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Sonntag, 8. September 2013

Wochenrückblick 2.9.-8.9.


(c) Frau von Saltkrokan
Diese Woche ist der Wochenrückblick ein bisschen anders als sonst, denn viel zu erzählen gibt es nicht. Unsere Woche war bestimmt von Umzugskartons und Packen, Packen, Packen. Umpacken, Auspacken, neu packen, Koffer packen. Und am Freitagabend hieß es dann Abschied nehmen - am Samstagmittag ging es in die neue Heimat, oben an der Spree. Zunächst noch mit "leichtem" Gepäck (drei Koffer, zwei Rucksäcke, eine Handtasche und fünf Pakete, die wir nachschicken). Wenn wir eine eigene Wohnung haben (zunächst beziehen wir ja Asyl in der Wohnung von M.s Tante) holen wir unser restliches Hab und Gut dann nach.
Als wir gestern Abend am Hauptbahnhof ankamen, empfing uns Berlin mit dem herrlichsten Wetter und einem atemberaubenden Himmel.
Kommende Woche werden wir dann auch offiziell zu Berlinern. Ich freu mich drauf!

Montag, 20. Mai 2013

[Immer schon mal] Vegan leben - die zweite Woche

Meine Lieben, heute ist nun auch die zweite Woche meines Experiments, vegan zu leben, vorbei. Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieses Experiment wird nicht sang- und klanglos verschwinden, sondern hat seine Spuren hinterlassen. Letztes Jahr hatte ich ja einmal beim Vegan Wednesday mitgemacht und ab dieser Woche möchte ich das nun regelmäßig machen; Mittwoch wird also mein veganer Tag in der Woche!
Aber auch sonst habe ich einiges mitgenommen für mich selbst: Wirklich schmerzlich vermisst habe ich nicht viel oder nicht wirklich etwas. Irgendwann stellte ich fest, dass Parmesan in Massen die Pastasauce eher verhunzt, dass Scheibenkäse nicht das höchste der käsigen Genüsse ist und dass eine Pizza auch ohne dicke Käseschicht auskommen kann. Die Pfannkuchen klappen mit Sojamehl genauso gut wie mit Eiern, so dass wir hier wohl auch in Zukunft öfters zur pflanzlichen Alternative greifen werden. Allerdings habe ich nach M.s Milch/Schokocreme (ihr wisst schon, die gestrudelte) gegiert, ebenso vermisse ich sein Rührei (er macht ein gigantisch leckeres Rührei) und ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich jetzt doch ein wenig auf ein Stück Camembert freue (das französische Blut in mir giert danach).
Doch die zwei kurzen Wochen haben mich sensibilisiert und ich werde versuchen, in Zukunft vor allem unveganen Fertigprodukten aus dem Weg zu gehen. Das bringt es mit sich, dass ich auch Kalorien einspare, wenn ich nicht einfach mal so im Vorbeigehen irgendwo etwas zu essen kaufen kann. Und es macht mich gesünder, weil ich weniger Zusatzstoffe zu mir nehmen werde/möchte. Abgenommen habe ich auch schon ein bisschen - ob das nun allerdings am Kalorienzählen oder am Vegansein liegt, keine Ahnung!

Nun aber möchte ich Bilder sprechen lassen:
(c) Frau von Saltkrokan
Montags gab es endlich das Linsengemüse, das eigentlich schon für die Woche davor geplant gewesen war. Inspiriert von Attila Hildmanns "Vegan for Fit" und außerdem eine gute Gelegenheit, endlich die Tellerlinsen zu verkochen, die noch vom Winter im Vorratsregal vor sich hin dümpelten.
(c) Frau von Saltkrokan
Dienstag war mein Highlight der Woche: Es gab die Soja-Rinderfilets, die wir in Berlin im "Veganz" gekauft hatten. M. zauberte noch eine Sauce dazu, als Beilage gab es Reis. Ich kann die Filets nur empfehlen, allerdings muss ich Leuten, die Fleisch nicht mögen oder Ersatzprodukten skeptisch gegenüberstehen, vehement davon abraten, da es wirklich sehr fleischig schmeckt. Das nächste Mal müssen wir es nur länger marinieren, damit es würziger wird. Ein absolutes Nachkaufprodukt!
(c) Frau von Saltkrokan
Die Tomatensuppe am Mittwoch rief dann weniger Begeisterung hervor. Ich bin mir bis jetzt noch nicht sicher, ob ich sie nun gut oder schlecht fand, sagen wir, sie ist so lala. Sie erinnerte mich eher an flüssige Tomatensauce denn an Suppe. Vielleicht fehlten einfach ein paar Gewürze und das Tomatenmark, das wir leider nicht mehr da hatten. Das Rezept hatte ich aus "Ab jetzt vegan!", ein tolles Kochbuch, das sicher noch öfters zum Einsatz kommen wird. Die Focaccia, die ich dazu buk und die von einem Rezept aus der neuen  "Deli" inspiriert war, wird allerdings auf jeden Fall noch einmal nachgebacken.
(c) Frau von Saltkrokan
Ein zweites Highlight gab es am Donnerstag: Vegane Pizza (bzw. in M.s Falle vegetarisch, mit Mozzarella). Inspiriert mal wieder von Attila Hildmann, allerdings sparte ich mir die Cashew-Creme obendrauf. Die Pizza war urlecker, auch ohne Käse, und ich kann sie mir außerdem sehr gut noch mit (halb)getrockneten Tomaten vorstellen. Da wir noch Tiefkühlspinat da hatten, kam der zum Einsatz, mit frischem Spinat ist das sicherlich noch einmal ein ganz anderes Geschmackserlebnis. Von der Sauce (in die wir übrigens fünf Knoblauchzehen hauten) machten wir direkt zu viel, damit wir am nächsten Tag eine schnelle Pasta mit Gemüseresten (Champignons und Zucchini) zaubern konnten. 
(c) Frau von Saltkrokan
Samstags gab es etwas, das viele von euch in der Form sicherlich nicht kennen: Schnittlauch-Pfannkuchen mit Kopfsalat. In meiner Familie essen wir die Pfannkuchen mit dem Salat gefüllt und aufgerollt. Klingt im ersten Moment vielleicht etwas seltsam, ist aber sehr sehr lecker und besonders im Sommer ein tolles, schnelles Gericht, das mit wenigen Zutaten auskommt. Die zwei Eier in den Pfannkuchen ersetzte ich durch Sojamehl, das im Verhältnis 1:2 mit kaltem Wasser angerührt wird. Zum ersten Mal schaffte ich es auch, die richtige Konsistenz zu erreichen, die Masse muss nämlich schön cremig sein, zu wässrig schadet sie dem Teig mehr. Dem Pfannkuchenteig hat man weder vom Geschmack her noch vom Backverhalten her angemerkt, dass die Eier "fehlen" und da Sojamehl länger und unkomplizierter haltbar und im Vergleich zu Eiern viel billiger ist, werden wir beim Backen nun auch öfters Sojamehl benutzen - M. fand das Ganze nämlich auch super.
(c) Frau von Saltkrokan
Ausgerechnet sonntags, am großen Finaltag, habe ich kein Bild vom Essen gemacht, aber es gab auch nichts Besonderes: Schnelles Wokgemüse mit Reis und Erdnusssauce.
Abends eine große Schüssel Salat und zum Nachtisch Himbeersorbet, das wir fix aus Tiefkühlhimbeeren, etwas Zucker (und in meinem Fall noch Agavendicksaft) herstellten.

Über die ganze Woche verteilt gab es außerdem veganes Mett aufs Brot, um die Fleischgelüste meines Omnivoren zu befriedigen, der seltsamerweise bisher eben solche Gelüste noch nicht hat und den es vielmehr nach Sushi gelüstet (mit Fisch natürlich, weswegen er mein selbstgemachtes veganes Sushi bisher verschmäht).
Was sonst noch aufs Brot kam? Alsan, vegetarischer Aufstrich von Alnatura, Erdnussbutter, Marmelade und Pflaumenaufstrich.

Dienstag, 30. April 2013

Neustart beim Projekt Schweinehund

(c) Frau von Saltkrokan
In den letzten anderthalb Monaten habe ich das Projekt Schweinehund arg schleifen lassen, wegen allgemeiner Faulheit, Masterarbeitsstress und dann dem Urlaub in Berlin. Ab dieser Woche möchte ich aber wieder durchstarten und das eine Spur härter als bisher: Zuvor habe ich nämlich vor allem durch Sport versucht abzunehmen und habe mich beim Essen immer ein bisschen zu sehr herausgeredet. Das soll nun ein Ende haben. Deswegen ist das Kuchengelage in seiner ursprünglichen Form auch erst einmal gestrichen (leider ...). Mein erstes Etappenziel, bis Juni fünf Kilo zu verlieren, werde ich wohl nicht mehr erreichen, aber die Hauptsache ist, dass ich weitermache. Ich habe mir fest vorgenommen, wieder dreimal die Woche zu sporteln und auch wieder mehr schwimmen zu gehen; immerhin habe ich noch eine Zehnerkarte, die genutzt werden will bevor wir nach Berlin ziehen! 
Ihr werdet in Zukunft also wieder etwas mehr von diesem Projekt lesen und die dazugehörige Seite werde ich auch wieder auf dem aktuellen Stand halten.
Schonfrist habe ich erst mal noch zwei Wochen, damit ich mich in die härtere Gangart einfinden kann und zwei in dieser Zeit zwei Geburtstagsfeiern anstehen - gefährlich fürs Hüftgold ...

Meine liebste Wienerin hat mich passend dazu vor ein paar Tagen mit einem Blogeintrag nachdenklich gestimmt. Ich bin ins Grübeln gekommen und habe mich gefragt: Ist das eigentliche Projekt, dem ich mich widmen sollte, nicht vielmehr die Akzeptanz meiner selbst, so wie ich bin? Und wenn ich abnehmen möchte, wieso, weil ich mich unwohl fühle oder weil ich unbewusst einem Ideal hinterher renne? Die erste Frage kann ich ganz vehement mit einem "ja" beantworten, denn das ist das Wichtigste, aber gleichzeitig auch das Schwerste. Sich selbst anzunehmen ist - so kommt es mir jedenfalls oft vor - vor allem für Frauen schwierig, weil wir so oft mit Idealbildern konfrontiert werden (Darüber hatte ich bereits vor zwei Tagen geschrieben).
Bei der zweiten Frage bin ich mir unsicher. Jede/r hat mal Tage, an denen er/sie sich unwohl fühlt, aber allzu oft ertappe ich mich bei dem Gedanken, dass ich schlankere Frauen beneide. Aber was bringt das schon? Nichts außer schlechten Gefühlen! Schlanker und fitter möchte ich aber auch für mich werden, weil das Einkaufen dann wieder mehr Spaß macht und das Zur-Bahn-Rennen leichter wird, weil ich dann keine Spiegel mehr meide und beim Anblick meiner selbst auf einem Foto nicht das Grausen bekomme.

Mittwoch, 3. April 2013

Die neue Heimat

(c) Frau von Saltkrokan

Der "Urlaub" in Berlin fühlt sich seltsam an, so gar nicht wie Urlaub und schon gar nicht wie ein Städtetrip. Da sowohl M. als auch ich ziemlich fertig nach dem ganzen Masterarbeitsstress waren, gönnten wir uns am ersten Tag seliges Nichtstun, das längst überfällig war. Aber auch danach kam bisher kein Stress auf, so wie ich ihn sonst von Städtetrips kenne. Wenn man in den zwei bis vier Tagen so viel wie möglich sehen und erleben will. Von einem Ort zum anderen hetzt, dauernd fotografiert und alles festhält. Hier in Berlin fühlt sich alles schon so nach Heimat an. In dem Bewusstsein, dass wir bald hierher ziehen, legen wir gerne mal die Füße hoch und lassen die typischen Touristenziele aus (Sieht man vom Ostermontag ab, an dem ich unbedingt das Holocaust-Mahnmal sehen wollte). Hinzu kam heute, dass mich in der Nacht eine Erkältung packte und niederwarf. Tolles Timing ... Wo geduldig sein doch gerade jetzt nicht meine Stärke ist, denn etwas sehen will ich ja dennoch, auch wenn ich weiß, dass ich alle Zeit der Welt habe, Berlin zu entdecken. Krank sein kann ich auch daheim. Und da ist es wieder, dieses Wort: daheim, zuhause, Heimat. Wo ist das jetzt noch? "Home is where the heart is"? Und wenn das Herz an mehreren Orten schlägt, fühlt es sich dann bald zerrissen?

Es ist ein seltsamer Zwischenzustand, kein normaler Tourist zu sein, aber auch noch nicht hier zu wohnen. Wohin es uns wohntechnisch verschlagen wird, wissen wir noch nicht, wahrscheinlich werden wir froh sein, wenn wir etwas finden, egal wo. Hauptsache Berlin. Kreuzberg könnte ich mir vorstellen, aber auch Charlottenburg. Eine Altbauwohnung hätte was, gleichzeitig hat sie auch wiederum Nachteile. Zu Plattenbauten wurde uns geraten, weil günstig. Doch ist das das, was wir wollen für die nächsten drei bis fünf Jahre? Fragen über Fragen stellen sich gerade und ich fühle mich nervös tänzelnd in den Startlöchern, in der rheinischen Heimat alles vorzubereiten für den Umzug, das neue Leben an der Spree.

Montag, 25. März 2013

Endlich, endlich, endlich!

(c) Frau von Saltkrokan
Die Masterarbeit* ist geschrieben, Korrektur gelesen, ausgedruckt und liegt nun gebunden beim Prüfungsamt. Ich harre also der Dinge, die da kommen. Die letzten zwei Wochen waren die härtesten, die Unlust kam so langsam auf, ich musste jeden Tag ran. Aber nun - endlich, endlich, endlich - ist es geschafft und jetzt ist erst einmal Entspannung angesagt, denn: Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Endlich keine Stapel von Büchern mehr, kein Bildschirm mehr vor meiner Nase, kein tagelanges Sitzen mehr. Wenigstens zwei süße Wochen lang, danach geht es an die letzte Seminararbeit meines Lebens.
An dieser Stelle möchte ich gerne allen danken, die in der letzten Zeit Verständnis dafür hatten, dass ich zum Einsiedler mutierte und kaum noch über die modernen und prämodernen Kommunikationsmittel erreichbar war.
Und M. fürs Korrekturlesen und Formatieren und den ganzen großen Rest.



* Wer diese ominöse Masterarbeit mal lesen möchte, dem schicke ich sie gerne zu - aber erst, wenn ich die Note erhalten habe und weiß, ob ich mich dafür schämen muss ;-)

Dienstag, 19. März 2013

[Was geht, 2013?] Ein neues Paar Chucks kaufen - oder: Die ganz große Schuhliebe meines Lebens

(c) Frau von Saltkrokan
Chucks. Sie begleiten mich mit Unterbrechungen nun schon seit über zehn Jahren. Mit vierzehn habe ich mein erstes Paar gekauft, vom eigenen Taschengeld, blau, low. Ich glaube, meine Mutter fand sie furchtbar, aber ich musste sie haben. Nicht aus modischen Gründen, sondern weil man die eben trug, wenn man zu den Coolen gehörte. Zu denen, die schon in den Windeln Punk und Rock hörten. Zu denen, die keinen Pfifferling auf das geben, was andere sagen. Zu denen, die Parka tragen und nicht auf ihre Frisur achten. Zu den ganz Harten eben. Die ganz Harten, die selbst im Winter bei zehn Zentimeter Schnee noch Chucks tragen (und damit, weil der Schulbus nicht fährt, nach Hause laufen mussten, vier Kilometer lang - eine wahre Geschichte, von der ich noch meinen Enkeln erzählen werde).
Zwei Jahre später folgten meine schwarzen hohen Chucks, die ganz große Liebe. Ich trug sie mit Unterbrechungen bis ich zweiundzwanzig war - und ja, so lange hielten sie wirklich durch! Wieso mit Unterbrechungen? Weil es mir irgendwann auf die Nerven ging, dass die Nicht-Harten auch Chucks trugen. Aus modischen Gründen. In Weiß. Und Beige. Oder Rosa. Oder Hellblau. Gelb. Igitt. Chucks aus Überzeugung trägt man nur in Schwarz, Blau, Rot. Oder Grün, wenn es ein bisschen ausgefallen sein soll. Aber doch nicht passend zur Longchamp-Handtasche. Oder mit Hose reingestopft. Und um Himmels Willen, Chucks putzt man nicht! Niemals! Als meine Mutter das einmal tun wollte, bekam ich einen Tobsuchtsanfall. Nein. Nein. Nein! Chucks putzt man nicht. Die sind erst genau richtig, wenn sie eine Geschichte haben, die man ihnen ansieht. Das verleiht Charakter. Und bitte: Eine Geschichte, die man selbst mit ihnen erlebt hat und nicht wer sonst, dessen Chucks man gebraucht bei eBay gekauft hat ...
Ganz ehrlich, neue Chucks habe ich mir - nachdem ich die schwarzen dann doch irgendwann in Würden beerdigt hatte - nicht gekauft, weil ich die Preise exorbitant fand. Fast siebzig Euro für ein bisschen Gummi und Stoff? Pah! Aber jetzt, wo ich einen ganz Harten, einen Chuck-Liebhaber an meiner Seite habe, kam die alte Sehnsucht wieder in mir hoch. Ich sehnte mich nach meiner ganz großen Schuhliebe. Und bestellte ein neues Paar. In einer ganz harten Farbe. Und in rot werde ich sie mir auch noch bestellen. Und natürlich nicht zum Originalpreis ...

Dienstag, 5. März 2013

Die Sockenentscheidung

Dies ist mein letzter ausführlicher Beitrag bis Ende des Monats, da ich mich abschlussarbeitstechnisch jetzt erst einmal einigeln werde. Die Wochenrückblicke wird es aber weiter geben und ab Anfang April geht es wie gewohnt weiter.

Als wir an meinem Geburtstag essen waren, kam M.s Mutter auf ein schönes Thema und einen knackigen Begriff für so vieles, das mich auch immer wieder beschäftigt: Die Sockenentscheidung. Vereinfacht gesagt: Man muss sich fragen, ob man zwei zueinander passende Socken trägt, weil „man das so macht“ oder weil man selbst es so will. Natürlich ist diese Frage auf ein Kleinstdetail bezogen, aber dennoch veranschaulicht es sehr gut das, was ich selbst oft in Frage stelle: Tut man etwas aus freiem Willen heraus oder durch Beeinflussung Anderer? Und in meinem Leben wird diese Frage immer zentraler. Vielleicht ist dies heute meine Art zu rebellieren, nachdem ich in meiner Teeniezeit ein doch relativ braves Kind war, das es wegen sehr liberalen Eltern und der langen Leine, die sie mir ließen, nie nötig hatte, sich aufzulehnen. Aber bereits als Neunjährige weigerte ich mich bei meiner Kommunion, ein weißes brautkleidartiges Taftkleid mit Reifrock anzuziehen, nur weil man so etwas üblicherweise bei der „Heiligen Kommunion“ als Mädchen trägt. Ich trug an diesem Tag dann einen beigefarbenen Hosenanzug und fühlte mich sehr wohl darin.
Damit will ich nicht sagen, dass man grundsätzlich rebellieren und alles anders machen soll als andere, bei der Sockenentscheidung geht es einfach nur um eine bewusste Entscheidung. Wenn man sich dann dazu entschließt, etwas so zu machen, weil alle anderen es auch so machen oder weil schon Uroma Berta es so gemacht hat, ist das vollkommen in Ordnung – insofern man es selbst so will. Aber etwas nur zu tun, weil es eben schon immer so war und weil man nicht aus der Reihe tanzen will oder weil man sich nicht traut, seine eigenen Ansichten zu vertreten, ist, es tut mir leid, wenn ich es jetzt so offen schreibe: feige. Jeder von uns hat natürlich schon so gehandelt, mich selbst nehme ich da nicht heraus, aber mein Ziel ist immer, Dinge zu hinterfragen. Ich habe zum Beispiel nichts gegen Traditionen per se, aber in den meisten Fällen ist es für mich ein kopfloses Nachkauen, ohne selbst wirklich diese Position zu vertreten.
Ein schönes Beispiel kam in den letzten Tagen auf. Da eine liebe Freundin von mir im Juni ihre kirchliche Hochzeit feiern wird, sprechen auch M. und ich öfters über dieses Thema. Heiraten war und ist für mich fast ein rotes Tuch, zwar sehe ich ein, dass eine Hochzeit ein schöner und besonderer Tag im Leben des Brautpaares ist, aber der Aufstand, der darum betrieben wird, ist mir unverständlich. Inzwischen kann ich mir zwar vorstellen zu heiraten, aber doch bitte in einem gemäßigten Rahmen und genau so wie ich das haben möchte und nicht wie irgendwelche Tanten, Traditionen oder allgemeine Vorstellungen. Es fängt schon beim Kleid an: Ich käme mir in einem klassischen weißen Brautkleid affig und nicht wie ich selbst vor. Ich würde lieber in einem dunklen Kleid heiraten (Zumal das Weiß für Jungfräulichkeit steht … Bitte …). Aber nein! Das tut man doch nicht! Wie kann ich nur? „Man“ zieht doch nun mal ein weißes oder ein helles Kleid an. Aber die Gegenfrage: Wieso zur Hölle soll ich in einem weißen Kleid heiraten, nur weil „man“ das so macht? Vielleicht werde ich auch ein weißes Kleid tragen, das weiß ich jetzt noch nicht. Aber das werde ich tun, weil ich es so will und nicht weil irgendwelche Üblichkeiten oder Brautmoden-Zeitschriften es mir so vorschreiben. Und wer ist eigentlich dieser ominöse „man“, der uns vorschreibt, was wir zu tun und zu lassen haben? Beim Thema Hochzeit geht das so weiter: Wieso soll ich eine Hochzeitstorte haben? Wieso einen Brautstrauß? Wieso soll ich auch nur irgendetwas so machen wie ich es eigentlich nicht will? Wieso sollen wir das tun?
Die Sockenentscheidung kann man auf alle Bereiche des Lebens übertragen: Wieso soll ich weiter Fleisch essen, nur weil in meiner Familie immer schon Fleisch gegessen wurde? Wieso soll ich Kinder in die Welt setzen, sobald ich verheiratet bin? Wieso soll die Frau in Erziehungsurlaub gehen? Wieso soll der Mann Hauptverdiener sein? Wieso muss man heiraten, wenn man als Paar länger als zehn Jahre zusammen lebt? Wieso soll ich keine Chucks auf einen Rock anziehen? Wieso soll ich noch nicht mit meinem Freund zusammenziehen, nur weil wir erst zwei Monate zusammen sind? Wieso soll ein Mädchen mit Puppen spielen und ein Junge mit Autos? Wieso soll ich das Dessert nicht schon vor dem Hauptgang essen? Wenn ihr euch auf diese Fragen selbst mit „Weil man das eben so macht“ oder „Weil man das eben nicht so macht“ oder etwas in der Art antwortet, solltet ihr euch fragen, ob ihr damit glücklich seid oder nicht. Es mag Menschen geben, die glücklicher sind, wenn sie so „fremdbestimmt“ leben, aber ich wage zu behaupten, dass dies wohl die Minderheit ist.
Unser Leben ist zu kurz, um insgeheim das Leben anderer zu leben. Wir sollten das tun, was wir selbst wirklich wollen und versuchen, so wenig Kompromisse einzugehen wie möglich. Dazu gehört vor allem Mut und Rückgrat. Man muss etwas wagen, um seinen eigenen Weg gehen zu können. Dieser Weg kann dann erst einmal etwas holprig sein, aber wenn wir keine neuen Wege einschlagen, kann sich nichts Neues entwickeln, dann werden wir keine eigenen Traditionen begründen und immer nur das fortführen, was schon immer da war. Diese Fragerei ist unbequem und kann auch anstrengend sein, aber letzten Endes macht dieses Hinterfragen der eigenen Entscheidungen glücklicher als das Nachkauen. Und wie gesagt: Es geht nicht darum, immer und prinzipiell einen eigenen Weg einzuschlagen, es geht um das Bewusstmachen all dessen, was unser Leben zu dem macht, was es ist. Es geht darum zu fragen: WILL ich meine Socken farblich passend anziehen oder nicht?

Sonntag, 24. Februar 2013

Wochenrückblick 18.02.-24.02.

(c) Frau von Saltkrokan

Knieschmerzen gehabt. An der Masterarbeit gearbeitet. Die ersten Quittungen für das neu erworbene Haushaltsbuch gesammelt. Erdbeeren bei Aldi gesehen - wäh. Tag zwei ohne Süßes verbracht. Einen Brief gelesen. Zwiebelkuchen gegessen. Neuigkeiten erfahren. "Mein Nachbar Totoro" geschaut. Traniert und neue Geräte ausprobiert. Bewegungsdrang verspürt. Genervt von der Arbeitsplätze-Situation in der Stadtbücherei gewesen. Eierkoch-Becher gekauft. Cola auf dem Teppich verschüttet. M.s Mama besucht. Literweise meine neue Lieblingsdroge, Chai Tee, konsumiert. Viel gelacht. Ein neues Buch angefangen, um meine finanzielle Bildung aufzubessern. Ein Leistungshoch beim Training gehabt und vor Erschöpfung ein Mittagsschläfchen gehalten. Essen gewesen und göttlichen Nachtisch auf der Zunge zergehen lassen. Die vierte Staffel von "True Blood" angefangen. Erste Erfolge beim Projekt Schweinehund verzeichnet. Vegetarischen Nussbraten gebacken.

Donnerstag, 21. Februar 2013

Der Schweinehund und sein dicker Hintern

(c) Frau von Saltkrokan
Mein Schweinehund hat einen dicken Hintern. Er ist so dick, dass er schon zum Fenster hinaus hängt und letzte Woche konnte ich ihn fast nicht aus der Wohnung bewegen. Montag letzte Woche waren wir im Fitnessstudio, es wäre mein zweites Probetraining gewesen, aber ich merkte schon nach dem Aufstehen, dass mein Kreislauf verrückt spielte und nach ein paar Minuten auf dem Crosstrainer war es klar: Heute würde nichts gehen. Ich zog mich also wieder um und fuhr früher nach Hause, vollkommen deprimiert und demotiviert. Da wir dann für drei Tage nicht daheim waren, war eh nichts mit Training und freitags waren wir beide zu faul und gönnten uns einen freien Tag. Samstagmorgen hatte mich die Motivation wieder und ich merkte zum ersten Mal, dass ich den Sport brauche. Und ich habe es genossen, mich zu bewegen, zu trainieren. Erst mal habe ich es nicht übertrieben und am Tag danach wurde ich mit ausbleibendem Muskelkater belohnt. Leider rächte sich die Faulheit der Woche aber auf der Waage, ein paar Gramm waren wieder drauf. Gestern sind wir dann wieder zusammen trainieren gegangen - nachdem ich wegen Knieschmerzen am Montag aussetzen musste. So langsam wird es immer besser und nachdem M. mir ein paar weitere Geräte gezeigt hatte, habe ich Muskeln in meinen Armen gespürt, von denen ich nicht einmal wusste!

Dienstag, 5. Februar 2013

High Noon

(c) Frau von Saltkrokan
Das ist sie, die Motivationsflasche. Obwohl das vielleicht der falsche Ausdruck ist, da ich mich sonst nicht mit Alkohol zu belohnen pflege. Ich erkläre es genauer: Wenn ich mit meiner Masterarbeit fertig bin (Abgabe ist am 25. März), werde ich diese Flasche Sekt trinken. Allein. Außer der M. ist nett, dann kriegt er vielleicht ein Gläschen ab. Ein Gläschen. Denn sobald ich auf "drucken" geklickt habe, werde ich erst einmal ein paar Minuten lang weinen (so war das schon bei der Bachelorarbeit) und dann werde ich mich betrinken. Zum ersten Mal in meinem Leben, das wird ein Spaß!







An alle zukünftigen Arbeitgeber: Ich bin sonst nicht der Ich-betrinke-mich-Typ. Auf Facebook werden Sie auch keine Partybilder von mir finden, da ich eine äußerst zuverlässige Person bin, die nicht feiert und auch sonst keinen Spaß im Leben hat und nur für die Arbeit lebt. Aber vielleicht haben Sie selbst schon einmal Monate mit einer Abschlussarbeit zugebracht, so dass Sie sie bei aller Begeisterung und Passion irgendwann gehasst haben, dann werden Sie meine Beweggründe sicherlich kennen und nachvollziehen können.

Donnerstag, 24. Januar 2013

Projekt Schweinehund

Eigentlich hätte ich schon im vergangenen Jahr das Projekt Schweinehund anpacken wollen, doch dann kam das Leben dazwischen und ich wurde aus der Bahn geworfen. Nun habe ich die Kraft, den Rückhalt und den Mitsportelnden, um das Ganze wieder neu anzugehen. Ein bestimmtes Ziel habe ich (noch) nicht vor Augen, ich möchte einfach nur anfangen, von vorne beginnen und mein Leben umkrempeln. Sport in meinen Alltag integrieren, gesünder und bewusster essen und ja, auch abnehmen, aber vor allem straffer werden und fitter. Ein flacherer Bauch wäre schön, aber ein bestimmtes Zielgewicht habe ich nicht; ich schaue einfach, wohin der Weg mich führt (ganz spirituell-hippiemäßig).
Meine Zwischenziele werde ich mit euch teilen und euch auf dem Laufenden halten, was sich sonst so tut beim Projekt Schweinehund.

Freitag, 4. Januar 2013

Was geht, 2013?

Jaja, ich weiß, ich weiß, in meinem Jahresrückblick habe ich noch gemeint, ich wolle mir keine Vorsätze fassen, aber na ja ... Nun hat meine liebste Wienerin sich so eine schöne Liste erstellt und ich wurde schwach. Ich begann, mir Gedanken zu machen, wie mein Jahr 2013 so aussehen soll. Was will ich anpacken? Was will ich noch von der "Immer schon mal"-Liste erledigen? Ich würde das Ganze nicht als Vorsätze ansehen (schon allein deswegen nicht, weil ich eben solche ja nicht fassen wollte ;-) ), eher als ein "Was steht so an?", also eine auf 2013 bezogene "Immer schon mal"-Liste, sozusagen. Diese Vorsätze sollen mich - genauso wie die "Immer schon mal"-Liste - daran erinnern, das Jahr nicht einfach so verstreifen zu lassen, sondern aktiv zu sein und Dinge zu tun und zu erleben. Ich möchte mit ihr fixe Ideen genauso festhalten wie konkrete Pläne.
Ich werde sie regelmäßig aktualisieren, umändern, verwerfen, abhaken, wasauchimmer. Schaut doch einfach mal rein! :-)