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Dienstag, 18. März 2014

Blogumzug

Nach drei Jahren auf diesem Blog wurde es so langsam Zeit, eine neue Heimat für meine Gedanken, Rezepte und Rezensionen zu suchen. Dieser Blog wird weiter bestehen, aber wenn ihr mich weiter lesen möchtet, müsst ihr nun die URL in euren Lesezeichen ein wenig verändern: http://salznachbelieben.wordpress.com/.
Mit umziehen werden nur die Beiträge ab 2014.

Freitag, 7. März 2014

Sieben Monate Berlin. Ein Fazit.

(c) Frau von Saltkrokan
Sieben Monate leben wir nun schon in Berlin, das Halbjährige habe ich ganz verschlafen. Zeit, zurück zu blicken und ein erstes Fazit zu ziehen. Hat Berlin gehalten, was es versprach oder trauere ich Düsseldorf doch noch hinterher?
Nach sieben Monaten habe ich mich zwar schon wesentlich besser eingelebt als das damals in Düsseldorf der Fall war, aber hundertprozentig heimisch bin ich noch nicht. Berlin ist eben viel größer als Düsseldorf und großstädtischer. Besonders als ich eben den Beitrag durchlas, in dem steht, was ich alles an Düsseldorf vermissen werde, fiel mir eines auf: Menschlich ist es doch weitaus distanzierter und man fühlt sich viel anonymer. Der Mann, der mir im türkischen Gemüseladen immer das Gemüse wiegt, erkennt mich zwar schon, ebenso wie der Kellner beim Inder ums Eck, und der Paketbote ist auch meist der gleiche, aber im Allgemeinen ist man doch eher Irgendjemand. Nie hätte ich gedacht, dass mir das so wichtig sein könnte, aber gerade in einer Großstadt sind solche Kontakte von Bedeutung - weil man eben eine größere Nachbarschaft hat und nur ein kleiner Teil einer großen Masse ist.

Als wir letzten Monat für einen Tag Düsseldorf - und damit J. - besucht haben, war ich ganz aufgeregt und nervös vor Vorfreude. Immerhin verlief der Umzug letztes Jahr dann doch sehr schlagartig und ich konnte mich nicht in Ruhe verabschieden, denn eines weiß ich jetzt: So oft ich auch über Düsseldorf, seine vielen Baustellen und reichen Snobs geschimpft habe, ich liebe diese Stadt heiß und innig und ich werde sie immer lieben. Hier habe ich meine ersten Schritte als Erwachsene getan, ganz selbstständig und alleine, wenn auch noch mit elterlicher Schützenhilfe. Ob ich mir vorstellen könnte, eines Tages wieder dort zu leben? Wieso nicht, das sollte man nie ausschließen! Was ich heute an Düsseldorf am meisten vermisse? Die Stadtbüchereien (denn die sind dort wirklich besser!), Altbier, die Altstadt und die Rheinuferpromenade, das "Sattgrün" und den "Schwan", das Brot von "Hinkel" und natürlich J., die uns allerdings immer ein guter Grund sein wird, nach Düsseldorf zu fahren.

Doch auch zu Berlin hat sich in den letzten Monaten eine starke Liebe entwickelt. Berlin ist rauer als Düsseldorf und nicht so schick, aber auch wesentlich weniger spießig. Hier gibt es so viel, was ich an einer Großstadt schätze, allem voran die vielen veganen Cafés und Restaurants. Was das angeht, steckt Düsseldorf nämlich noch ziemlich in den Kinderschuhen! Die U-Bahn ist für mich das Größte und wenn es sich vermeiden lässt, möchte ich hier auch kein Auto haben. Wozu auch? Bis auf ein paar Ausnahmen braucht man hier auch keins.
Bisher gibt es auch nichts, das mich an Berlin nervt. Manchmal finde ich es schade, dass es hier keinen klassischen Stadtkern gibt, ein anderes Mal finde ich gerade das sehr spannend und liebenswert. Es ist alles viel entzerrter, am Wochenende tummelt sich nicht die halbe Stadt auf einem Fleck, so wie in Düsseldorf, und auch wenn S. bei ihrem Besuch meinte, Berlin sei ihr persönlich zu groß, empfinde ich Berlin nicht als groß. Natürlich wohnen hier mehr als drei Millionen Menschen, aber davon merkt man nicht allzu viel etwas. Kieze sei Dank! Und unser Kiez ist wunderschön und hier gibt es alles, was man zum Leben braucht, wenn man nicht gerade einen besonderen Wunsch hat oder ausgehen möchte.

Die Stadtbüchereien (um das Thema wieder aufzugreifen) sind leider recht teuer, weil man aus einer anderen Zweigstelle nicht kostenlos bestellen kann - sowohl Hin- als auch Rückweg kosten etwas. Wir haben zwar direkt um die Ecke eine Bücherei, aber leider ist diese nicht besonders gut ausgestattet und ich muss öfters etwas bestellen oder in anderen Büchereien ausleihen, wenn ich nicht dauernd extra zahlen will. Da heißt es, den Überblick zu behalten, wo man was ausgeliehen hat! DVD-technisch sind die Büchereien auch nicht so gut ausgestattet wie die in Düsseldorf, aber zum Glück sind wir ja bei einer Online-Videothek angemeldet.

Insgesamt hält es sich also die Waage, beide Städte haben ihre Vor- und Nachteile und ich bin immer wieder überrascht, wie gut ich mich - trotz Gewohnheitsmenschentum - hier eingelebt habe. Das Heimatgefühl lässt noch ein wenig auf sich warten, aber das tat es auch in Düsseldorf, wo ich mich erst nach gut anderthalb Jahren wirklich heimisch gefühlt hatte.

Sonntag, 8. September 2013

Wochenrückblick 2.9.-8.9.


(c) Frau von Saltkrokan
Diese Woche ist der Wochenrückblick ein bisschen anders als sonst, denn viel zu erzählen gibt es nicht. Unsere Woche war bestimmt von Umzugskartons und Packen, Packen, Packen. Umpacken, Auspacken, neu packen, Koffer packen. Und am Freitagabend hieß es dann Abschied nehmen - am Samstagmittag ging es in die neue Heimat, oben an der Spree. Zunächst noch mit "leichtem" Gepäck (drei Koffer, zwei Rucksäcke, eine Handtasche und fünf Pakete, die wir nachschicken). Wenn wir eine eigene Wohnung haben (zunächst beziehen wir ja Asyl in der Wohnung von M.s Tante) holen wir unser restliches Hab und Gut dann nach.
Als wir gestern Abend am Hauptbahnhof ankamen, empfing uns Berlin mit dem herrlichsten Wetter und einem atemberaubenden Himmel.
Kommende Woche werden wir dann auch offiziell zu Berlinern. Ich freu mich drauf!

Samstag, 24. August 2013

Vorfreude auf den Herbst

(c) Frau von Saltkrokan
Haltet mich für verrückt, aber ich spüre jetzt schon, wie der Sommer langsam, aber sicher stirbt und dem Herbst Platz macht. Und obwohl ich inzwischen durchaus die Vorzüge sämtlicher Jahreszeiten zu schätzen weiß, ist mir der Herbst immer noch die liebste Jahreszeit. Wenn es etwas kälter wird, aber die Sonne immer noch ein bisschen wärmt. Wenn es abends früher dunkel wird als in den letzten Wochen und man vielleicht auch schon Kerzen anzündet, um es gemütlich zu haben. Im Herbst bestehe ich jeden Tag auf meiner Kanne heißem Tee, genauso wie auf die selbstgestrickten Socken an den Füßen. Und obwohl der Herbst manchmal rau und ungemütlich sein kann, fühle ich mich zu dieser Jahreszeit am wohlsten - wesentlich wohler auf jeden Fall als im Sommer!

Der Herbst im letzten Jahr war schon anders als seine Vorgänger, aber dieses Jahr ist alles vollkommen anders. Im letzten Herbst trat M. in mein Leben, dieses Jahr ziehen wir gemeinsam nach Berlin. Hatte ich die Jahre zuvor den Vorlesungsbeginn als festen Termin im Kalender, steht nun nichts auf den Seiten Anfang Oktober - alles ist ein leeres Blatt, das darauf wartet, von mir beschrieben zu werden. Die nächsten Monate werden nicht leicht, aber ich freue mich umso mehr auf sie. Weil sie den Anfang meines Erwachsenenlebens und eines Neuanfangs markieren. Ich nehme mir deswegen dieses Jahr nichts vor, sondern versuche alles auf mich zukommen zu lassen und geduldig zu sein. Aber mit einem könnt ihr ganz fest rechnen: Zahlreichen Bildern vom herbstlichen Berlin!

Sonntag, 18. August 2013

Wochenrückblick 12.8.-18.8.

(c) Frau von Saltkrokan
Lange unterwegs gewesen. Pustefix gekauft. Vom tollsten Buchhändler aller Zeiten (Metaler!) beraten worden. M. den "Zombie Survival Guide" geschenkt und den ersten Band von "Das Lied von Eis und Feuer" geschenkt bekommen. Im Baumarkt Farbmuster mitgenommen. Seifenblasen gemacht. Pancakes gebacken. Zusammengebrochen. Hilfe angenommen. Eine Überraschung verschickt. Eine lange Email geschrieben. Ein klärendes Gespräch geführt. Bedankt. Dinge durchgerechnet. Versucht, vernünftig zu sein. Ruhiger geworden. In Berlin angerufen und zum ersten Mal gefühlt: Bald bin ich da. Meine Hochelfen zusammengebaut, schön gefeilt und grundiert. Einen Brief geschrieben. Zweimal meine Krieger umgestoßen ... Ein Bahnticket gebucht. Von M. gebackenen Kirschstreusel gegessen. Bücher rausgesucht.

Dienstag, 6. August 2013

Lebenszeichen aus dem Offline-Leben

(c) Frau von Saltkrokan
Lange war es hier still, über einen Monat lang habe ich nicht mehr gebloggt. Es zu schaffen, dann doch wieder zu bloggen, ist oftmals schwieriger als man denkt. Wenn das Leben einen so im Würgegriff hält und es so viel zu tun gibt, dass man nicht weiß, wo einem der Kopf steht. Wenn man dann auch noch krank wird und alles chaotischer verläuft als man es sich gedacht und gewünscht hatte. M. und ich leben jedenfalls sozusagen halb aus Kisten zur Zeit, im Haus seiner Mama, in Zwischenexistenz. Wir sind nun dabei, unsere materiellen Güter zu fusionieren, so dass ein einziger runder Hausstand dabei heraus kommt - ohne alles und jedes doppelt und dreifach nach Berlin mitzuschleppen. Wann genau es nach Berlin geht, ist gerade etwas unsicher geworden, wegen des Chaos und der Dinge, die uns überrollt haben, ohne dass wir sie haben kommen sehen. Bis zum - hoffentlich goldenen - Oktober sollte es aber soweit sein und ich freue mich schon sehr!
Ich hoffe, dass ich nun auch wieder ab und an zum Bloggen komme, ihr werdet jedenfalls von mir lesen!

Donnerstag, 4. Juli 2013

Worauf ich mich in Berlin freue

(c) Frau von Saltkrokan
So langsam stecken wir bis über beide Ohren in Umzugsvorbereitungen und alles wird konkreter. Die Möbel, die wir nicht mitnehmen wollen, sind bei eBay eingestellt, die Wohnung ist ab September weitervermietet, ein Termin beim Sperrmüll ist gemacht und die ersten Anfragen wegen einer Wohnung in Berlin abgeschickt. Die Angst steigt proportional zur Vorfreude und so dachte ich mir, wird es Zeit für den passenden Blogeintrag, der mir vor Augen führen soll, dass der ganze Stress sich auch wirklich lohnt und dass ich zwar einiges hier zurücklassen werde, aber auch viel Neues dazu gewinne.

Die gemeinsame - größere - Wohnung mit M. Das Beste natürlich. Endlich eine Küche haben, in der man sich zu zweit bewegen kann und in der man alle Schubladen komplett aufmachen kann. Nicht mehr vier Meter neben dem Kühlschrank schlafen und wenigstens zwei Zimmer haben, in denen man auch mal die Tür hinter sich zumachen kann. M. und ich meistern das Abenteuer "Wie überlebt man zu zweit in einer 26qm-Wohnung ohne sich umzubringen" zwar sehr gut, aber dennoch wäre mehr Platz schön. Dann kann ich auch endlich meine gesamten Bücher zu mir holen - ein Teil steht noch in meinem Elternhaus. Und endlich können wir uns so richtig als Erwachsene fühlen. In der Einraumwohnung fühlt man sich eben doch als ewiger Student ...
Ich freue mich aber nicht nur auf den Platz, sondern auch darauf, die Wohnung einzurichten und zu gestalten. Wir trauen uns auch durchaus zu, Böden zu verlegen und zu streichen, handwerklich haben wir beide glücklicherweise ja einigermaßen Talent.
Unsere gemeinsame Wohnung soll zudem Anlaufstelle für alle unsere Freunde sein, die uns jederzeit besuchen dürfen und sollen. Und bisher scheint Berlin auch wesentlich attraktiver für besagte Freunde zu sein als Düsseldorf ...

Das bessere ÖPNV-Netz. Als ich nach Düsseldorf zog, waren die Straßenbahnen, die alle zehn Minuten kommen (an Werktagen), eine regelrechte Offenbarung. Ich wohne hier auch an einem regelrechten Knotenpunkt der öffentlichen Verkehrsmittel - sowohl mehrere S-Bahn-Linien als auch zwei Straßenbahnlinien fahren fast direkt vor meiner Tür. Im Vergleich zu Berlin stinkt Düsseldorf aber immer noch ab, besonders durch den Bau der Wehrhahnlinie, der für einiges Chaos sorgt und da die Straßenbahnen auf den Straßen fahren, kommt es gerne mal zum Stillstand der Bahn, wenn beispielsweise mal wieder jemand auf den Schienen geparkt hat. In Berlin ist das U-Bahn-Netz unschlagbar und dort kommt im Schnitt alle fünf Minuten eine U-Bahn. Wir hoffen auch auf eine Wohnung in der Nähe einer S- oder U-Bahn-Station, da wir auch weiterhin kein eigenes Auto haben werden (was in Berlin eh verkehrstechnischer Selbstmord wäre).

Die Bioläden. Jaaa, die Bioläden. Ich bin eben doch eine verkappte Ökotussi und Bioläden sind mein Mekka. In Düsseldorf gibt es zwei größere Bio-Supermärkte und einen kleinen rein veganen Laden - seit letztem Jahr. In Berlin gibt es gefühlt alle Bioläden, die es sonst in ganz Deutschland gibt: Denn's, Alnatura, Basic Bio etc. Und das Veganz, das Vegan-Paradies schlechthin, in doppelter Ausführung. Haltet mich für verrückt, aber ich finde so etwas eben wichtig und freue mich darauf, nicht mehr in eine andere Stadt fahren zu müssen (hier z.B. Bonn), um bei Alnatura einzukaufen.

Die Museen, die Theater. Und all den anderen intellektuellen Kram. Wie auch beim ÖPNV war der Umzug nach Düsseldorf eine regelrechte kulturelle Offenbarung, denn man kann es nicht leugnen: Saarbrücken hat eben nicht viel zu bieten was das angeht. Für Konzerte mussten wir meist sonst wohin fahren (Mannheim, Stuttgart) und es gibt zwar das ein oder andere Fest und Großveranstaltungen, aber in Sachen Kultur hat das Saarland eben noch einiges aufzuholen.
Doch auch in Düsseldorf kommt es ab und an vor, dass man eine Stadt weiterfahren muss und in Berlin habe ich zumindest das Gefühl, ist alles geballt auf einem Haufen [Vielleicht ist das auch mal wieder das Bullerbü-Syndrom: Weil man so begeistert von etwas ist, idealisiert man es auch gerne ...].

Die Nähe zur Ostsee. Ich war noch nie an der Ostsee. So, nun ist es raus. Überhaupt habe ich den Osten Deutschlands kaum bereist. Das würde ich gerne nachholen, auch mal Leipzig und Dresden besuchen. Und von der Ostsee wird einem ständig von allen Seiten vorgeschwärmt - wenn man das so oft hört, muss ja irgendetwas dran sein. Dank C. haben wir auch ein paar "connections" dorthin - äußerst praktisch.

Darauf, neu anzufangen. Das ist jetzt ganz schwammig, aber nach fast sechs Jahren in Düsseldorf habe ich das Gefühl, dass ich mit der Stadt fertig bin. Nicht, weil ich jede Ecke kenne, aber die Stadt mich auch nicht mehr überrascht und sie mir manchmal auch etwas zu spießig und klein vorkommt. Düsseldorf und ich, das ist keine bedingungslose Liebe, wir beide haben auch durchaus unsere negativen Momente. Zudem geht jetzt auch ein Lebensabschnitt zu Ende, der seinen Niedergang schon im letzten Jahr begonnen hat, und da ist ein Ortswechsel ein zusätzlicher Schlussstrich.

Freitag, 31. Mai 2013

Was ich an Düsseldorf vermissen werde.

(c) Frau von Saltkrokan
In den letzten Tagen kam bei mir immer häufiger der Gedanke auf, was ich an Düsseldorf vermissen würde, wenn ich nicht mehr hier wohne. Immerhin sind es nur noch zweieinhalb Monate, dann ziehen wir hoch ... 
In Düsseldorf bin ich erwachsen geworden. Hier habe ich studiert, gute fünf Jahre lang. Hier habe ich Freundinnen kennen gelernt, die mich hoffentlich mein Leben lang begleiten werden. Ich habe hier eine Familie gehabt und wieder verloren. Ich habe mich in dieser Stadt so sehr verändert wie vielleicht noch nie zuvor in meinem Leben. In Düsseldorf habe ich Neues entdeckt und schätzen gelernt. Und ich habe M. hier kennen gelernt. Düsseldorf wird mir daher immer etwas bedeuten und ich bin dankbar, dass ich hierher ziehen und meine Erfahrungen machen konnte.
Da ich ein ziemlicher Gewohnheitsmensch bin, ist es für mich nicht gerade einfach, verpflanzt zu werden. Als ich nach Düsseldorf zog, hat es fast zwei Jahre gedauert bis ich mich wirklich heimisch fühlte. Ich habe allerdings die Hoffnung, dass es mit Berlin nicht ganz so lange dauern wird und ich sage mir auch immer wieder, dass die schönen Dinge, die mir an Düsseldorf fehlen werden, durch andere schöne Dinge ersetzt werden (können) - also immer positiv denken! Bis dahin würde ich euch aber gerne an ein wenig Schwelgerei teilhaben lassen, vollkommen parteiisch und subjektiv. Vielleicht sogar mit ein wenig Pathos und Schmalz.
Übrigens, in den nächsten Tagen folgen dann auch noch die dazugehörigen Listen, was ich an Düsseldorf nicht vermissen werde und worauf ich mich in Berlin freue.

Die Stadtbüchereien. Als ich hierher zog, dachte ich noch, wie blöd die Stadtbüchereien sind. So ganz anders als die in meiner Heimatstadt. Dann fand ich allerdings heraus, dass es fünfzehn Standorte gibt, die über die gesamte Stadt verteilt sind, dass man DVDs, die teils brandneu sind, kostenlos ausleihen kann und dass man aus den sogenannten Zweigstellen etwas bestellen kann, auch kostenlos. Erwerbsvorschläge wurden so gut wie immer angenommen und umgesetzt und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass die Stadtbüchereien (besonders die am Hauptbahnhof, die in Derendorf und die in Bilk) mein zweites Zuhause sind.

Die Rheinuferpromenade und den Medienhafen. Beide Orte sind beliebte Ziele im Frühling und Sommer. An der Rheinuferpromenade findet im Sommer die Büchermeile statt: Entlang des Rheins sind Stände aufgebaut, an denen gebrauchte Bücher verkauft werden. Ihr könnt euch denken, dass ich fast jedes Mal da bin, und sei es nur zum Stöbern! Ansonsten schätze ich die Rheinuferpromenade und den Medienhafen als Kurzurlaubsziele. Wenn man ein paar Stunden dort war, fühlt man sich als sei man im Urlaub gewesen, ganz besonders im Sommer, wenn vom Rhein her eine frische Prise weht.

Den Zoopark. Dieser Park liegt bei mir direkt um die Ecke und er ist eine regelrechte Ruheoase, direkt an einer großen lauten Hauptstraße. Wenn es draußen schön ist, gehe ich hier gerne spazieren oder sitze auf einer Wiese und lasse die Seele baumeln. Aber auch im Winter, wenn der See zugefroren ist, lohnt sich ein Spaziergang. Einmal liefen mehrere Leute sogar Schlittschuh auf dem See - und missachteten die Verbotsschilder. Und die armen Enten mussten sich eine winzige Ecke teilen, die nicht zugefroren war!
Übrigens, einen Zoo gibt es schon lange nicht mehr in Düsseldorf (nur noch den Aquazoo, und der liegt ganz woanders). Das sogenannte Zooviertel (oder auch Düsseltal) heißt nur noch so, weil dort bis 1945 der Zoo war. Besucher verwirrt das regelmäßig ...

Die Rethelstraße. "Meine" Einkaufsstraße direkt um die Ecke. Erst als ich schon länger hier wohnte und auch mal in einem Schreib- und Spielwarenladen auf der Rethelstraße arbeitete, erfuhr ich, dass diese Straße eine beliebte Adresse ist - durchaus auch bei den Besserverdienenden ... Ich mag sie vor allem, weil sie alles bietet, was ich brauche, um meine Besorgungen zu machen, ganz besonders, seit hier vor kurzem ein DM aufgemacht hat ;-)

Die Enten- und Gänseküken am Uniteich. Ihr denkt jetzt "Die hat sie doch nicht mehr alle"?. Vielleicht. Ein bisschen. Aber wenn ihr im Frühling die neuen Küken sehen würdet, würdet ihr auch dahinschmelzen. Die Küken watscheln gerne auch mal an der Unibibliothek vorbei, wo dann alle möglichen Leute stehen bleiben und sie fotografieren und angucken - da werden alle wieder zum Kind. Außerdem sind die Küken ein untrügliches Zeichen dafür, dass es bald Sommer wird.

Den "Schwan". Wo wir schon mal bei Geflügel sind ... Mein absolutes Stammcafé, zumeist dasjenige in der Altstadt am Burgplatz, mit Blick gen Rhein. Seit ich Vegetarierin bin, finde ich leider nicht mehr so viel zu essen auf der Karte, aber die hausgemachte Limonade und das warme Schokoküchlein sind immer noch unschlagbar lecker und für meine Freundin K. und mich ist es die Adresse für Mädelstreffen. Vor kurzem haben sie jetzt auch eine Filiale in der Nähe meines Viertels aufgemacht - jetzt wo ich bald wegziehe ... Tzes ...

Das "Sattgrün". Ein tolles vegan-vegetarisches Restaurant, in dem es regionale und saisonale Küche gibt, in Büffetform. Leider sind diese Art Restaurants in Düsseldorf noch recht rar gesät ... Dort gehe ich gerne mit meiner Freundin J. essen, die sich dort als Veganerin nicht dauernd Gedanken machen muss. Wenn ihr mal ins "Sattgrün" kommt, müsst ihr unbedingt den Crumble probieren, der ist einfach göttlich!

Das Japanviertel. Die große Besonderheit Düsseldorfs, denn hier lebt die größte japanische Gemeinde Deutschlands und diese prägt das Stadtbild ungemein. Nicht nur im Japanviertel, sondern auch im Nordpark mit dem japanischen Garten und mit dem Eko-Haus und dem buddhistischen Tempel und japanischen Kindergarten in Oberkassel. Im Japanviertel bin ich allerdings häufiger. Hier kaufe ich meine Sojasauce, Noriblätter oder Sushireis, wir gehen gerne im Okinii essen und bei Waraku oder Maruyasu kaufe ich meine Onigiri to go. Die beiden japanischen Bäckereien sind auch ganz toll, weil es hier Sachen gibt, die für den deutschen Gaumen eher befremdlich sind. In der Woche vor dem Japantag (der gewöhnlich im Mai oder Juni stattfindet) lohnt es sich, in den Supermärkten vorbei zu schauen, weil diese dann ihr Sortiment aufstocken.

Die 706. "Meine" Straßenbahn, mit der ich am häufigsten fahre. Sie bringt mich (teils) zur Uni und in die Altstadt. Sie ist die kurioseste Straßenbahn in Düsseldorf, weil sie seltsam im Rund fährt, so wie keine Bahn sonst. Wichtig ist in Düsseldorf übrigens, dass man zur Straßenbahn niemals "S-Bahn" sagt, denn das sind die Züge, die Düsseldorf mit anderen Städten verbinden.

Meinen Postboten. Das klingt jetzt ein wenig seltsam und zweideutig ("Wenn der Postbote zweimal klingelt", haha), aber mein Postbote ist so eine rheinische Frohnatur, ein netter älterer Herr, der meinen Namen kennt, auch wenn ich ihm auf der Straße begegne. Er kramt mir dann gerne auch mal meine "Zeit" oder den "Spiegel" aus seinem Postwagen und er schleppte eine ganze zeitlang kiloweise Bücher für mich durch die Gegend, als ich meine Tauschticket-Phase hatte.
Neben meinem Postboten werde ich auch noch weitere Menschen "vermissen", mit denen ich hier regelmäßig zu tun habe. Beispielsweise diverse Ärzte (in Berlin neue zu finden, das wird mein Albtraum!) oder Supermarktkassiererinnen.

Den kürzeren Weg nach Mönchengladbach und Saarbrücken. Düsseldorf liegt wesentlich näher an M.s und meiner Heimatstadt als Berlin, das ist klar. Nach Mönchengladbach können wir mal eben rüberfahren und auch wenn Saarbrücken wiederum ein gutes Stück weiter ist, ist es noch näher als von Berlin aus. Der weitere Weg und der Einstieg ins Berufsleben bedeuten, dass wir (v.a. ich) unsere Familien noch seltener sehen werden, aber ich denke, das werden wir auch noch schaukeln.


Und natürlich werde ich auch meine Freundin J. vermissen, die uns aber hoffentlich mal in Berlin besuchen kommt!

Mittwoch, 3. April 2013

Die neue Heimat

(c) Frau von Saltkrokan

Der "Urlaub" in Berlin fühlt sich seltsam an, so gar nicht wie Urlaub und schon gar nicht wie ein Städtetrip. Da sowohl M. als auch ich ziemlich fertig nach dem ganzen Masterarbeitsstress waren, gönnten wir uns am ersten Tag seliges Nichtstun, das längst überfällig war. Aber auch danach kam bisher kein Stress auf, so wie ich ihn sonst von Städtetrips kenne. Wenn man in den zwei bis vier Tagen so viel wie möglich sehen und erleben will. Von einem Ort zum anderen hetzt, dauernd fotografiert und alles festhält. Hier in Berlin fühlt sich alles schon so nach Heimat an. In dem Bewusstsein, dass wir bald hierher ziehen, legen wir gerne mal die Füße hoch und lassen die typischen Touristenziele aus (Sieht man vom Ostermontag ab, an dem ich unbedingt das Holocaust-Mahnmal sehen wollte). Hinzu kam heute, dass mich in der Nacht eine Erkältung packte und niederwarf. Tolles Timing ... Wo geduldig sein doch gerade jetzt nicht meine Stärke ist, denn etwas sehen will ich ja dennoch, auch wenn ich weiß, dass ich alle Zeit der Welt habe, Berlin zu entdecken. Krank sein kann ich auch daheim. Und da ist es wieder, dieses Wort: daheim, zuhause, Heimat. Wo ist das jetzt noch? "Home is where the heart is"? Und wenn das Herz an mehreren Orten schlägt, fühlt es sich dann bald zerrissen?

Es ist ein seltsamer Zwischenzustand, kein normaler Tourist zu sein, aber auch noch nicht hier zu wohnen. Wohin es uns wohntechnisch verschlagen wird, wissen wir noch nicht, wahrscheinlich werden wir froh sein, wenn wir etwas finden, egal wo. Hauptsache Berlin. Kreuzberg könnte ich mir vorstellen, aber auch Charlottenburg. Eine Altbauwohnung hätte was, gleichzeitig hat sie auch wiederum Nachteile. Zu Plattenbauten wurde uns geraten, weil günstig. Doch ist das das, was wir wollen für die nächsten drei bis fünf Jahre? Fragen über Fragen stellen sich gerade und ich fühle mich nervös tänzelnd in den Startlöchern, in der rheinischen Heimat alles vorzubereiten für den Umzug, das neue Leben an der Spree.

Mittwoch, 27. März 2013

Berlin, du bist so wunderbar, Berlin

(c) Frau von Saltkrokan

Direkt nach der Masterarbeit ging es nach Berlin. Ich war bisher nur einmal da, vor unglaublichen neun Jahren auf Klassenfahrt. M. schon öfters wegen Mischpoke und so. Großzügigerweise sind wir bei seiner Tante unterkommen, die inzwischen vor den Toren Berlins lebt und die Wohnung in der Stadt als Büro nutzt. Und obwohl die meisten, die hier mitlesen, es sowieso schon wissen: Diese Reise ist nicht nur eine touristische Weiterbildungsmaßnahme, sondern ein Vorabtasten der neuen Heimat, denn wir werden im Sommer hochziehen und dem Rheinland Lebewohl sagen. Neu anfangen, ganz von vorne.
Mit manchen Städten ist es ja so, dass man sich dort gleich wohlfühlt, wenn man zum ersten Mal dort ist. Bei mir war das bisher bei Paris, Wien - und Berlin so. Schon im letzten Sommer, als ich wieder Single war, reifte in mir der Gedanke, dass ich einmal dort leben wollen würde. Und wenn es nur für eine kurze Zeit wäre, für ein Praktikum beispielsweise. Einfach weil Berlin so viel von dem vereint, was mir hier nur mehrere Städte auf einmal bieten. Nun wird es ernster und ich freue mich darauf, vorerst aber nur mal "Urlaub" dort.

In Berlin hatte ich mich sofort verliebt. Auf der Klassenfahrt war Berlin so aufregend, so vielversprechend. Es gab so viel zu sehen, Berlin war so viel mehr als die beschauliche Heimat. Vielleicht habe ich dort zum ersten Mal wirklich die Großstadtluft geschnuppert, die mir so köstlich erschien, dass ich sie immer haben wollte, Tag für Tag. Vielleicht lag es auch daran, dass wir auf dieser Klassenfahrt viele Freiheiten genießen durften, beispielsweise mit einem Gruppenticket überall hinfahren zu können wo es uns beliebte. Wenn man eine Stadt auf eigene Faust erkundet und nicht wie eine Gänseschar von A nach B gescheucht wird, sieht man sie mit ganz anderen Augen. Seit der Klassenfahrt wollte ich immer mal wieder nach Berlin, einfach weil sich in der Zwischenzeit so viel dort getan hatte. 2004 war der Hauptbahnhof erst noch im Aufbau, das Holocaust-Mahnmal noch nicht eröffnet. Deswegen musste auch ein neuer Reiseführer her - nach fast einem ganzen Jahrzehnt (Herrje, was bin ich alt!).

Ich freue mich auf jeden Fall auf zwei Wochen Vorgeschmack auf das neue Leben im "home an der Spree" und werde euch regelmäßig auf dem Laufenden halten!