ich mit Mandelmilch. Dazu orderte ich noch eine Mini-Nussecke und einen Peanutbutter-Chocolate-Cup. Für alles zusammen zahlten wir 8,10 €. 

(c) Frau von Saltkrokan
Im "no milk today" wird ohne Weizen gebacken - an der Kuchentheke stand "Dinkel ist unser Weizen". Sonst ist Dinkelmehl weder mein noch M.s Fall, ich hatte es schon öfters damit versucht, aber ich werde nicht damit warm. Die Mini-Nussecke und das Stückchen Möhrenkuchen (?), das als Schmankerl bei der heißen Schokolade lag, waren aber lecker, besonders die Mini-Nussecke, weil sie sehr saftig war. Der Peanutbutter-Chocolate-Cup war auch lecker, nur leider sehr weich, so dass er sich nicht aus dem Papierförmchen lösen ließ und wir ihn rauslöffeln mussten. Die heiße Schokolade war an sich ganz lecker, aber leider etwas wässrig geraten und nicht heiß genug. Wirklich in Ruhe trinken war nicht drin, wollte man sie nicht kalt trinken. M.s Reismilch-Schokolade sah zudem nicht so schön aus, weil irgendetwas nicht so funktionierte wie es sollte.
Auf die Getränke und die süßen Häppchen mussten wir leider außerdem etwas warten, weil das Personal wohl noch nicht so eingespielt ist (das Café hat auch erst letzten Monat eröffnet) und es ein bisschen Chaos wegen der Reismilch gab. Die heiße Schokolade war bei M. dann auch etwas übergeschwappt und schwamm in der Untertasse.
Als ich bezahlte, musste ich dem jungen Mann an der Theke helfen, die heiße Schokolade auf der Karte zu finden und musste ihm auch die Preise der kleinen Häppchen nennen. Jeder hat mal angefangen, aber er wirkte doch sehr hilflos und überfordert!

Was im Gegensatz zum "Ohlàlà" allerdings absolut stimmte, war der Wohlfühlfaktor: Das Café ist sehr nett eingerichtet, ein bisschen Retro, und auch die Plätze im hinteren Raum wirkten sehr gemütlich. Man spürte, dass hier Liebe zum Detail gepflegt wird. Sogar die Toilette war nicht 0815-mäßig eingerichtet, sondern mit Buchseiten tapeziert!


Das "no milk today" ist ein nettes gemütliches Café, das allerdings in Sachen Service und Routine noch ordentlich zulegen muss. Die etwas weitere Extra-Anreise ist es mir leider (noch) nicht wert. Vielleicht gebe ich dem Café nach ein paar Monaten nochmal eine Chance.




"no milk today". Fichtestraße 3. 10967 Berlin (Kreuzberg). 
Mo. geschlossen, Di.-So. 10-21 Uhr. 
ÖPNV: U7 Südstern oder U8 Schönleinstraße.