Posts mit dem Label Leben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Leben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 16. Februar 2014

Wochenrückblick 10.2.-16.2.

(c) Frau von Saltkrokan
Kerzenschein am Arbeitsplatz. Der Hosenanzug passt noch! Apfelmus. Stricken, stricken, stricken. Vürstchen in der Kartoffelsuppe. Mit einer Freundin telefoniert und Hilfe von ihr bekommen. Ein nettes (Vorstellungs)Gespräch geführt. Das Strahlen von M.s Mama bei unserer Ankunft. Leckeres Essen im "Sattgrün". Den schönsten Valentinstag aller Zeiten mit M. und J. verbracht. Angeregte Gespräche. Die Düsseldorfer Altstadt. Der Anblick der Düsseldorfer Skyline. Mein Düsseldorfer Stammcafé "Schwan". Altbier. Stöbern bei "Jokers". Brötchen von der Bäckerei "Hinkel". Besuch von L. bekommen. Ein wunderschöner Abend bei M.s Oma. Avocado auf dem Brot <3 Nachhilfe in Sachen Mango-Aufschneiden. Atemberaubende Wolken(formationen). Ein "Mr. Tom" mit M. geteilt. Das Schlafzimmer umstrukturiert. Pizza und "The Big Bang Theory" zum Abschluss der Woche.

Dienstag, 4. Februar 2014

[Leben in Cafés] "Barcomi's Café & Kaffeerösterei" in Berlin-Kreuzberg

(c) Frau von Saltkrokan
Nachdem ich das "Barcomi's Deli" in Mitte schon einmal aufgesucht hatte, zog es mich - da ich sowieso im Bergmannkiez unterwegs war - zu "Barcomi's Café und Kaffeerösterei". Dieses ist wesentlich kleiner (vielleicht ein Drittel der Größe des "Deli") und sehr ... rosa ... Ist ja nicht gerade meine Farbe, aber was soll's.

Die Bergmannstraße ist eine sehr lebendige Straße und auch das "Barcomi's Café" war recht gut besucht, der hintere Bereich weniger als der vordere Teil.
Wenn man das Café betritt, kommt man zunächst an der Theke vorbei, ich ging in den hinteren Teil des Cafés, wo auf einer Fensterbank stapelweise Zeitschriften lagen, und machte es mir bequem (nachdem ich kurz auf der Toilette war). Und wartete. Und wartete. Schätzungsweise fünf bis zehn Minuten. Zugegeben: Ich war zunächst auf der Toilette und somit "aus den Augen, aus dem Sinn", aber dass ein Gast so lange warten muss bis seine Bestellung aufgenommen wird, ist ein Unding. Immerhin habe ich selbst mal gekellnert und habe seitdem so meine Ansprüche. 
Als die Kellnerin dann endlich kam und ich meinen Mokka bestellte, sagte sie "Das ist so ein kleiner, wie Espresso." ... Äh, ja, das weiß ich. Aber wieso werde ich darauf hingewiesen? Ist ein Mokka etwa "zu wenig"? Naja, der Mokka kam immerhin dann in einer angemessenen Zeit - gebracht wurde er von einem Kollegen, zusammen mit einem Glas Wasser. Dies ist in Piefkeland ja eine Seltenheit und immer wieder eine angenehme Überraschung.

(c) Frau von Saltkrokan

Bezahlt habe ich für den Mokka 2,40 € - ein stolzer Preis für so ein kleines Tässchen. Ein Espresso hätte mich genauso viel gekostet, weswegen ich mich u.a. auch für den Mokka entschied, denn einen Mokka bekommt man eher seltener. Denn ganz ehrlich? Ein Espresso für 2,40 €, das ist in meinen Augen unverschämt. Mehr als zwei Euro zahle ich nicht dafür.
Auch sonst ist das "Barcomi's" (egal ob Deli oder Café) nicht gerade günstig und die hohen Preise finde ich nicht wirklich gerechtfertigt, weil die Getränke (Kuchen und Co. habe ich nicht probiert, weil zum Großteil nicht vegan) nicht besonderer als anderswo. Für einen ersten Eindruck: Ein normaler Latte Macchiato kostet 3,20 €, ein Kakao mit Sahne 3,80 €.
Für Sojamilch muss man übrigens fünfzig Cent extra zahlen. Ganz nett sind auf der Homepage die Hinweise für Veganer, welche Speisen vegan sind, ebenso eine Auflistung von "Diätvorschriften". Das "Barcomi's" benutzt außerdem keine Gelatine. Das vegane Hummus Bagel Sandwich mit Hummus, Tomate, Gurke und Sprossen kostet 4,90 €, was ich durchaus heftig finde, Bio-Sprossen hin oder her. Natürlich weiß ich nicht, wie groß der Bagel ist, weil ich ihn nicht selbst bestellt habe, also ist dies alles unter Vorbehalt. 
Was ich sehr praktisch finde: Man kann sich einen Kuchen-Probierteller zusammenstellen, mit vier halben Stücken Kuchen, der dann 6,90 € kostet (Zum Vergleich: Ein Stück Kuchen kostet 3,30 €), was sich wohl vor allem für ganz Unentschlossene lohnt.

(c) Frau von Saltkrokan
Als ich bezahlen wollte, kam die Kellnerin zu mir, nannte mir den Betrag, ich hielt ihr einen zehn Euro-Schein hin und sie sah mich erwartungsvoll an. Sie wartete darauf, dass ich ihr den Betrag nannte, den ich zahlen wollte, aber ich reagierte nicht und ließ mir mein Wechselgeld geben. Ja, ich hätte Trinkgeld geben können, aber nein, ich wollte nicht. Wie gesagt, ich war selbst mal aushilfsmäßig Kellnerin und bin seitdem noch strenger, was das Trinkgeld angeht. Im "Barcomi's" war weder viel los, noch war die Mannschaft unterbesetzt, was diese lange Verzögerung am Anfang hätte rechtfertigen können. Denn trotz aller Strenge und allen Anspruchs bin ich auch umso großzügiger, wenn der Service stimmt. Was hier leider nicht der Fall war. 


Das "Barcomi's Café und Kaffeerösterei" ist genauso wie das "Barcomi's Deli" eher etwas für Touristen und/oder Menschen mit einem dickeren Geldbeutel. Die Preise sind zu hoch und wirklich gemütlich fand ich es im "Café" auch nicht (im Gegensatz zum "Deli"). Der Service war nicht sehr aufmerksam und auch nicht übermäßig freundlich (wenn auch in normalem Maße höflich). Wenn man unbedingt ein Café von Cynthia Barcomi besuchen möchte, würde ich zum "Deli" raten, aber auch hier muss ich ehrlich sagen: Berlin hat weit bessere Cafés zu bieten, die zudem günstiger und origineller sind.




"Barcomi's Café und Kaffeerösterei". Bergmannstr. 21. 10961 Berlin (Kreuzberg).
Mo.-Fr. 8-21 Uhr, Sa. & So. 9-21 Uhr.
ÖPNV: U7 Gneisenaustraße.

Donnerstag, 30. Januar 2014

[Leben in Cafés // 12 Monate - 12 Cafés] Das "freckles" in Berlin-Kreuzberg


(c) Frau von Saltkrokan

Marina von morgenrosa hat eine schöne Aktion gestartet: 12 Monate - 12 Cafés. Jeden Monat soll ein neues Café (also im Sinne, dass man selbst es noch nicht kennt) besucht und vorgestellt werden. Da ich noch einige Cafés in Berlin besuchen wollte, kam die Aktion sehr passend und ich meldete mich spontan an.


Das "freckles" liegt in der Nähe der Bergmannstraße in Kreuzberg, also in einer sehr lebendigen Gegend, in der ich zum ersten Mal unterwegs war und die mir auf Anhieb gefiel.
Das Café ist von außen etwas unscheinbar, der Name steht nur am Fenster, nicht riesengroß über der Tür. Man geht ein paar Stufen hinunter und steht dann in einem netten, einladenden Vorraum, in dem sich die Theke und ein hoher Tisch mit Barhockern befinden. Am Fenster sind außerdem auch noch ein paar Barhocker. Durch einen Gang kommt man in einen zweiten Raum, in dem mehrere Tische mit Bänken und Stühlen stehen - und ein Kaminofen.
Die Tische machen einen selbstgezimmerten Eindruck, die sind nicht ganz gerade, was ich sehr sympathisch fand. Die Einrichtung ist reduziert, aber dennoch nicht lieblos, ganz im Gegenteil. Ein bisschen spürt man schon die weiblichen Hände der beiden Besitzerinnen //Geschlechterklischee Ende.

(c) Frau von Saltkrokan

Eine der Besitzerinnen begrüßte mich sehr nett und erklärte mir, welche Torten zur Auswahl standen. Das war fies. Sowie das Wort "Oreo" über ihre Lippen kam, hatte sie mich - also fix noch einen Cappuccino dazu geordert und es ging in den hinteren Raum, eine Runde stricken. Insgesamt gab es drei verschiedene Torten und einen Kuchen zur Auswahl. Die Getränke umfassen die Klassiker, aber auch ein/zwei besondere Schmankerl. Die Auswahl ist nicht riesig, aber ausreichend - es muss ja auch nicht immer eine zweiseitige Getränkekarte sein ...  
Für das Stück Oreo-Torte und den Cappuccino habe ich 5,70 € bezahlt, 3,20 € für den Kuchen, 2,50 € für den Cappuccino. Das ist nicht billig, aber angemessen. Für vegane Kuchen und Torten gebe ich dann gerne auch mal etwas mehr aus, ganz besonders, weil ich die Cafés unterstützen möchte. Die Oreo-Torte war sehr lecker und vor allem nicht zu süß, was ich nicht so mag bei Sahnetorten. Der halbe Oreo-Keks, der der Deko diente, war leider ein bisschen weich geworden (Wegen der Sahne? Wegen der Lagerung in der Kühlvitrine?). Ein bisschen warten musste ich dann auch auf meine Bestellung, vor allem angesichts der Tatsache, dass mit mir nur zwei Gäste da waren.
Das "freckles" bietet neben Kuchen übrigens auch Panini oder Suppe an, also auch für den herzhaften Heißhunger ist gesorgt. Laut Facebook-Seite gibt es auch Frühstück (Was ich ein wenig irritierend finde, da das "freckles" ja erst um 12 Uhr öffnet).
Eine Kleinigkeit, die mir etwas negativ aufgefallen ist: Es war die ganze Zeit über sehr kalt im "freckles". Das mag daran liegen, dass das Café etwas unterhalb der Straße liegt oder an einer fehlenden Heizung. Für einen längeren Aufenthalt ist es jedenfalls etwas zu ungemütlich - schade.
Die Toilette im "freckles" ist übrigens sehr schmal - ein Grund mehr, nicht ganz so viel Torte zu essen wie man eigentlich möchte ... Hihi!


Das "freckles" ist ein nettes veganes Café, das liebevoll eingerichtet ist. Die Preise sind angemessen und die Auswahl ausreichend. Dennoch ist es leider nur ein "normales" Café ohne besonderes Konzept (so wie beispielsweise das Ohlàlà), so dass es (auch wegen des längeren Anfahrtsweges) sicher nicht meine erste Wahl in Sachen vegane Cafés wird.


"freckles". Nostitzstr. 33. 10965 Berlin (Kreuzberg).
Mo. - So. 12:07 - 19:01.
ÖPNV: U7 Mehringdamm.

Samstag, 4. Januar 2014

Dies ist ein Protestsong*

"Dies ist deine letzte Chance. Danach gibt es kein Zurück. Schluckst du die blaue Kapsel, ist alles aus, du wachst in deinem Bett auf und glaubst an das, was du glauben willst. Schluckst du die rote Kapsel, bleibst du im Wunderland und ich führe dich in die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus."
- Morpheus


Dies ist ein Auskotz-Post. Weil Menschen, die sich dafür entscheiden, vegan zu leben (Ich drücke es absichtlich so umständlich aus, weil ich mich noch lange nicht als "Veganerin" sehe), nicht immer überzeugt sind von dem, was sie machen. Oder besser gesagt: Weil diese Menschen auch mal genervt sind, weil sie es auch gerne mal leicht haben würden. Oder um es mit einer Anekdote zu erklären: J. erzählte, dass eine Kommilitonin sie fragte, ob sie aus "Modegründen" Veganerin sei. J. war ganz entsetzt und meinte zu uns: "Wer ist denn so verrückt und tut sich das aus 'Modegründen' an?!".

Es mag ja Veganer geben, die das alles total supi finden und so von sich und ihrem Standpunkt überzeugt sind, dass es sie so gar nicht kümmert, dass sie eigentlich Außerirdische sind, in dieser großen weiten karnistischen Welt. Ich denke, diese Spezies ist eine Seltenheit, wenn überhaupt vorhanden. Denn: Man eckt nun einmal an, wenn man nicht die Meinung vertritt, die in der Allgemeinheit vorherrscht. Aber es ist eine Illusion, dass Menschen, die anecken, überall und zu jeder Zeit gerne anecken. Wenn ihr mich fragt, ist das absoluter Quatsch. Die wundervolle Utopie einer veganen Welt ist natürlich unser aller Traum, aber bis es soweit ist, werden noch Jahrzehnte oder Jahrhunderte ins Land ziehen, vielleicht wird dieser Traum auch nie wahr werden. Und deswegen sehnen auch wir uns manchmal danach, dass alles "einfach" ist, dass wir kaufen und essen können was wir wollen, dass wir uns nicht ständig mit Gedanken an mutterlose Kälbchen, überzüchtete Puten mit absurd großen Brüsten, vergaste Hühnerküken oder bei lebendigem Leibe gebrühte Schweine quälen. Dass wir einfach auch mal die Augen verschließen können - so wie der Großteil der Menschheit. Dass wir mal wieder mit Genuss in Mutterns Gänsebraten reinhauen können. Dass wir nicht diejenigen sind, die komisch angeguckt werden und sich rechtfertigen müssen. Nicht diejenigen sind, die automatisch Diskussionen am Tisch auslösen, während wir doch nur da sitzen und gar nichts gesagt haben.
Aber wir haben die rote Pille geschluckt und wir können nicht mehr zurück und nun wollen wir einfach akzeptiert werden, wir mit unseren Prinzipien und unserer Einstellung, eben das ganze Paket. Für uns ist es nicht leicht, aber wir gehen den für uns richtigen Weg.
Wieso ist es so schwierig für viele Menschen, mit Vegetariern und Veganern umzugehen? Wieso überfordert es sie völlig, sich auf dieses Neue einzustellen und umzudenken? Wieso denken sie immer gleich, dass wir alle sie missionieren wollen? Wieso höre ich so oft Rechtfertigungen wie "Ich esse kaum noch Fleisch" (kommt gerne, wenn ich erzähle, dass ich Vegetarierin bin) oder auch Aussprüche wie "Mir wäre das zu extrem!" - eine sehr klassische Reaktion auf das Wort "vegan". Verdammt, wir wollen doch einfach nur nett irgendwo sitzen und essen!

Das alles soll nicht heißen, dass ich bemitleidet werden möchte, immerhin habe ich den Schritt zum Vegetarischen und nun auch zum Veganen hin vollkommen freiwillig getan, aber wieso werde ich nun als eine Aussätzige behandelt? Ein Mensch, der eine Nussallergie hat, wird akzeptiert. Ebenso jemand mit Laktoseintoleranz. Auch ein Jude oder ein Moslem, die kein Schweinefleisch essen, stellen für die meisten Menschen kein Problem dar. Aber allein weil ich eine bewusste Entscheidung getroffen und mein Leben geändert habe, werde ich mit anderen - erschrockenen, skeptischen, feindseligen - Blicken betrachtet. Das ist anstrengend und frustrierend und bewirkt am Ende auf beiden Seiten nur eins: Ein Ende der Kommunikation, ein Umschleichen des Themas, das unausgesprochen im Raum steht.





Samstag, 23. November 2013

[Gedanken] Von einer Veganerin im Herzen, die noch Lederschuhe trägt. Oder: Wie ich flexigan wurde.

(c) Frau von Saltkrokan
Ihr erinnert euch vielleicht an meinen Beitrag vor ein paar Wochen, in dem ich verkündete, dass ich meinen körperlichen Bedürfnissen und Gelüsten mehr nachgeben möchte, sprich: Wenn ich Lust auf Quark habe, dann esse ich Quark. Diesen Beitrag könnte ich genauso gut löschen oder zumindest wird er im Nachhinein ungültig.

In den vergangenen Wochen habe ich mich wieder einmal eingehender mit veganer Ernährung und Lebensweise auseinandergesetzt und spätestens als J. (die ja vegan ist) zu Besuch war und ich dadurch vegan gegessen habe, war es soweit: Ich machte mich auf den Weg zu einem veganen Leben. Als ich dann "Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen" von Melanie Joy in der U-Bahn weiterlas (Ich hatte es nach dem Kapitel über Schweine wieder für eine gewisse Zeit weglegen müssen, weil es mich sehr mitgenommen und daran erinnert hatte, dass ich nicht konsequent genug war), kam ich nach Hause, begrüßte M. und verkündete ihm, dass er nun mit einer Fast-Veganerin zusammenlebt. Am Abend sah ich mir dann zum ersten Mal "Earthlings" an, den viele Veganer als Mit-Grund dafür angeben, weshalb sie vegan wurden. Obwohl ich all das wusste, was dort gezeigt wurde, obwohl es nichts Neues war, verstörte der Film mich. In geballten Bildern, aneinandergereiht dieses Grauen zu sehen, hat mich verändert. Bisher hatte ich immer nur einzelne kurze Videoaufnahmen gesehen, aber nicht anderthalb Stunden lang. Und da wurde mir bewusst: So wie viele Menschen, die (noch) Fleisch essen, habe auch ich die Augen verschlossen, habe mir Dinge zwar nicht schön geredet, sie aber verdrängt. Ich habe mir eingeredet, dass ich nie im Leben auf Käse verzichten könne, habe dabei aber übersehen, dass es mir ohne ihn vielleicht sogar besser geht, aus Gewissensgründen ebenso wie physisch.

Aber wieso nur fast? Wieso nicht konsequent? Weil der Übergang zu vegan ein schleichenderer Prozess ist als der zu vegetarisch, denn aus meinem "alten Leben" habe ich noch Lederschuhe und Wollschals, Medikamente, das ein oder andere unvegane Kosmetikprodukt und diese Woche habe ich beim Inder auch noch Panir gegessen. Weil ich ein Mensch bin, der sich manchmal auch zu viele Gedanken macht und an diesen Gedanken zugrunde gehen kann, und weil ich einen hohen Perfektionismusanspruch an mich selbst habe, will ich mich nicht zu sehr unter Druck setzen. Und ganz ehrlich? Wenn ich jemanden finden würde, der Hühner so artgerecht es denn geht, hält, würde ich auch weiter Eier essen (Meine Cousine hält mit ihrem Freund zusammen beispielsweise ein paar Hühner auf einem Stückchen Land, wo diese frei herumlaufen können). Denn im Gegensatz zum Fleischessen stört mich an der Milch- und Eierwirtschaft wirklich nur die Haltung. Esse ich Fleisch, wird ein Tier dafür geschlachtet, ganz gleich, ob es vorher "glücklich" oder in Massentierhaltung gelebt hat, zuammen mit allen anderen Tieren. Und die Art und Weise, wie Tiere geschlachtet werden, ist nicht schön - jedem, den das interessiert, sei Melanie Joys Buch oder auch "Tiere essen" von Jonathan Safran Foer ans Herz gelegt.
Dann gibt es auch noch meine Freunde und Familie, die damit zurecht kommen müssen, dass ich nun noch mehr "anders" bin als vorher sowieso schon. M. steht bei meiner Entscheidung vollkommen hinter mir und auch meine Mutter meinte, dass das Wichtigste ist, dass ich mich wohl fühle und es mir gut geht. Doch selbst J. sagt manchmal, dass es als Vegetarierin so viel einfacher war, wenn es um Gesellschaft geht - aber gleichzeitig sagt sie, dass sie nicht mehr zurück kann. Bei mir ist das alles noch nicht so stark, aber ich spüre auch, dass ich mit dem Vegetarischsein alleine auch nicht mehr glücklich bin, es genügt mir nicht mehr. Darum möchte ich zunächst "flexigan" leben, schauen, was alles geht, wo ich an meine Grenzen stoße und ob ich vielleicht ganz automatisch nach und nach komplett vegan werde. "Flexigan" auch, weil ich mich nicht erdreisten würde, mich "vegan" zu nennen so lange ich noch Lederschuhe trage, es steht mir nicht zu, mich in die Reihe derer zu stellen, die wirklich konsequent sind. Das tun ohnehin schon viel zu viele ...
Und vielleicht werde ich doch eines Tages komplett vegan und lache über meine Zweifel, die ich jetzt noch an mir und meiner Konsequenzfähigkeit habe.

Dienstag, 19. November 2013

[Leben in Cafés] Das "Ohlàlà" in Berlin-Friedrichshain

(c) Frau von Saltkrokan
Über "Berlin vegan" bin ich auf das "Ohlàlà" in Friedrichshain gestoßen. Sowieso: In Friedrichshain und Kreuzberg gibt es gefühlt an jeder Ecke ein veganes/vegetarisches Café oder Restaurant - ein wahres Paradies! 
Das "Ohlàlà" liegt in der Mainzer Straße, einer Nebenstraße der Frankfurter Allee. Die Gegend wirkt ein bisschen abgewrackt und im ersten Moment erwartet man vielleicht kein veganes Café hier. Von außen ist es auch etwas unscheinbar, so dass ich erst einmal daran vorbeigelaufen bin. Innen ist es ganz nett, mit einer Theke, an der man seine Bestellung aufgibt, und ein paar Tischen. Leider sind die Stühle aus Metall (siehe Bild) und ich fand sie sehr unbequem und wenig dafür geeignet, länger hier sitzen zu bleiben. Und auch wenn es auf die Getränke und das Essen ankommt, sind es solche Dinge, die ein Café zum Lieblingscafé machen. Aber dafür stimmte die Hintergrundmusik: Depeche Mode und Guns 'N Roses!
Die Dame an der Theke (die alleine im Laden war, vielleicht also die Besitzerin persönlich?) war freundlich, wenn auch nicht sehr überschwänglich, ihr französischer Akzent hinreißend. Ich entschied mich für eine Tasse Café au lait und ein Stück "Vanilla Maronen"-Kuchen. Beides wurde mir an den Tisch gebracht, zahlen konnte ich dann am Schluss wieder an der Theke. 

(c) Frau von Saltkrokan
Bezahlt habe ich für die Tasse Café au lait und das Stück Kuchen 5,40 €, der Café au lait ist hierbei mit 2,40 € mehr als bezahlbar gewesen, der Kuchen mit 3 € natürlich etwas teurer, aber auch hier hat es sich gelohnt. Der Boden war etwas fest, aber dennoch gut, und die Creme nicht zu süß. Sehr positiv war auch, dass der Café au lait stilecht in einer henkellosen Schale serviert wurde - eben so, wie er in Frankreich getrunken wird. Nur etwas heißer hätte er sein können, da man so eine große Schale nun mal nicht sehr schnell trinkt und der Kaffee auf halbem Wege kalt wird.
Möchte man seinen Kaffee oder seinen Kakao mit etwas anderem als Sojamilch, muss man fünfzig Cent draufzahlen und kann zwischen Reismilch, Mandelmilch etc. wählen. 

An einem anderen Tisch hatte eine Frau einen Crêpe, der sehr lecker aussah, ebenso wie die Quiches, die ein Paar am Nachbartisch bestellte. Was beides kostete, kann ich nicht sagen, ich glaube, die Crêpes liegen bei ca. 3 €.
Ein anderer Gast neben mir bekam seinen Espresso übrigens mit einem Glas Wasser, ebenfalls leider wie die Café au lait-Schalen eine Seltenheit in deutschen Landen ...

Samstags wird im "Ohlàlà" ein veganer Brunch angeboten, für knapp 10 € (exklusive Getränke) kann man hier schlemmen und wenn man sich die Bilder ansieht, lohnt es sich absolut. Das wird garantiert auch demnächst ausprobiert!

Das "Ohlàlà" ist ein nettes Café, das allerdings ein bisschen gemütlicher und einladender sein könnte. Durch den französischen Anstrich und die kleinen Details wie die stilechte Café au lait-Schale zeigt es aber sein Potential und füllt auf jeden Fall eine Lücke in Sachen vegane Cafés in Berlin.



 "Ohlàlà. Tartes Shop". Mainzer Straße 18. 10247 Berlin (Friedrichshain). 
Mo. geschlossen, Di.-Fr. 12 - 19 Uhr, Sa 11 - 18 Uhr, So 14 - 19 Uhr
ÖPNV: U5 Samariterstraße

Montag, 18. November 2013

[Gedanken] "Cut out the crap" oder: Muss ich jetzt meine Beziehung beenden, PETA?

"Cut out the crap", ein beliebter Slogan der veganen Szene. Das "etari" aus "veg(etari)an" herausschneiden und die wohl aus PETAs Sicht einzige konsequente und tolerierbare Lebensweise annehmen: Die vegane. Vor ein paar Wochen postete PETA Deutschland diesen Slogan in Form eines Bildes auf ihrer Facebook-Seite. Eine Userin kommentierte "Ist man jetzt nicht mal mehr als Vegetarier bei euch willkommen?" - und ich klickte auf "gefällt mir".
Spätestens seit J.s Besuch am Wochenende trage ich mich wieder mit dem Gedanken schwanger, vegan zu werden. Doch ich weiß auch: Das kann ich nicht von heute auf morgen, vielleicht auch nie, vor allem nicht in aller Konsequenz. Ich trage Lederschuhe, die ich auch noch weiter tragen und nicht wegwerfen würde, und Wollschals, die ich ebenfalls trage und über alles liebe, weil Muttern sie mir gestrickt hat. Ich muss Medikamente nehmen, die vielleicht nicht vegan sind (und leider vielleicht auch an Tieren getestet wurden, was mir eh schon zuwider ist). Und ich lebe mit einem flexitarischen Omnivoren zusammen, der wirklich nicht vollständig ohne Fleisch kann, weil er dann schlapp und antriebslos ist; ich habe das schon öfters erlebt. Soll ich nun meine Beziehung beenden, PETA?
Statt auf denjenigen herumzuhacken, die nicht ganz konsequent sein können oder wollen, sollte sich eine Organisation wie PETA lieber dafür einsetzen, dass alle ihr Möglichstes tun. da ist mir der VeBu auch wesentlich sympathischer, der sich u.a. auch für einen gemäßigten Fleischkonsum einsetzt statt von allen eine vegetarische Lebensweise einfordert. 
M. würde mich unterstützen, auch wenn ich den "Mist" herausschneiden und vegan werden würde. Obwohl er Fleisch isst, sieht er den massiven Fleischkonsum des Großteils der Bevölkerung sehr kritisch und in manchen Ansichten ist er durchaus mehr Vegetarier als das zunächst den Anschein hat. Und so wie er mich akzeptiert, muss ich ihn auch akzeptieren, das hat er nur verdient - immerhin hat er es sogar versucht, das mit dem Vegetarischsein. Er verurteilt mich nicht, er würde es im Gegenteil seltsam finden, wenn ich plötzlich wieder Fleisch auf meinen Speiseplan setzte. Vielleicht, weil er mich als Vegetarierin kennen gelernt hat, aber ganz sicher auch, weil er es schätzt, wenn Menschen Überzeugungen und Standpunkte haben und diese vertreten.
Diskussionen führen wir allerdings darüber, wie das Ganze dann aussieht, wenn wir mal Nachwuchs bekommen. Ich würde meine Kinder ja sogar gerne vegan ernähren, bei dem ganzen Negativen, dass ich über tierliche Nahrungsmittel in diesem Zusammenhang gelesen habe. Seine Argumente für eine flexitarische Erziehung nehme ich aber auch ernst und so sehe ich es inzwischen so: Unsere Kinder werden durch uns alles kennen lernen, alle Möglichkeiten. Ohne Etikett und Schublade. Wir werden sie aufklären und ihnen Werte vermitteln, aber was sie essen, müssen sie irgendwann auch selbst entscheiden können und dürfen. Und sie werden wohl flexitarisch mit veganen Einflüssen aufwachsen. Wenn sie denn Fleisch mögen und essen wollen. Was ich irgendwie in einem kleinen Eckchen meines Selbst dann doch nicht hoffe, da bin ich ehrlich ...

Dienstag, 24. September 2013

[Gedanken] Ich, das Heidenkind. Oder: Die Baumkronen sind meine Kathedralen.

(c) Frau nach Saltkrokan

An anderer Stelle habe ich ja vor kurzem schon angedeutet, dass sich mein Glaube nicht im christlichen Rahmen bewegt. Ich habe lange - auch schon vor meinem Kirchenaustritt - überlegt, ob ich überhaupt etwas zu meinem Glauben schreiben soll. Zunächst, weil es doch ein sehr intimes Thema ist und zudem, weil mein Glaube ein seltsames Ding ist, ein verstückeltes Sammelsurium, das in keine Schublade passt und dass man nicht mit einem schicken Ismus belegen kann.

Ich habe schon früh gemerkt, dass der christliche Glaube für mich nicht das ist, das mich erfüllt. Als Teenager habe ich mich deswegen auf die Suche nach einem Glauben für mich gemacht, denn so ganz ohne etwas, an das ich glauben kann, das ging dann auch nicht. Eine gewisse Zeit lang habe ich eine Heimat im Buddhismus gefunden und auch heute noch finde ich diese Religion (die ich eher als Lebensweise empfinde) in manchen Aspekten ansprechend; so glaube ich zum Beispiel an Wiedergeburt und ein wenig auch an Karma, wenn auch nicht so streng und konsequent.
Dann habe ich mit der Zeit immer mehr zu so einer Art Naturglauben gefunden, einer Art Pantheimus, nur ohne den "théos". Das war das, was mich immer stocken ließ, wenn ich behauptete, ich sei Pantheistin. Das Ding mit der Natur, das war etwas, was ich gut fand und das mich erfüllte, wenn ich es mir vorstellte, aber ich konnte immer noch nicht an einen Gott glauben. Daher ging ich dazu über, von "etwas Göttlichem" zu sprechen, an das ich glaube. An was genau ich glaubte, konnte ich beschreiben, aber eben nicht mit einem tollen, prägnanten Wort. Letztes Jahr fand ich dann Zugang zum Neuheidentum, mit dem ich viele Dinge teile, aber eben auch hier nicht der wirkliche Glaube an Götter/einen Gott/eine Göttin. Wobei ich an die Natur als Göttliches glaube und man dies wohl am ehesten mit dem Glauben an die Muttergöttin gleichsetzen kann. Das Leben mit der Natur und mit dem Jahreskreis mag ich besonders, eine tiefe Verbundenheit mit der Natur, die man verehrt und zelebriert. Wenn ich in der Natur unterwegs bin, und sei es "nur" in einem Park, spüre ich, dass es mir besser geht, dass ich zur Ruhe komme und in mich gehe. Deswegen brauche ich auch regelmäßig den Kontakt zur Natur, sonst würde ich auf Dauer eingehen wie ein Blümchen ... Die Spaziergänge in der Natur entsprechen wohl dem Kirchgang eines Christen und die Baumkronen sind dabei meine Kathedralen - nicht weniger beeindruckend und genauso erstaunlich. In der Natur steckt so vieles, das wir uns nicht erklären können, etwas, das jenseits von naturwissenschaftlicher Logik funktioniert - und genau das ist das "Göttliche", an das ich glaube.
Ich bete nicht zu diesem Göttlichen und spreche ihm keine Allmacht zu, aber insofern eine Macht, als dass ich auf sie angewiesen bin und sie mich durchdringt. Jedoch habe ich in den letzten zwei Monaten, als es mir gesundheitlich sehr schlecht ging, auch gebetet - zum vielleicht ersten Mal seit meiner Kindheit - und habe Trost in dem Gedanken gefunden, dass mir jemand zuhört und mir meine Gesundheit wieder gibt.

Künftig möchte ich diesen Glauben mehr leben, eventuell auch Gleichgesinnte suchen und mich weiter informieren. Mich schreckt nur manchmal das Schubladendenken, in das ich nicht so recht passen will, weil ich mit meinem Glauben vielleicht nicht so weit gehe wie manch andere. Aber für mich persönlich wünsche ich mir ein Leben mit diesem Glauben und das Leben im Jahreskreis und den Festen - fernab der christlichen Feiertage, die ich zwar sicherlich auch noch feiern werde, die aber schon lange keinen religiösen Wert mehr für mich haben.

Dienstag, 17. September 2013

[Immer schon mal] Aus der Kirche austreten.

But I'm not a slave to a god that doesn't exist [...]
- Marilyn Manson, "The Fight Song"

Die Kirche und ich, das ist ein schwieriges Kapitel. In meiner Familie geht es nicht sehr religiös zu, obwohl man traditionell getauft wird, zur Kommunion und zur Firmung geht, kirchlich heiratet und auch auf einem katholischen Friedhof beigesetzt wird. Auch ich bin katholisch getauft und noch mit Vergnügen zur Kommunion gegangen. Zur Firmung wollte ich schon nicht mehr, aber meine Mutter hatte damals die stille Hoffnung, dass ich dadurch mal ein bisschen unter Gleichaltrige komme. Schon seit ich vierzehn Jahre alt bin, habe ich mit dem Gedanken gespielt, aus der Kirche auszutreten. Die Kirche und ich, das ist keine Liebe, das ist nicht einmal eine Zweckgemeinschaft, und angesichts der Kirchensteuern, die ich irgendwann zahlen müsste, war es nur eine Frage der Zeit bis ich meinen Gedanken Taten folgen lasse. 
Die Kirche mag auch manchmal Gutes tun, aber für mich persönlich tut sie nichts, und dann will ich sie auch nicht unterstützen, besonders nicht mit meinem Geld. Da gibt es andere Organisationen und Menschen, die ich unterstützen möchte und werde, auf vollkommen freiwilliger Basis ...
Bereits in meiner Jugend habe ich mich mit Religion beschäftigt. Ich habe die Bibel zu großen Teilen und viel über die anderen Religionen gelesen, es macht mir auch großen Spaß, über Religion zu diskutieren - ganz besonders, wenn ich Halbwissen entlarve ... Aber das Dogmatische der katholischen Kirche, das fand ich irgendwann nur noch schrecklich. Die starre Hierarchie und die rückständigen Ansichten des Papstes, der vorgibt, was seine Schäfchen glauben und tun sollen, wenn sie nicht in der Hölle landen wollen - und das noch im einundzwanzigsten Jahrhundert! Zu einem gewissen Zeitpunkt in meinem Leben wollte ich sogar zum Protestantismus konvertieren - aus Protest (wie passend, eigentlich ...). Selbst mein Glaube an den einen Gott ging irgendwann flöten, wenn ich denn wirklich jemals an ihn geglaubt habe. An was ich denn glaube (denn Atheistin bin ich ganz und gar nicht), dazu an anderer Stelle mal mehr ...

Letzte Woche war es dann soweit: Nach elf Jahren des Untätigseins und des Zauderns bin ich aus der katholischen Kirche ausgetreten. Das Lächerlichste daran war, dass es mit Religion überhaupt nichts zu tun hatte. Der gesamte Akt fand beim Amtsgericht statt, wo ich nur angeben musste, aus welcher Kirche ich austreten möchte, welchen Familienstand ich habe und zum Abschluss ein Formular unterschreiben musste. Dann bekam ich die Bescheinigung meines Austritts zweimal ausgedruckt - einmal für mich, einmal für das Finanzamt, damit mein Austritt auf der Lohnsteuerkarte verzeichnet wird - und dann durfte ich konfessionsfrei wieder von dannen ziehen. Und da soll mir noch einmal jemand etwas von Trennung von Staat und Kirche in Deutschland erzählen ...
Übrigens: Der Kirchenaustritt kostet in den meisten Bundesländern Geld, weswegen ich, als feststand, dass wir nach Berlin ziehen würden, gewartet hatte - in Berlin ist es (noch) kostenlos. Aber auch das soll sich irgendwann einmal ändern, wenn es nach den Politikern geht.

Wer sich zum Kirchenaustritt informieren möchte, dem kann ich nur die gleichnamige Website empfehlen.

Sonntag, 15. September 2013

Wochenrückblick 9.9.-15.9.

(c) Frau von Saltkrokan
Meinen neuen Hausarzt kennen gelernt. Gelacht. Eine Zeitung probeabonniert. Mit einer Freundin "von früher" gechattet. Ein Abo bei der BVG abgeschlossen. Berlinerin geworden. Bei der Stadtbücherei angemeldet. Mit Muttern telefoniert. Aus der Kirche ausgetreten (endlich, nach elf Jahren des Nachdenkens!). Bei Denn's eingekauft und die aktuelle "Schrot & Korn" mitgenommen. Kuchen gebacken und fast verhunzt. Einen Schal für M. angeschlagen. Heißhunger auf Pellkartoffeln gehabt. Einen Umschlag von Lovefilm aus dem Briefkasten gefischt. Spazieren gegangen und durchgeatmet. Fotografiert. Über Vegansein nachgedacht. Mit M. Kakao getrunken und Kuchen gegessen. Gelesen. U-Bahn gefahren. "Meine" Bücherei gefunden und enttäuscht festgestellt, dass sie bald für längere Zeit aufgrund von Baumaßnahmen schließt ... Kürbissuppe gekocht. Baguette in die Suppe gestippt. Den Rest Kürbissuppe eingefroren. Das Haushaltsbuch bestückt. Tee getrunken. "Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer" zu Ende gelesen. Einen faulen Sonntag gehabt.

Freitag, 13. September 2013

[Gedanken] Mein Weg zu einer neuen Ernährungsweise.

Im letzten Sommer befand ich mich auf dem Weg in den Veganismus. Ob ich wirklich mit Herzblut und ohne Kompromisse Veganerin geworden wäre, wage ich zu bezweifeln, allerdings verzichtete ich weitestgehend auf Joghurt und Milch und griff auf die pflanzlichen Alternativen zurück. Als ich M. kennen lernte, änderte sich das wieder ein wenig und in diesem Sommer kam es dann ganz dicke: Aus gesundheitlichen Gründen habe ich wieder Fisch gegessen, um ein paar der Nährstoffe, die ich sonst nicht kriegen würde, zu bekommen. Für viele überzeugte Veganer und Vegetarier mag das eine dumme Ausrede sein, aber ich möchte mich da gar nicht herausreden, so ist es nun mal. Ich bin nicht stolz darauf, weil ich es eigentlich "besser" weiß, aber ich habe jetzt auch gelernt, dass man manchmal nicht anders kann als Überzeugungen über Bord zu werfen - so enttäuscht man selbst dann auch von sich selbst ist. Wenn es einem nicht gut geht, dann hat man meistens nichts anderes zu tun als für sich selbst zu sorgen und für sich selbst einzutreten, ganz egoistisch. 
Fisch habe ich allerdings auch nur zuhause gegessen, wenn ich genau wusste, dass er zertifiziert ist, und nun, da es mir wieder besser geht, wird der Fisch auch wieder von der Speisekarte gestrichen. Aber eines hat mich dieses Erlebnis gelehrt: Manchmal muss man auf seinen Körper hören, wenn man urplötzlich Gelüste auf etwas bekommt, das man sonst nicht oder selten isst. Dann sind das nicht nur bloße Gelüste (so wie beispielsweise jene auf Schokolade), sondern Appelle des Körpers, dass er etwas braucht, das er nicht bekommt.

Inzwischen merke ich auch, dass ich mich immer mehr zu einer ursprünglicheren Ernährungsweise hingezogen fühle, die nichts zu tun hat mit vegetarischen/veganen Ersatzprodukten und die einfach "naturvegetarisch" bzw. "-vegan" ist. Pflanzliche Nahrung bekommt mir immer noch am besten, allerdings habe ich auch oft genug ein großes Bedürfnis nach Quark oder Joghurt und diesem Verlangen möchte ich in Zukunft mehr nachgeben.
Als wir diese Woche in einem asiatischen Supermarkt waren und ich nach meinen liebsten Instantnudeln gesucht hatte, las ich E-Nummer über E-Nummer und es war mir zuwider. Wieso immer dieses künstliche? Wieso wissen die Menschen schlichte Pellkartoffeln mit Quark nicht mehr zu schätzen? Und wieso müssen sie im November Erdbeeren essen und wieso essen sie keinen Rettich mehr, nur weil er nicht so schön aussieht? Ich möchte saisonal und regional essen, so gut es eben geht. Möchte gutes Essen essen, Essen, das meinem Körper gut tut und der Umwelt so wenig wie möglich schadet. Und ja, irgendwann kommt man in ein Alter, in dem Fast Food nicht mehr so leicht verdaulich ist und man Nahrung als das begreift was es ist: Etwas, das den Körper nähren und nicht kaputt machen sollte.

Sonntag, 8. September 2013

Wochenrückblick 2.9.-8.9.


(c) Frau von Saltkrokan
Diese Woche ist der Wochenrückblick ein bisschen anders als sonst, denn viel zu erzählen gibt es nicht. Unsere Woche war bestimmt von Umzugskartons und Packen, Packen, Packen. Umpacken, Auspacken, neu packen, Koffer packen. Und am Freitagabend hieß es dann Abschied nehmen - am Samstagmittag ging es in die neue Heimat, oben an der Spree. Zunächst noch mit "leichtem" Gepäck (drei Koffer, zwei Rucksäcke, eine Handtasche und fünf Pakete, die wir nachschicken). Wenn wir eine eigene Wohnung haben (zunächst beziehen wir ja Asyl in der Wohnung von M.s Tante) holen wir unser restliches Hab und Gut dann nach.
Als wir gestern Abend am Hauptbahnhof ankamen, empfing uns Berlin mit dem herrlichsten Wetter und einem atemberaubenden Himmel.
Kommende Woche werden wir dann auch offiziell zu Berlinern. Ich freu mich drauf!

Freitag, 30. August 2013

"Denn nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein."*

Seit letztem Jahr beschäftige ich mich mit dem Thema Introversion vs. Extroversion. In der letzten Zeit habe ich mir wieder vermehrt Gedanken darüber gemacht, vor allem im Zusammenhang mit dem individuellen Alter. Ob es an meinem Introvertiertsein liegt oder einfach an meinem Charakter, ich weiß es nicht, aber ich habe mich selten meinem Alter entsprechend verhalten. Schon als Kind war ich die Stille, die sich mit sich selbst beschäftigt hat und nicht wild schreiend durch die Gegend gerannt ist und nach Aufmerksamkeit verlangt hat. Ich war ein fröhliches Kind, aber eben kein lautes. Als Jugendliche wurden die Unterschiede zu Gleichaltrigen immer deutlicher und in der Abizeit habe ich meine Wochenenden lieber zuhause verbracht als mein Taschengeld zu verfeiern und zu versaufen. Ältere haben mir schon häufiger gesagt, dass ich älter wirke als ich eigentlich bin, dass man sich mit mir über essentielle Themen unterhalten kann, und ab einem gewissen Zeitpunkt verwandelte mich meine Verwirrung und Hilflosigkeit darüber in Stolz. Vielleicht wirkte ich auf meine Altersgenossen langweilig und zurückgezogen, aber ich hatte immer wieder das Glück, auf Gleichgesinnte zu treffen und hatte keine Probleme, mich mit Älteren zu unterhalten und zu verstehen. Ich lebe mich nicht weniger aus als andere in meinem Alter, die viel feiern und ständig auf Achse sind. Ich lebe mich nur eben anders aus. Stiller. Und auch wenn es oftmals anstrengend ist und auch traurig macht, anders zu sein und sich zu rechtfertigen, habe ich inzwischen gelernt, mich anzunehmen und zu mir zu stehen - und nichts erscheint schwieriger, als sich im Gegensatz zu seinen Altersgenossen zu befinden (um einmal Bezug auf das Zitat im Titel zu nehmen). Über mich selbst sage ich scherzhaft, dass ich schon mit vierzig Jahren auf die Welt gekommen bin - eine leichte Übertreibung, die aber verdeutlicht, wie seltsam es sich manchmal anfühlt, wenn man sich so viel älter fühlt als man ist. Dennoch ist das nichts Negatives mehr für mich und auch nicht so gemeint wie man vielleicht mal sagt "Ich fühle mich wie eine achtzigjährige Oma!". Es ist eben so, dass ich mich nicht wirklich wohl fühle in diesem Alter, dass ich mich sogar eher darauf freue, älter zu werden, weil mein Alter dann vielleicht besser zu mir passt.
In M. habe ich einen Partner gefunden, dem es ähnlich geht und der eine ähnliche Biografie hat, was das Thema angeht. Und wie hat er letztens so schön gesagt? "Wir sind nun mal anders als Andere in unserem Alter. Wir sind Freaks, Nerds. Und wir werden uns unser Leben lang dafür rechtfertigen müssen." 
Aber vielleicht kommen wir ja auch irgendwann in ein Alter, in das wir wirklich gehören ...




*Kurt Tucholsky

Sonntag, 18. August 2013

Wochenrückblick 12.8.-18.8.

(c) Frau von Saltkrokan
Lange unterwegs gewesen. Pustefix gekauft. Vom tollsten Buchhändler aller Zeiten (Metaler!) beraten worden. M. den "Zombie Survival Guide" geschenkt und den ersten Band von "Das Lied von Eis und Feuer" geschenkt bekommen. Im Baumarkt Farbmuster mitgenommen. Seifenblasen gemacht. Pancakes gebacken. Zusammengebrochen. Hilfe angenommen. Eine Überraschung verschickt. Eine lange Email geschrieben. Ein klärendes Gespräch geführt. Bedankt. Dinge durchgerechnet. Versucht, vernünftig zu sein. Ruhiger geworden. In Berlin angerufen und zum ersten Mal gefühlt: Bald bin ich da. Meine Hochelfen zusammengebaut, schön gefeilt und grundiert. Einen Brief geschrieben. Zweimal meine Krieger umgestoßen ... Ein Bahnticket gebucht. Von M. gebackenen Kirschstreusel gegessen. Bücher rausgesucht.

Dienstag, 6. August 2013

Lebenszeichen aus dem Offline-Leben

(c) Frau von Saltkrokan
Lange war es hier still, über einen Monat lang habe ich nicht mehr gebloggt. Es zu schaffen, dann doch wieder zu bloggen, ist oftmals schwieriger als man denkt. Wenn das Leben einen so im Würgegriff hält und es so viel zu tun gibt, dass man nicht weiß, wo einem der Kopf steht. Wenn man dann auch noch krank wird und alles chaotischer verläuft als man es sich gedacht und gewünscht hatte. M. und ich leben jedenfalls sozusagen halb aus Kisten zur Zeit, im Haus seiner Mama, in Zwischenexistenz. Wir sind nun dabei, unsere materiellen Güter zu fusionieren, so dass ein einziger runder Hausstand dabei heraus kommt - ohne alles und jedes doppelt und dreifach nach Berlin mitzuschleppen. Wann genau es nach Berlin geht, ist gerade etwas unsicher geworden, wegen des Chaos und der Dinge, die uns überrollt haben, ohne dass wir sie haben kommen sehen. Bis zum - hoffentlich goldenen - Oktober sollte es aber soweit sein und ich freue mich schon sehr!
Ich hoffe, dass ich nun auch wieder ab und an zum Bloggen komme, ihr werdet jedenfalls von mir lesen!

Samstag, 29. Juni 2013

[Gedanken] "Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein."*

(c) Frau von Saltkrokan
Ich habe Versagensängste. Lange bevor ich überhaupt aktiv geworden bin. Das war eigentlich schon immer so und manchmal so schlimm, dass ich erstarre und verharre, mich nicht mehr bewege - und unweigerlich versagen muss. Da hilft es auch nichts, sich alte Punk-Parolen aufzusagen im Stile von "Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren!". Da hilft kein Zuspruch, nicht einmal von M. Ein wenig half der moralische Arschtritt vom Lieblingsdozenten, der sagte, dass man keine Zeit mehr zum Angsthaben habe. Doch auch der verebbt irgendwann in einer Flut aus Selbstzweifeln.
Da macht man sich Listen, weiß, was man alles noch zu erledigen hat, und lebt dennoch viel zu sehr in den Tag hinein, weil man erstarrt ist. Regelrecht zu einer Salzsäule, lebensunfähig, in der Hoffnung, dass schon alles wird, selbst wenn man sich nicht bewegt. Das finde ich selbst schrecklich, ich will ja gar nicht so sein und manchmal denke ich, dass ich eigentlich auch nicht so bin. In den wichtigen Punkten bin ich ja aktiv geworden. Irgendwann mal. Zwei Wochen vor Abgabetermin der Bachelorarbeit. Komischerweise sehr viel früher bei den Bewerbungsfristen für die Unis. Nie in Sachen Sport. Immerhin habe ich einen Universitätsabschluss zustande gebracht, bin von Zuhause ausgezogen. Irgendwie hat das ja alles geklappt. Aber wieso nur muss ich es mir so schwer machen, wieso läuft alles von mir vorbei? Wieso habe ich das Gefühl, alles wie Sand in den Fingern zu halten statt es wirklich festzuhalten, anzupacken? 
Ich brauche immer scheinbar ewig für den ersten Schritt, nach dem alles kinderleicht zu sein scheint. Dieser erste Schritt macht mir Angst, weil er alles meist so endgültig und real macht. Dann muss ich den Weg auch gehen, dann gibt es kein Zurück mehr.

Manchmal denke ich an mein neunzehnjähriges Ich. Eine blutjunge Frau, die keine Angst hatte, keine Zweifel, ob es das Richtige ist, wegzuziehen, Germanistik zu studieren und ihren Weg zu gehen. Doch jetzt ist da fast nichts konkretes, alles ist ungewiss, und das ist für einen Kontrollmenschen wie mich sehr schwer. Es ist gerade eine unfassbar schöne Zeit, aber auch eine verwirrende, beängstigende Zeit. Ich weiß, ich werde das alles meistern. Wenn ich doch nur endlich den ersten Schritt tun würde ...




* Friedrich Nietzsche, "Jenseits von Gut und Böse"

Sonntag, 23. Juni 2013

Wochenrückblick 17.6.-23.6.

(c) Frau von Saltkrokan

An der letzten Seminararbeit meines Lebens geschrieben. Den USB-Stick mit dem Live-Mitschnitt vom Ärzte-Konzert per Post bekommen (yeah!). Zuversichtlicher gewesen. M. für die erneute Formatier-Hilfe dankbar gewesen. Die letzte Seminararbeit meines Lebens abgegeben. Boxershorts gekauft (Für mich! Zum Schlafen!). DVDs und Blu-rays gekauft. Eis gegessen. Geschwitzt. Eine neue Serie on demand angefangen. M.s Mama besucht. Ein tolles Geschenk bekommen. Bis in die Nacht geredet. Sofas umgestellt. Ein Nachmittagsschläfchen gehalten. Cocktails getrunken (Böse!). M. mit meiner Angetrunkenheit amüsiert. Dauernd etwas vergessen. Restkartoffeln verarbeitet. Mit J. und M. Kafkas "Proceß" im Theater gesehen und in der Pause gegangen. Lieber Bierchen getrunken. Und Kakao mit Sahne! Mit M.s Omi telefoniert. Berge an Geschirr gespült. Die Neuverfilmung von "Anna Karenina" angesehen. Koffer gepackt.

Donnerstag, 6. Juni 2013

Freudentaumel

(c) Frau von Saltkrokan
Die Schufterei, die Nervenzusammenbrüche und die Stunden vor dem Bildschirm haben sich gelohnt. Heute kam der Bescheid vom Prüfungsamt, meine Masterarbeit wurde mit einer 1,3 benotet. Ich bin überglücklich!

Donnerstag, 30. Mai 2013

Ein spontaner Trip nach Amsterdam


Da M. diese Woche direkt drei Tage hintereinander frei hatte (sonst sind es höchstens zwei), haben wir uns spontan dazu entschlossen, für einen Tag nach Amsterdam zu fahren. Für mich war es der zweite Trip, nach dem Abi war ich für zwei Tage mit meiner Mutter dort. 
Mit dem Zug ging es morgens früh um Viertel nach sieben los - nach einem Heißgetränk mit extra Espresso-Shot. Der Zug brauchte auch nur gute zweieinhalb Stunden und mit dem ICE fahren ist ja sowieso immer ein Vergnügen. Die Mitreisenden bestanden hauptsächlich aus Geschäftsleuten, von denen manche dann auch besonders laut und offensiv telefonierten (man muss ja auch sichergehen, dass wirklich jeder im näheren Umkreis mitbekommt, wie wichtig man ist ...). Mit dem Wetter hatten wir an diesem Tag unglaubliches Glück. Hatte es ja in den letzten Tagen meistens geregnet, schien am Dienstag die Sonne, kaum Wolken waren am Himmel und wir konnten sogar im T-Shirt die Stadt erkunden.
Wir waren am Bloemenmarkt, wo wir in der Nähe Pommes aßen. Im Viertel De Walletjes, dem Rotlichtviertel Amsterdams, warfen wir verstohlene Blicke auf die leichten Mädchen in ihren Schaufenstern und liefen durch die vielen kleinen Gassen, an den Grachten vorbei. In einem Souvenirshop lief eine Katze herum, die sofort gestreichelt wurde und in einem Café, in dem wir eine Cola-Pause einlegten, hockte sich eine andere Katze schnurrend auf meinen Schoß. Der krönende Abschluss war eine Grachtenfahrt, bei der wir noch eine zusätzliche Stunde bis zur Abfahrt totschlagen und uns den Wind um die Nase wehen lassen konnten.








Copyright Fotos (c) Frau von Saltkrokan

Montag, 20. Mai 2013

[Immer schon mal] Vegan leben - die zweite Woche

Meine Lieben, heute ist nun auch die zweite Woche meines Experiments, vegan zu leben, vorbei. Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieses Experiment wird nicht sang- und klanglos verschwinden, sondern hat seine Spuren hinterlassen. Letztes Jahr hatte ich ja einmal beim Vegan Wednesday mitgemacht und ab dieser Woche möchte ich das nun regelmäßig machen; Mittwoch wird also mein veganer Tag in der Woche!
Aber auch sonst habe ich einiges mitgenommen für mich selbst: Wirklich schmerzlich vermisst habe ich nicht viel oder nicht wirklich etwas. Irgendwann stellte ich fest, dass Parmesan in Massen die Pastasauce eher verhunzt, dass Scheibenkäse nicht das höchste der käsigen Genüsse ist und dass eine Pizza auch ohne dicke Käseschicht auskommen kann. Die Pfannkuchen klappen mit Sojamehl genauso gut wie mit Eiern, so dass wir hier wohl auch in Zukunft öfters zur pflanzlichen Alternative greifen werden. Allerdings habe ich nach M.s Milch/Schokocreme (ihr wisst schon, die gestrudelte) gegiert, ebenso vermisse ich sein Rührei (er macht ein gigantisch leckeres Rührei) und ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich jetzt doch ein wenig auf ein Stück Camembert freue (das französische Blut in mir giert danach).
Doch die zwei kurzen Wochen haben mich sensibilisiert und ich werde versuchen, in Zukunft vor allem unveganen Fertigprodukten aus dem Weg zu gehen. Das bringt es mit sich, dass ich auch Kalorien einspare, wenn ich nicht einfach mal so im Vorbeigehen irgendwo etwas zu essen kaufen kann. Und es macht mich gesünder, weil ich weniger Zusatzstoffe zu mir nehmen werde/möchte. Abgenommen habe ich auch schon ein bisschen - ob das nun allerdings am Kalorienzählen oder am Vegansein liegt, keine Ahnung!

Nun aber möchte ich Bilder sprechen lassen:
(c) Frau von Saltkrokan
Montags gab es endlich das Linsengemüse, das eigentlich schon für die Woche davor geplant gewesen war. Inspiriert von Attila Hildmanns "Vegan for Fit" und außerdem eine gute Gelegenheit, endlich die Tellerlinsen zu verkochen, die noch vom Winter im Vorratsregal vor sich hin dümpelten.
(c) Frau von Saltkrokan
Dienstag war mein Highlight der Woche: Es gab die Soja-Rinderfilets, die wir in Berlin im "Veganz" gekauft hatten. M. zauberte noch eine Sauce dazu, als Beilage gab es Reis. Ich kann die Filets nur empfehlen, allerdings muss ich Leuten, die Fleisch nicht mögen oder Ersatzprodukten skeptisch gegenüberstehen, vehement davon abraten, da es wirklich sehr fleischig schmeckt. Das nächste Mal müssen wir es nur länger marinieren, damit es würziger wird. Ein absolutes Nachkaufprodukt!
(c) Frau von Saltkrokan
Die Tomatensuppe am Mittwoch rief dann weniger Begeisterung hervor. Ich bin mir bis jetzt noch nicht sicher, ob ich sie nun gut oder schlecht fand, sagen wir, sie ist so lala. Sie erinnerte mich eher an flüssige Tomatensauce denn an Suppe. Vielleicht fehlten einfach ein paar Gewürze und das Tomatenmark, das wir leider nicht mehr da hatten. Das Rezept hatte ich aus "Ab jetzt vegan!", ein tolles Kochbuch, das sicher noch öfters zum Einsatz kommen wird. Die Focaccia, die ich dazu buk und die von einem Rezept aus der neuen  "Deli" inspiriert war, wird allerdings auf jeden Fall noch einmal nachgebacken.
(c) Frau von Saltkrokan
Ein zweites Highlight gab es am Donnerstag: Vegane Pizza (bzw. in M.s Falle vegetarisch, mit Mozzarella). Inspiriert mal wieder von Attila Hildmann, allerdings sparte ich mir die Cashew-Creme obendrauf. Die Pizza war urlecker, auch ohne Käse, und ich kann sie mir außerdem sehr gut noch mit (halb)getrockneten Tomaten vorstellen. Da wir noch Tiefkühlspinat da hatten, kam der zum Einsatz, mit frischem Spinat ist das sicherlich noch einmal ein ganz anderes Geschmackserlebnis. Von der Sauce (in die wir übrigens fünf Knoblauchzehen hauten) machten wir direkt zu viel, damit wir am nächsten Tag eine schnelle Pasta mit Gemüseresten (Champignons und Zucchini) zaubern konnten. 
(c) Frau von Saltkrokan
Samstags gab es etwas, das viele von euch in der Form sicherlich nicht kennen: Schnittlauch-Pfannkuchen mit Kopfsalat. In meiner Familie essen wir die Pfannkuchen mit dem Salat gefüllt und aufgerollt. Klingt im ersten Moment vielleicht etwas seltsam, ist aber sehr sehr lecker und besonders im Sommer ein tolles, schnelles Gericht, das mit wenigen Zutaten auskommt. Die zwei Eier in den Pfannkuchen ersetzte ich durch Sojamehl, das im Verhältnis 1:2 mit kaltem Wasser angerührt wird. Zum ersten Mal schaffte ich es auch, die richtige Konsistenz zu erreichen, die Masse muss nämlich schön cremig sein, zu wässrig schadet sie dem Teig mehr. Dem Pfannkuchenteig hat man weder vom Geschmack her noch vom Backverhalten her angemerkt, dass die Eier "fehlen" und da Sojamehl länger und unkomplizierter haltbar und im Vergleich zu Eiern viel billiger ist, werden wir beim Backen nun auch öfters Sojamehl benutzen - M. fand das Ganze nämlich auch super.
(c) Frau von Saltkrokan
Ausgerechnet sonntags, am großen Finaltag, habe ich kein Bild vom Essen gemacht, aber es gab auch nichts Besonderes: Schnelles Wokgemüse mit Reis und Erdnusssauce.
Abends eine große Schüssel Salat und zum Nachtisch Himbeersorbet, das wir fix aus Tiefkühlhimbeeren, etwas Zucker (und in meinem Fall noch Agavendicksaft) herstellten.

Über die ganze Woche verteilt gab es außerdem veganes Mett aufs Brot, um die Fleischgelüste meines Omnivoren zu befriedigen, der seltsamerweise bisher eben solche Gelüste noch nicht hat und den es vielmehr nach Sushi gelüstet (mit Fisch natürlich, weswegen er mein selbstgemachtes veganes Sushi bisher verschmäht).
Was sonst noch aufs Brot kam? Alsan, vegetarischer Aufstrich von Alnatura, Erdnussbutter, Marmelade und Pflaumenaufstrich.