Sonntag, 21. Oktober 2012

Wochenrückblick 15.10.-21.10.

(c) Frau von Saltkrokan

[GESEHEN] Dr. John Carter im Kongo.
[GEHÖRT] Weiter "Er ist wieder da" von Timur Vermes (Ist euch übrigens der Preis aufgefallen?)
[GELESEN] Den neuen Irving, abendelang.
[GEGESSEN] Kürbissuppe <3
[GETRUNKEN] Weiße Traubensaftschorle.
[GEDACHT] Viel zu heiß für Oktober ... Ächz ...
[GEFREUT] Über einen Strauß Blumen (Drei abgeknickte Blümchen stehen in einem Schnapsglas auf meinem Teeregal).
[GEÄRGERT] Über angeschimmeltes Toastbrot ... >.<
[GELERNT] dass ich wirklich eindeutig zu viele Fußnoten setze.
[GEWÜNSCHT] Ein paar Bücher und viele Serien.
[GEPLANT] Kino ("Die Vermessung der Welt") mit ein paar Mädels.
[GEKAUFT] Mango-Chutney beim Japaner.
[GEKLICKT] Elektronische Semesterapparate.

Samstag, 20. Oktober 2012

Was macht das Motorradl?

"Was macht das Motorradl?" hat mich mein Hausarzt immer gefragt und mich bei entsprechenden Krankheiten jedes Mal darauf hingewiesen, eine zeitlang nicht mit dem "Motorradl" zu fahren. [Man merkt: Der Mann kommt aus südlichen Gefilden.]
Ja ... Was macht das Motorradl? Seit ich aus dem elterlichen Nest geflogen bin, habe ich nur noch ein paar Mal im Jahr die Gelegenheit, auf zwei Rädern unterwegs zu sein und kurz nach meinem Auszug wurde mein eigenes Motorrad verkauft (eine BMW F650 ST). Nun nehme ich - wenn überhaupt - die Maschine meiner Mutter (Honda CBF 600) und das auch viel zu selten. Mit dem Auto ist oftmals eben doch bequemer ... Doch manchmal gibt es Tage, an denen ich das Motorradfahren vermisse, zum Beispiel wie gestern, wenn es trocken ist und nicht zu warm und die Sonne ein bisschen scheint, wenn eben ideales Wetter ist. Im Frühjahr jucken meine Gashand und mein Schaltfuß und ich merke: Sobald ich mal einen Job habe, mit dem ich mir das Ganze leisten kann, muss ein Motorrad her!

Ich komme aus einer absoluten Motorradfahrer-Familie. Mein Vater fährt ebenso wie meine Mutter und meine beiden Onkel väterlicherseits. Der Onkel meiner Mutter hat, glaube ich, auch den Führerschein. Und die meisten Kumpels meines Vaters fahren sowieso Motorrad - mit denen mein Vater jedes Jahr auf Tour fährt. Mein Fahrlehrer (bei dem auch meine Eltern schon ihre Motorradführerscheine gemacht haben) ist schon fast so was wie ein Freund der Familie. 
Meine Honda CLR 125 Cityfly
Schon als Kind bin ich als Sozia mitgefahren und da war es fast ein Unding, dass ich nicht den Führerschein machte (Und ich glaube fast, dass meine Eltern irgendwie enttäuscht oder zumindest irritiert gewesen wären, wenn es so gekommen wäre). Weil ich nicht warten wollte bis ich achtzehn werde, musste also schon der A1-Schein her, 125 Kubik auf 80 gedrosselt. Meine erste Maschine war eine Honda CLR 125 Cityfly und auch wenn es kein Vergnügen ist, mit achtzig Stundenkilometern über die Stadtautobahn zu schleichen, habe ich den kleinen Hüpfer geliebt! Das Motorrad war wendig und leicht und ich wusste bald, wie sie in welcher Situation reagiert - unerlässlich für ein gutes Fahrgefühl! [Ein Roller wäre doch auch schön und "cool" gewesen, meint ihr? Nie im Leben! Obwohl ich heute sage, dass so ein Roller für den Stadtverkehr vielleicht auch nicht so schlecht ist. Aber mit sechszehn wäre das nicht in Frage gekommen.]
Die BMW F650 ST.
Mit achtzehn dann (bzw. angefangen habe ich mit siebzehn) kam der große, der A-Schein, zusammen mit dem Autoführerschein. Und dann die BMW. Leider hatte der Mensch, von dem wir sie gebraucht gekauft hatten, falsch daran herumgeschraubt, so dass sie mir dauernd absoff - und ich das Vertrauen in sie verlor. Unfälle hatte ich zum Glück nie schlimme, ein paar Mal bin ich gestürzt (am meisten aber mit der 125er), was aber jedes Mal glimpflich ausging. 
Ich habe nicht viel Ahnung von Technik oder solchen Dingen, ich bin auch eine eher instinktive Fahrerin. Für die Technik war immer Papa zuständig ;-)

Noch heute steht das Nummernschild der BMW auf meinem Bücherregal und ich hoffe, dass es nicht das letzte Motorrad-Nummernschild bleiben wird ... Ich träume nämlich davon, größere Touren zu fahren, aber dafür brauche ich wieder wesentlich mehr Fahrpraxis, denn es ist ein Teufelskreis: Je länger man nicht mehr gefahren ist, desto unsicherer ist man und desto eher lässt man das Fahren lieber bleiben - was eine schlechte Idee ist.

Donnerstag, 18. Oktober 2012

[Lesestoff] "In einer Person" von John Irving

(c) Frau von Saltkrokan
Auf einen neuen Irving freue ich mich jedes Mal, seit ich ihn vor ein paar Jahren für mich entdeckt habe. Meistens dauert es ja mindestens zwei Jahre bis Irving einen Roman fertig hat - kein Wunder bei seinen dicken Schinken!
Die meisten Romane stehen noch ungelesen im Regal, bisher habe ich "Witwe für ein Jahr", "Garp und wie er die Welt sah" und "Letzte Nacht in Twisted River" gelesen. Mit ungefähr vierzehn habe ich mal "Das Hotel New Hampshire" angefangen, was damals aber noch zu früh war. Nun lese ich also seinen neuesten Roman, "In einer Person" [OT: "In One Person"]. 
Irving lesen ist sehr intensiv, bei kaum einem Autor fällt es mir so leicht, die jeweiligen Protagonisten so schnell anzunehmen als hätte ich schon seit zig Seiten von ihnen gelesen. Gleichzeitig sind Irvings Romane aber auch sehr anstrengend, weil eben so ausufernd und episch angelegt. Sich kurz fassen kann dieser Autor auf jeden Fall nicht! Wer da thrillerartige Spannung erwartet, sollte lieber einen Bogen um Irving machen.
"In einer Person" wartet wieder einmal mit für Irving typischer Skurrilität auf: Protagonist Bill ist der Sohn eines davongelaufenen Vaters und als Junge sexuell recht orientierungslos. Er will Schriftsteller werden und ist ein begeisterter Leser. Da ich momentan leider nicht viel zum Lesen komme, habe ich es erst auf Seite 300 von über 700 geschafft, aber es gefällt mir wieder sehr gut. Rezension wird natürlich folgen!

Oftmals finde ich es auf der einen Seite ein wenig schade, dass Irving sich in seinen Motiven wiederholt: Typisch für ihn sind Bären, Wien, die Ostküste der Vereinigten Staaten, Ringen, Schriftstellerei, vaterlose Jungen, dominante Frauen und sexuelle "Abweichungen" (bitte bitte in dicken Anführungsstrichen!) von der Hetero-Norm. Bei Irving tragen Männer Frauenkleidung und es gibt Transsexuelle ebenso wie Bisexuelle und Homosexuelle. Oft fühlen sich schwache Männer zu starken Frauen hingezogen, ebenso wie jüngere Männer zu älteren Frauen. Auch in "In einer Person" finden sich viele dieser Elemente. 
Auf der anderen Seite ist es genau das, was einen Irving ausmacht und man kann ihn - selbst in der Übersetzung - unter vielen anderen Romanen sofort erkennen. Ich werde mir wohl nie einig sein, ob ich das nun gut oder schlecht finde ...

Sonntag, 14. Oktober 2012

Der Konsumtod - erste Woche

Die erste Woche meines "Konsumtod"-Experiments lief schon relativ gut, obwohl ich zweimal etwas gekauft hatte, das nicht hätte sein müssen. Für die zweite Woche bin ich guter Hoffnung!

Montag
Der erste Tag meines Experiments war der finanziell sparsamste (sieht man vom Wochenende ab), weil eine liebe Freundin Gutscheine für Essen und Kino hatte und da ich so gerne schmarotze (;-)), hat sie mich eingeladen, sie zu begleiten. Erst haben wir uns so richtig schön satt gegessen und sind dann ins Kino gerollt (haha), wo ich mir nicht mal Popcorn geholt hatte (vor allem, weil ich zu vollgegessen war ...).

Dienstag
Am Dienstag waren die Jahresgebühr und Vormerkgebühren in der Stadtbücherei fällig, zusammen 19 €. Auf der Arbeit habe ich mir dann etwas zu trinken geholt (3,30 €).

Mittwoch
Mittwoch war wieder ein Arbeitstag, an dem ich mir diesmal einen Cookie geholt habe (1,80 €). Übrigens ist es sehr verheerend, dass ich im Japanviertel arbeite und mir momentan meine heiß geliebten Onigiri versagen muss ... Das macht mich traurig ... Ich muss demnächst mal wieder selbst welche machen!
Auf dem Weg nach Hause habe ich mir eine Welt Kompakt mitgenommen (0,80 €).

Donnerstag
Erster Unitag in meinem letzten Semester (ohje ...), es gab Essen in der Mensa (2,95 €) und eine Welt Kompakt (0,80 €) für die Mittagspause.


Von Freitag bis Sonntag war ich sehr brav und habe nur Lebensmittel gekauft (Die werde ich hier nicht aufzählen, da sie ja nicht unnötig sind).

Samstag, 13. Oktober 2012

Wochenrückblick 8.10.-14.10.

(c) Frau von Saltkrokan

[GESEHEN] "Die Wand" in der Preview.
[GEHÖRT] Christoph Maria Herbst, der "Er ist wieder da" liest ... Hihi ...
[GELESEN] "Alles öko!" von Colin Beavan, an einem einzigen Abend.
[GEGESSEN] Selbstgebackenen Marmorkuchen. Wunderbar!
[GETRUNKEN] Ein, zwei Gläschen Eierlikör (der in den Marmorkuchen kam).
[GEDACHT] Was ein seltsamer Mensch ich manchmal bin - mich zieht es nach Skandinavien und dorthin, wo es kalt ist, statt an Karibikstrände.
[GEFREUT] Einen tollen Mädelsabend verlebt :)
[GEÄRGERT] Über Ohr-/Kopfschmerzen und eine latente Erkältung.
[GELERNT] Dass alle Erstis jedes Jahr gleich verwirrt (und nervig) sind.
[GEWÜNSCHT] Eine Putzfrau und einen Packesel.
[GEPLANT] Leseabende.
[GEKAUFT] Weniger! Und ein Abo der "Neon" bestellt.
[GEKLICKT] Tauschticket.de - und gleich ein paar Bücher losgeworden :)

Freitag, 12. Oktober 2012

[Rezension] Colin Beavan: "Alles öko!"



Aufbau Verlag - Taschenbuch, 256 Seiten - ISBN: 978-3-7466-7100-0 - 9,99 €


Eigentlich ist das, was Colin Beavan hier angeht, ein grundlegendes Problem unserer Zeit: Unser Konsumverhalten, das weitreichende Konsequenzen hat, muss auf den Prüfstand. Besonders in Amerika – und das ist leider nicht nur Klischee – ist das Konsumverhalten maßlos und sehr verpackungslastig. Wer zur Kaste der Erfolgreichen gehören will, kocht eben nicht selbst, sondern holt sich seinen Lunch bei irgendeinem Imbiss. Beavan wird sich der Absurdität dieser Tatsache anhand seiner Frau Michelle bewusst: Da sie keine lange Mittagspause machen will, weil sie eine Beförderung erstrebt, holt sie sich irgendwo ein Takeaway, das sie an jedem Arbeitstag fünfzehn Dollar kostet. Dabei braucht sie die Beförderung im Grunde vor allem für dieses Essen, das sie jedes Jahr mehrere Tausend Dollar kostet. Colin Beavan reflektiert auch darüber, dass die ganze Schufterei, um Dinge kaufen zu können, die nur kurzfristig glücklich machen, nicht so viel wert ist wie Familie, Freunde und Partnerschaft. Ohnehin mache materieller Konsum nicht glücklich.

Zu all diesen Erkenntnissen gelangt Beavan, als er einen Blick in die Müllsäcke der Familie wirft. Ja, den Müll. Dort sieht er nämlich vor allem Verpackungsmaterial, To-Go-Becher, Behälter von diversen Lieferdiensten, Windeln seiner Tochter, aber keine frischen Sachen, keine „normalen“ Haushaltsabfälle wie Kartoffelschalen. Ich fand das – ebenso wie er selbst – erschreckend, weil gerade eine Familie mit einem kleinen Kind doch darauf achten sollte, dass gesundes Essen auf den Tisch kommt. Diese Erkenntnis kommt Beavan leider gar nicht, denn er als Vater sollte seiner Tochter doch ein Vorbild sein? Doch die besser gestellten Amerikaner sind wohl auch nicht gefeit vor dem berüchtigten Brett vor dem Kopf, aber Selbsterkenntnis ist ja bekanntlich der beste Weg zur Besserung und Beavan tut genau das. Er stellt alles in Frage, selbst normale alltägliche Dinge, und das ist jener Schritt, der so mühsam und beängstigend erscheint, wenn man so ein Projekt beginnt. Die ausgetretenen Pfade zu verlassen ist nicht leicht, aber etwas so zu tun, weil man es schon immer so getan hat und weil alle es so tun, ist vielleicht bequem, aber ganz sicher nicht richtig.
In den kommenden Wochen und Monaten steigert Beavan seine Bemühungen und von manchen Dingen sagt er selbst, dass sie vielleicht etwas extrem waren. Beispielsweise, den Strom vollständig abzustellen (bzw. soweit es eben ging). Oder seine Frau anzufahren, weil sie sich eine Zeitung gekauft hatte. Sowieso scheint Beavans Frau Michelle – aufgewachsen in einer Millionärsfamilie – größere Probleme mit dem Projekt zu haben als ihr Mann und man empfindet sie anfangs als sehr unsympathisch, weil ihr Mode wichtiger zu sein scheint als Klimawandel und der Untergang der Erde. Doch mit der Zeit wird sie so manches Mal sogar die treibende Kraft und im Gegensatz zu ihrem Mann tritt sie vehement dafür ein, dass der Fernseher abgeschafft wird. Dadurch haben sie plötzlich mehr Zeit, vor allem für ihre Tochter Isabella, das Familienleben dreht sich jetzt vor allem um die Menschen in dieser Familie und nicht mehr nur um die Mattscheibe. Sie leben jetzt bewusster und haben sogar öfters Besuch von Freunden, der zeigt, dass Colin und Michelle für andere keine kauzigen Sonderlinge sind, sondern dass andere interessiert an dem sind, was sie machen. Auch die Zuschriften, die Colin über seinen Blog erhält, sind fast nur positiv – ein Zeichen dafür, dass die Zeit für Menschen wie ihn gekommen ist.

Colin Beavans Projekt ist kein Allheilmittel, aber es steckt an. Man beginnt selbst sich (wieder?) zu hinterfragen und sieht sich seine Umwelt genauer an. Die angeblichen Errungenschaften der Zivilisation sind plötzlich gar nicht mehr so erstrebenswert und vor allem nicht selbstverständlich. Man muss nicht gleich den Strom abschalten oder vollkommen auf Plastik und Papier verzichten, aber man sollte sparsamer mit diesen Ressourcen umgehen und Alternativen ausprobieren, wenn es möglich ist. Und sich mal öfters aufs Fahrrad schwingen statt das Auto zu nehmen oder selbst kochen statt Fertiggerichte zu kaufen. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern spart auch Geld – ein Aspekt, den Beavan leider vollkommen außen vor lässt.


Fazit:
Nicht nur ein inspirierendes und lehrreiches, sondern auch ein unterhaltsames Buch. Nach der Lektüre beginnt man, die Welt mit anderen Augen zu sehen und möchte am liebsten gleich ein eigenes „No Impact“-Projekt starten. Das "Ich alleine kann ja eh nichts erreichen" zählt nicht mehr! Und im Geiste dieses Buches habe ich es direkt an eine Freundin weiterverschenkt.


4 von 5 Punkten

Dienstag, 9. Oktober 2012

Gestatten, Frau von Saltkrokan, introvertiert.

(c) Frau von Saltkrokan

Ich bin introvertiert. In unserer Gesellschaft ist dieses Wort mit Makel behaftet, man hat einfach nicht introvertiert zu sein. Introvertierte sind seltsame menschenscheue Käuze, die sich vor der Welt verstecken und viel zu ernst sind. Extraversion (auch Extroversion) ist angesagt. Wessen Albtraum es ist, auf einer Bühne zu stehen und berühmt zu werden, der hat in der heutigen Gesellschaft - scheinbar - nichts verloren. 
Dabei habe ich inzwischen gelernt, dass Introversion absolut nichts Negatives ist, genauso wenig wie Extraversion hundertprozentig positiv ist, es sind einfach zwei Pole auf einer Persönlichkeitsskala, vollkommen wertfrei. Die beiden Pole äußern sich in verschiedenen Bedürfnissen: Introvertierte müssen sich regenerieren, indem sie für sich sind, Extravertierte, indem sie mit Menschen zusammen sind. Hätte ich das früher gewusst, wäre mir einiges an Ärger und Kummer erspart geblieben in meinem Leben. Eigentlich wusste ich schon immer, dass ich zur introvertierten Bevölkerung gehöre, aber als ich dann "Still" von Susan Cain las, kam ich zu ganz neuen Erkenntnissen und stellenweise kam es mir so vor als habe hier jemand ein Buch speziell über mich geschrieben. Es war mir ein Trost (genauso wie damals, als ich erfahren habe, welche Berühmtheiten Vegetarier sind/waren), eine Liste durchzulesen, in der viele illustre Namen auftauchten und die alle als introvertiert beschrieben wurden. Ich fühlte mich nicht mehr so allein mit meinen Spleens.

Es ist nicht so, dass ich darunter leide, dass ich introvertiert bin, aber es begleitet mich durch mein Leben und lässt mich spüren, dass ich manchmal anders bin als meine (extravertierten) Mitmenschen und vor allem anders als es oftmals von einem erwartet wird. 
Schon als Kind war ich eher still und bin nicht laut brüllend durch die Gegend gerannt, um auf mich aufmerksam zu machen. Ich hatte meist nur eine Handvoll Freundinnen und Freunde, die ich dann aber fast so gut kannte wie mich selbst. Statt mit anderen Kindern zu toben, habe ich lieber bei den Erwachsenen gesessen und ihnen zugehört, wenn wir auf Festen waren. Ich habe es nie lange in einem Verein ausgehalten und fand es immer anstrengend, mit vielen (lauteren) Kindern zusammengesteckt zu werden. Als Teenager bin ich nicht in Diskos gegangen und ich war schon immer sehr nervös, wenn ich vor einer größeren Gruppe sprechen musste. Meine Deutschlehrerin, die inzwischen zu einer lieben Freundin geworden ist, hat schon in der achten Klasse erkannt und als eine der wenigen akzeptiert, dass ich mich besser schriftlich als mündlich ausdrücke. Die Diskrepanz zwischen schriftlichen und mündlichen Noten war bei mir nämlich immer sehr groß, weil ich meist erst nachdachte bevor ich mich meldete - was oftmals zu lange Zeit brauchte und wodurch sich andere einen Vorteil verschaffen konnten. Sowieso war meine introvertierte Art besonders in Teenager-Jahren schwierig, weil es mir damals noch wesentlich schwerer fiel auf Menschen zuzugehen. Heute ist das anders und darüber bin ich sehr froh, weil es das Leben deutlich leichter macht, weil die eigene Zurückhaltung von Anderen oft als Arroganz interpretiert wird - leider ...

In den Anfangszeiten in meiner eigenen Wohnung waren Besuche meiner Mutter wundervoll, aber es wurde mir auch schnell zu viel, vierundzwanzig Stunden am Tag jemanden um mich zu haben. Statt das aber zu akzeptieren, habe ich mich schlecht gefühlt und hatte Angst, man könnte meinen, ich wäre egoistisch und liebte die Menschen, die mich besuchten, nicht oder freute mich nicht über ihren Besuch.
Als ich einmal erzählte, dass ich es schön fand, Geburtstagsbesuch zu haben, es aber ebenso schön fand, wenn die Gäste wieder weg waren, hieß es, ich sei "fies". Doch es ist absolut nicht böse von mir gemeint, wenn ich meine Ruhe haben möchte, es ist einfach so, dass ich es in regelmäßigen Abständen brauche. Es gab Zeiten in meinem Leben, in denen ich mich deswegen sehr schlecht gefühlt und mir Vorwürfe gemacht habe. Ich habe mich selbst als unsozial empfunden, weil ich oft Zeit für mich brauche. Das ist bis heute manchmal so, obwohl ich diese Tatsache immer mehr akzeptiere und mich deswegen nicht mehr verbiegen möchte. Vielleicht bin ich so wie ich bin, weil ich es von meinem Elternhaus nicht anders gewöhnt bin - dort hatte ich von klein auf meine Privatsphäre und durfte jederzeit, wenn ich es wollte, für mich sein. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich Einzelkind bin. Vielleicht liegt es aber auch tatsächlich an meiner Persönlichkeit und meinen Hirnaktivitäten, so wie ich es vor kurzem bei Susan Cain nachgelesen habe.
Inzwischen sehe ich es sogar als eine meiner Stärken an, dass ich nicht dauernd jemanden brauche, der mich bespaßt. Ich habe kein Problem damit, viel allein zu machen, selbst wenn es nicht so ist, dass mir nichts anderes übrig bleibt. Außerdem schaffe ich es inzwischen, zu extravertieren, wenn es notwendig ist und nur weil ich viel Zeit für mich brauche, bedeutet das nicht automatisch, dass ich schüchtern bin. Wenn ich mich wohl fühle, kann ich auch reden wie ein Wasserfall und für mich selbst und das, was mir wichtig ist, einzustehen, ist sowieso kein Problem. Wenn mich etwas interessiert und mir am Herzen liegt, werde ich dafür aktiv; in der Oberstufe habe ich es daher geschafft, den Geschichtsleistungskurs mündlich fast im Alleingang zu bestreiten. Ich bin froh, dass ich in meinem Nebenjob unter Leute komme und genieße es auch, mit meinen Kollegen zu arbeiten, bin dann aber genauso froh, wenn ich Feierabend habe. Nach einem langen Tag ist es für mich daher unvorstellbar, noch großartig etwas zu unternehmen, vor allem nicht mit einer Horde Leute. Lieber treffe ich mich mit einer einzelnen Freundin oder verbringe den Abend mit einem Buch oder einem guten Film daheim. Treffen und Telefonate mit Freundinnen sind mir allerdings heilig und sehr wichtig und ich gebe mir heute mehr Mühe, diese Freundschaften zu pflegen als das vielleicht früher der Fall war, weil ich inzwischen weiß, dass sie mein Fangnetz und nicht selbstverständlich sind.
Nur weil ich allein durchs Leben gehen kann, heißt das nicht, dass ich es auch dauerhaft möchte. Es ist nicht so leicht, mich dazu zu bringen, dass ich mich öffne, aber wenn man es schafft, wird man mich auch so schnell nicht wieder los, weil ich nicht so schnell das Interesse an jemandem verliere und sehr loyal bin.

Ich finde es schade, dass heutzutage nur die Lauten gehört werden und dass man, wenn man lieber zuhört als redet, sofort als hoffnungsloser Fall abgestempelt wird. Besonders bei Vorstellungsgesprächen hatte ich diesen Eindruck und sogar potentielle Arbeitgeber, die selbst ruhiger waren, erwarteten, dass man nicht ruhig ist und sich selbst lautstark anpreist. Ich würde mir wünschen, dass man den Ruhigen eine Chance gibt, denn den meisten geht es sicherlich so wie mir: Sie brauchen eine gewisse Zeit bis sie auf Betriebstemperatur sind, aber dann läuft es umso besser ...

Samstag, 6. Oktober 2012

Wochenrückblick 1.10.-7.10.

(c) Frau von Saltkrokan

[GESEHEN] Die letzten zwei Drittel von "Wetten dass ...?" im Livestream.
[GEHÖRT] Das hier - ganz laut.
[GEGESSEN] Viiieeeel zu ungesund!
[GETRUNKEN] Die letzten Flaschen Lieblingsbier.
[GEDACHT] My English is under all pig ...
[GEFREUT] Eine liebe Freundin endlich wieder getroffen :)
[GEÄRGERT] Über mich selbst.
[GELERNT] dass alles halb so schlimm ist wie man zunächst befürchtet.
[GEWÜNSCHT] Nichts. Meine Güte ... Wirklich! Unfassbar ...
[GEPLANT] Den Konsumtod.
[GEKAUFT] Gemüse-Ravioli von Alnatura.
[GEKLICKT] Auf der Suche nach einem To-go-Thermobecher hier und da.

Dienstag, 2. Oktober 2012

Der Konsum, der böse, mal wieder.

Wieder einmal ist es soweit: Ich halte inne, stelle mich und mein Verhalten in Frage. Mein Konsumverhalten ist mal wieder so wie ich es nicht möchte, unreflektiert, spontan, übermäßig. Ich shoppe nicht jede Woche Tonnen von Klamotten oder Bücher oder wasweißich, aber ich überlege dennoch zu wenig. Manchmal gehe ich irgendwo vorbei, hole mir da ein Brötchen, da einen Kaffee, hier eine Zeitung, die ich dann wieder nicht lese. Damit soll jetzt Schluss sein. Als ich diese Woche bei Starbucks war und mir (nach 12) einen Kaffee zum regulären Preis holte (eben ohne die tolle Geburtstagsaktion), musste ich mir insgeheim an die geistige Stirn fassen und mich fragen, was mich da geritten hat. Natürlich, man kann sich ja mal was gönnen, aber in Maßen. In letzter Zeit war das Maß voll ...
Vier Wochen lang will ich nun Rechenschaft über mein Konsumverhalten ablegen. Vier Wochen lang halte ich jedes Brötchen, jeden Kaffee, jegliche Sonderausgaben hier auf meinem Blog fest. Das soll mich unter Druck setzen (so absurd das ja eigentlich ist ...), mich zwingen, mehr nachzudenken und mir auf die Finger zu klopfen, wenn ich mal wieder im Vorbeilaufen vier Euro für einen Kaffee ausgeben will ... Vom 8. Oktober bis zum 4. November werdet ihr also einen tiefen Einblick in mein Leben erhalten - freut euch drauf oder klickt "Salz nach Belieben" erst wieder ab dem 5. November an ;-)

Sonntag, 30. September 2012

Wochenrückblick 24.9.-30.9.

(c) Frau von Saltkrokan
[GEHÖRT] Den ersten Teil von "Die Tribute von Panem".
[GELESEN] Den aktuellen Spiegel Geschichte, Thema: Berlin.
[GEGESSEN] Selbstgemachte Cookies und vegetarische Köttbullar.
[GETRUNKEN] Mal wieder viel zu wenig ...
[GEDACHT] Ich glaube, ich werde "Die Tribute von Panem" auf Englisch lesen.
[GEFREUT] Wieder mehr arbeiten. Zum Glück!
[GEÄRGERT] Regen, Regen, nichts als Regen.
[GELERNT] Während Leseflauten gehen wenigstens noch Hörbücher.
[GEWÜNSCHT] Den neuen Rowling. Erst nicht, nun doch.
[GEPLANT] Mehr Rezensionen auf meinem Blog.
[GEKAUFT] Ein Buch für die Masterarbeit.
[GEKLICKT] Auf der Suche nach Rezepten mal hier, mal da.

Donnerstag, 27. September 2012

[Rezension] Stephen King: "Wind"

Heyne - Gebunden, 416 Seiten - ISBN: 978-3-453-26794-7 - 19,99 €

Wie sehr habe ich mich auf dieses Buch gefreut! Sobald ich hörte, dass es einen achten Band der „Turm“-Saga geben soll, habe ich auf den Erscheinungstag (der deutschen Ausgabe) gewartet. Ich hielt es nicht für möglich, dass noch auch nur ein einziges Wort zu diesem Magnum Opus gesagt werden könnte, es schien dafür viel zu sehr von Anfang bis Ende durchkomponiert. Besonders das Ende … Doch „Wind“ ist nicht wirklich eine Fortsetzung, kein achter Band, sondern eher Band 4.5 (wie King es selbst in seinem Vorwort schreibt). Nachdem Roland und sein Ka-Tet aus der Stadt Lud weggegangen sind, müssen sie gezwungenermaßen eine längere Rast einlegen, weil ein Stoßwind aufzieht – ein katastrophal mächtiger und kalter Sturm, der den Tod mit sich bringt. Während sie darauf warten, dass der Wind sich legt, erzählt Roland eine Geschichte aus seiner Jugend. Er und sein Freund Jamie werden von Rolands Vater nach Debaria geschickt, um einen mysteriösen Fellmann zu jagen, der in der Gegend mordet. Ein Gestaltwandler, von dem niemand weiß, er und was er wirklich ist. Die Beschreibungen seiner Opfer sind – typisch King – sehr plastisch und machen deutlich, mit was für einem Ungeheuer es die jungen Revolvermänner hier zu tun haben … Als eines Nachts wieder eine gesamte Familie ermordet wird, haben Roland und Jamie allerdings Glück im Unglück: Ein Junge war Zeuge der Geschehnisse und nun müssen sie ihn schützen. Während Roland mit ihm in einer sicheren Gefängniszelle sitzt, erzählt er ihm eine Geschichte, die seine Mutter ihm immer erzählt hat: „Der Wind durchs Schlüsselloch“ (Der Originaltitel lautet „The Wind Through The Keyhole“, genau wie der Titel des Buchs). Die Verschachtelung ist an sich ein netter erzähltechnischer Kniff, da die Geschichte aber sehr lang ist (knapp zweihundert Seiten) und auch nicht mehr unterbrochen wird von der Rahmenhandlung, zieht sie sich etwas hin, die Spannung geht verloren. Sowieso stellt man sich die Frage, ob diese Geschichte wirklich hätte erzählt werden müssen, ob sie die gesamte Saga bereichert oder nur eine nette Dreingabe ohne Sinn und Zweck ist. Insgeheim hatte ich mir hier mehr versprochen. Eine Fortsetzung der Ereignisse vom „Dunklen Turm“ hätte mich enttäuscht, aber dies hier ist auch ein bisschen wenig. Mehr von Rolands früherem Leben zu erfahren, ist interessant, aber die Episode in Debaria scheint nicht von so tragender Rolle zu sein wie beispielsweise die Zeit, von der man in „Glas“ erfährt. Das Ka-Tet wieder zu „treffen“ war schön, aber das Vergnügen war auch sehr kurz, weil der Großteil des Buches von Rolands Jugend und der Geschichte „Der Wind durchs Schlüsselloch“ eingenommen wird. King beweist mit dieser Geschichte zwar wie so oft zuvor sein Talent als großer Geschichtenerzähler, aber am Ende fragt man sich doch im Stillen, ob diese Geschichte hätte erzählt werden müssen. Befriedigender ist es wohl, die sieben ursprünglichen Bände alle paar Jahre wieder zu lesen, wenn man Sehnsucht nach Mittwelt verspürt.

Eine letzte kurze Bemerkung zur Anforderung an die Leser: King schreibt zwar in seinem Vorwort, dass auch Leser, die die „Dunkle Turm“-Saga nicht kennen, das Buch „mit Lustgewinn“ lesen können, aber das würde ich in Zweifel ziehen. „Wind“ ist wie ein Treffen mit alten Freunden, die man mehrere Jahre nicht gesehen hat und wenn man Roland, Eddie, Susannah, Jake und Oy erst mit diesem Buch kennen lernt, wird man es wohl eher mit einem großen Fragezeichen lesen. Als Einstieg in die „Turm“-Saga würde ich da eher den ersten Band „Schwarz“ empfehlen.


Fazit:
„Wind“ ist für „Turm“-Fans eine schöne Gelegenheit, wieder nach Mittwelt zurück zu kehren, alle anderen Leser sollten erst die anderen sieben Bände lesen. Außerdem ist es ein Buch, dass nicht viel Neues bringt und nach dessen Lektüre man auch ein wenig enttäuscht zurück bleibt.


3,5 von 5 Punkten

Mittwoch, 26. September 2012

Jade Imbiss in Düsseldorf

Schon so oft habe ich vom Jade Imbiss auf diversen Blogs gelesen, so oft habe ich die Lieferdienst-Seite angeklickt - und nie habe ich es dorthin geschafft. Bis gestern. Gestern war ich mit einer Freundin dort (die Veganerin ist) und wir gehen sicherlich nochmal hin! Liefern lassen ist leider recht teuer, da der Mindestbestellwert bei sechzehn Euro liegt, da heran zu kommen ist für eine Person nicht so einfach ;-) Der etwas weitere Weg lohnt sich aber durchaus, denn der Jade Imbiss ist für vegetarisch und vegan lebende Liebhaber von asiatischem Essen nahezu ein Paradies, weil man sich hier keine Gedanken machen muss und die Speisekarte sehr umfangreich ist. Lediglich Veganer müssen bei manchen Gerichten vorher sagen, dass sie das Gericht ohne Ei möchten, was aber in all solchen Fällen extra gekennzeichnet ist.
Von außen wirkt das Jade sehr unscheinbar und man vermutet erst gar nicht, dass sich drinnen ein so tolles Konzept verbirgt. Auch innen passt der Imbiss irgendwie nicht so wirklich zum Essen - er hat eher das Ambiente einer Eckkneipe oder eines Stehimbisses, es gibt drei Tische mit Hockern. Der Mann, der uns bedient hat, war sehr freundlich. Auf das Essen mussten wir leider ein bisschen länger warten, aber das lohnt sich genauso wie der längere Anfahrtsweg. Während wir da waren, kamen ungefähr zehn weitere Gäste, die meisten haben sich ihr Essen zum Mitnehmen bestellt. Das "Jade" scheint also keine Randerscheinung, sondern gut besucht zu sein.
Als Vorspeise hatte ich die Dampfknödel mit Gemüsefüllung und meine Freundin den Saté-Spieß mit Erdnusssauce. Für Vegetarier oder Veganer, die - wie meine Freundin - Fleischersatzprodukte sonst nicht essen, ist der Spieß sicher ungewohnt, da er recht "fleischig" schmeckt. Ich denke, Fleischessenden könnte man ihn getrost unterjubeln ohne dass sie einen Unterschied bemerken würden. Die Dampfknödel sahen farblich sehr ungewöhnlich aus und erinnerten mich auch wegen der Füllung am Mochis. Die Füllung war dann auch nicht so wie ich es erwartet hatte, das Gemüse war wohl eher püriert worden und schmeckte süßlich (und nein, ich hatte nicht aus Versehen die Nachspeise bestellt), aber gut. Die Reisnudelrollen, die ich eigentlich hatte bestellen wollen, gab es an dem Tag leider nicht - ein Grund mehr, nochmal zu kommen!
Als Hauptgericht hatte meine Freundin gebratene Nudeln mit verschiedenen "Veggies" (so heißen die "Fleischersatzprodukte" im "Jade") und ich hatte die Kung-Pao-Ente mit Frikadelle. Die "Ente" sah ziemlich realistisch aus, dennoch konnten sich meine Ängste, dass ich es mit Mock Duck zu tun bekommen würde, nicht bestätigen. Die "Ente" hatte eine knusprige "Haut", die ganz und gar nicht wabbelig war und - natürlich - ohne die für Enten typische dicke Fettschicht. Sie schmeckte auch sehr ähnlich zum tierischen Pendant, da ich aber erst seit zwei Jahren Vegetarierin bin, konnte ich den Unterschied noch schmecken (was irgendwie ja doch beruhigt ;-) ). Die Sauce war sehr lecker, leicht scharf abgeschmeckt und das Gemüse sehr frisch und al dente. Sogar Cashew-Kerne und Morcheln waren drin, ich liebe beides wirklich sehr!
Von den Nudeln meiner Freundin habe ich nichts probiert, nur ein Stückchen des Veggie-Schinkens, der nicht so mein Fall war. Die Portion war aber, wie meine, sehr groß und wir hielten uns danach die Bäuche. Nicht mal die obligatorische gebackene Banane hätte ich noch runterbekommen - im "Jade" natürlich mit Agavendicksaft statt mit Honig.

Übrigens: Wer nicht so auf diesen ganzen Ersatzkram steht, bekommt im "Jade" auch Gerichte nur mit Gemüse. Die Preise sind vergleichbar mit anderen asiatischen (v.a. chinesischen) Lieferdiensten, mein Gericht kostete beispielsweise sieben Euro, die Dampfknödel 2,50 €.

Wir haben beide beschlossen, auf jeden Fall noch mal zum "Jade" zu fahren. Also eine klare Empfehlung - nicht nur für Vegetarier oder Veganer!




Bilder (c) Frau von Saltkrokan

Dienstag, 25. September 2012

Lauch-Apfel-Suppe

(c) Frau von Saltkrokan
Diese Suppe gab es letzte Woche bei meinem ersten Vegan Wednesday. Das Rezept fand ich in der "köstlich vegetarisch 5/2012" und habe es wie immer etwas abgewandelt.

Für zwei Suppenschalen braucht man Pi mal Daumen:
eine Zwiebel
drei Stangen Lauch
drei Äpfel
800 ml Gemüsebrühe
Olivenöl zum Anbraten
Currypulver, Salz, Pfeffer
Sojasahne

Zwiebeln schälen und Würfeln. Lauch putzen und in Ringe schneiden. Beides mit dem Olivenöl ein paar Minuten anbraten. Currypulver darüber streuen und Gemüsebrühe dazugießen. Suppe acht Minuten köcheln lassen.
Den Apfel waschen, entkernen und in Würfel schneiden (nicht schälen!). Zur Suppe geben und weiter fünf Minuten köcheln lassen. Alles pürieren, wenn der Lauch und die Äpfel weich sind. Einen Schuss Sojasahne dazugeben und mit Curry, Salz und Pfeffer abschmecken.

Sonntag, 23. September 2012

Wochenrückblick 17.9.-23.9.

(c) Frau von Saltkrokan
[GESEHEN] Sehr viele Ärzte ("Grey's Anatomy" und "Emergency Room").
[GEHÖRT] Den wundervollen Gert Heidenreich, der den "Hobbit" liest.
[GELESEN] Commala-come-come.
[GEGESSEN] Zum ersten Mal einen kompletten Tag vegan.
[GETRUNKEN] Lieblingstee vom liebsten Teedealer.
[GEDACHT] Manchmal bin ich doch schon sehr kauzig ...
[GEFREUT] Über die Erfolge meiner besten Freundin <3
[GEÄRGERT] Bahnfahren ist manchmal verdammt teuer ...
[GELERNT] Reisdrink ist nicht zum Aufschäumen geeignet. Leider :-(
[GEWÜNSCHT] dass das Wetter jetzt bitte genauso bleibt.
[GEPLANT] Essen im "Jade".
[GEKAUFT] Neue Kurzstiefel. Endlich!
[GEKLICKT] Viele Blogs, die am Vegan Wednesday teilnehmen.

Freitag, 21. September 2012

Karma Komba Shampoo Bar von Lush

(c) Frau von Saltkrokan

Früher, wenn ich in der Altstadt an der örtlichen Lush-Filiale vorbeilief, dachte ich nur "Boah, das ist ja furchtbar, wie stark das da riecht!". Dann stieß ich auf diversen Blogs immer öfters auf den Namen Lush und traute mich endlich mal in den Laden rein. Und dachte jetzt "Wieso bin ich nicht früher hier rein?". Lush ist leider nicht ganz billig, sonst würde ich dort öfters einkaufen - mein Studentenbudget lässt leider nur ab und an besondere Sachen zu. 
Meine Mutter hatte sich mal den "New" Shampoo Bar geholt und ich konnte ihn testen. Der Shampoo Bar ist super und die Haare "quietschen" nach dem Waschen, das hatte ich schon lange nicht mehr bei einem Shampoo.
Mir selbst habe ich jetzt den "Karma Komba" Shampoo Bar geholt und bin von ihm ebenso begeistert. Auf den ersten Blick sind die 8,50 € eine Menge Geld, aber der Shampoo Bar ersetzt - laut Lush - ca. 2 bis 3 Flaschen flüssiges Shampoo und da ich nach dem Waschen wirklich das Gefühl habe, dass die Haare sauber sind und ich nicht nur Shampoo reingeschmiert habe, ist er mir das Geld wert. Zudem ist er vegan und Lush gefällt mir als Unternehmen sehr gut, so gut, dass ich solch ein Unternehmen unterstützen möchte. Der Shampoo Bar schäumt außerdem ziemlich gut, man muss nur ein paarmal über die Haare reiben. Die "Quietsch"-Effekt war nicht so stark wie bei dem "New" Shampoo Bar, aber dennoch spürbar. Riechen tut er auch gut - und wenn er noch unbenutzt in der Dusche liegt, dient er als Raumduft *hihi*
Ich halte euch mal auf dem Laufenden, wie lange der Shampoo Bar hält!

Donnerstag, 20. September 2012

Vegan Wednesday - das erste Mal


Durch gourmande bin ich auf den Vegan Wednesday gestoßen, komme allerdings erst diese Woche dazu, mich damit auseinander zu setzen und es anzupacken.
In den letzten Wochen merkte ich immer mehr, dass vegane Ernährung gar nicht soooo schwer ist wie ich immer dachte. Diese Aktion ist für mich ein toller Anlass, einen weiteren Schritt in diese Richtung zu tun. In den eigenen vier Wänden habe ich Milch und Joghurt durch die pflanzlichen Alternativen ersetzt und selbst Käse esse ich nicht mehr so oft auf dem Brot wie früher. Dennoch stehe ich weiterhin sehr auf solche Sachen wie Parmesan oder Feta. Und Ziegenkäse, mein Laster.
Für das erste Mal hat es schon viel Spaß gemacht, einen kompletten Tag vegan zu leben, aber das Obst und das Gemüse kamen ein wenig zu kurz ...
Die Beiträge sammelt diesmal Cara ein.

Morgens gab es Pancakes mit Ahornsirup und Erdbeer-Quittenmarmelade. Dazu Früchtetee.
Mittags ein kleiner Snack: Möhrensalat mit Soja-Joghurt und Brot mit Auberginen-Streichcreme und Paprika.
Abends gab es Lauch-Apfel-Suppe mit Sojasahne. Rezept kommt demnächst!
Zum Abschluss des Tages für die Süßgelüsste einen Kakao und Vanille-Pudding.

Mittwoch, 19. September 2012

Morgenlauf

Das Joggen und ich. Seltsam. Immer wieder versuche ich es und bin dann nicht motiviert genug. Eigentlich mag ich Laufen auch nicht wirklich ... Aber irgendwie finde ich es auch toll, besonders, weil es keinen hohen Aufwand erfordert so wie das Schwimmen. Bei meinen Eltern war ich morgens früh laufen, dort habe ich das Glück, ein paar Meter weiter durch den Wald laufen zu können. Dort ist es früh am Morgen wunderschön, so ruhig und weil es etwas kühler war, kam ich nicht so ins Schwitzen. Immer schön langsam, eine Minute joggen, zwei Minuten gehen. Immer schön langsam anfangen.




Bilder (c) Frau von Saltkrokan

Dienstag, 18. September 2012

Kürbis-Curry

(c) Frau von Saltkrokan

Eigentlich bin ich nicht so wild auf Kürbis wie so manche/r Food-Blogger/in (jedenfalls habe ich so den Eindruck). Ich finde Kürbis ganz lecker, aber es ist bei weitem nicht mein Lieblingsgemüse. Dennoch muss ich einfach regelmäßig Kürbis essen, ich versuche immer neue Rezepte. Dieses habe ich in der letzten (?) Ausgabe der "köstlich vegetarisch" entdeckt und ein wenig abgewandelt.

Die Mengenangaben sind mal wieder sehr Pi mal Daumen, für zwei Portionen:

1/2 Hokkaido-Kürbis
1 rote und 1 gelbe Paprika
2 Handvoll Staudensellerie
1 Knoblauchzehe
Paprika, edelsüß
Chiliflocken
1 Prise Zimt
Salz, Pfeffer
Öl zum Braten

dazu Reis

Das Gemüse in Würfel schneiden, den Knoblauch hacken und in einer Pfanne anbraten, das Gemüse dazu, mit den Gewürzen abschmecken. Mit Wasser ablöschen und weich kochen. 

Sonntag, 16. September 2012

Wochenrückblick 10.9.-16.9.

(c) Frau von Saltkrokan

Ich bin wieder online und deswegen kommt wie gewohnt der Wochenrückblick, aber bei dem herrlichen Herbstwetter zieht man dann wieder gern den Stecker!

[GESEHEN] Eine liebe Freundin aus der Grundschule. Nach über zehn Jahren <3
[GEHÖRT] "Holy Wood" von Marilyn Manson. Bäm!
[GELESEN] Immer noch "Still" von Susan Cain.
[GEGESSEN] Sellerieschnitzel von Mama.
[GETRUNKEN] Soja-Chocolate Mocha von Starbucks. Geburtstagsaktion sei Dank für 1,50 €.
[GEDACHT] Vegan ist ja doch nicht so schwer.
[GEFREUT] Thank god it's fall!
[GEÄRGERT] Über immer weniger Zeug.
[GELERNT] Bei manchen Menschen hat man das Gefühl, sie seien nie wirklich weg gewesen.
[GEWÜNSCHT] Neue Schuhe für den Herbst. Aber keine gefunden ...
[GEPLANT] Spaziergänge, Spaziergänge, Spaziergänge.
[GEKAUFT] Die tollste Postkarte ever (siehe Foto).
[GEKLICKT] Lush

Dienstag, 11. September 2012

Der Herbst.

(c) Frau von Saltkrokan

Während ihr das hier lest, bin ich eigentlich nicht wirklich da, ich habe mal wieder den Stecker gezogen und genieße das Offline-Leben. Dennoch fiel mir etwas ein, das ich noch festhalten wollte, solange ich gerade nichts in die Welt hinaus schreiben kann: Worauf ich mich freue in den nächsten Wochen, die die schönsten Wochen des Jahres sind, wie ich finde. Ich liebe den Spätsommer und frühen Herbst nämlich, wenn sich die Blätter verfärben und die Sonne tief steht. Wenn es schon so kalt wird, dass man sich dicker anziehen muss, die Schals herauskramt und eine Jacke.
Ich freue mich auf das Rascheln der Blätter am Boden, auf meinen Mantel, auf Schals und Stiefel. Auf Spaziergänge im Park, wenn es schon anfängt dunkel und kühler zu werden. Ich freue mich auf meine Lieblingsäpfel beim Obst- und Gemüseladen um die Ecke, genauso auf deftige Eintöpfe und süße Breie und die ersten Bratäpfel, die ich esse, sobald es draußen um die zehn Grad hat. Ich freue mich auf neue Produkte von Alverde und Balea, auf Düfte, die schon die Weihnachtszeit erahnen lassen.
In diesem Jahr freue ich mich außerdem auf meine Abschlussarbeit (ja, wirklich!), weil ich ein tolles Thema habe, in das ich mich hineinstürzen will. Etwas später dann freue ich mich auf den Besuch meiner Mama und das Toten-Hosen-Konzert mit meinem Papa. Ich werde die ersten Weihnachtsgeschenke vorbereiten und will viel backen und kochen. Sauna möchte ich auch ausprobieren.
Es wird ein - hoffentlich toller - Herbst, in dem vieles anders sein wird als in den Jahren davor.

Sonntag, 9. September 2012

Wochenrückblick 3.9.-9.9.

(c) Frau von Saltkrokan
[GESEHEN] "Game of Thrones" und sofort süchtig geworden.
[GEHÖRT] Ein Alltime-Favourite-Album, "Eat me, drink me" von Marilyn Manson.
[GELESEN] "Still" von Susan Cain, sehr erhellend.
[GEGESSEN] Oft vegan. U.a. im "Sattgrün".
[GETRUNKEN] Ein Krefelder - auf das Wohl meines Papas, der Geburtstag hatte.
[GEDACHT] dass Omas einfach der Knaller sind.
[GEFREUT] Ab heute für ein paar Tage in die Heimat!
[GEÄRGERT] weil Fortuna den Tagesticketverkauf noch nicht freigegeben hat.
[GELERNT] dass ich nicht egozentrisch oder sonst was bin, sondern einfach anders (siehe [Gelesen]).

[GEWÜNSCHT] Weniger Gedankenchaos.
[GEPLANT] Ein Treffen mit einer Freundin aus Grundschulzeiten.
[GEKAUFT] Gari für meinen Papi :D (Weil hier billiger als in der Provinz)
[GEKLICKT] Vegan Wednesday

Samstag, 8. September 2012

[Alltime-Favourite] "Eat Me, Drink Me"

Man hat sich schon durchaus sehr überrascht gezeigt, wenn ich von meiner Vorliebe für etwas härtere Musik erzählt habe - wobei ich mich frage, wieso ... Ob ich wirklich so unschuldig aussehe?! Und falls ja, was hat das mit meinem Musikgeschmack zu tun?
Eine dieser Vorlieben gilt seit Jahren Marilyn Manson, von dem ich eine einigermaßen hohe Meinung habe, zumindest von ihm als Künstler. Denn ich denke, dass so ein Künstler sein muss: Eigen, etwas exzentrisch und kritisch. Marilyn Manson fällt auf und auch wenn seine Art manchmal sehr übertrieben scheint, trifft er anscheinend gerade in den Vereinigten Staaten einen Nerv damit: Sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht. Entweder man mag ihn oder man mag ihn nicht (oder hasst ihn sogar). In den letzten Jahren ist er - so empfinde ich es zumindest - etwas salonfähiger geworden, was sicherlich viel mit seinem Imagewechsel zu tun hat, immerhin kleidet er sich jetzt schon fast normal, aber auch mit seiner Ehe mit Dita von Teese, die ihn auf die roten Teppiche gebracht hat. 
Für mich entdeckt habe ich Marilyn Manson mit unschuldigen zwölf Jahren, als "The Fight Song" bei MTV gespielt wurde. [Ihr erinnert euch, ich war auch als Teenie schon in anderen musikalischen Gefilden als Gleichaltrige unterwegs.] Ich kaufte mir die Single und dann lieh ich mir das Album aus, "Holy Wood (In The Shadow Of The Valley Of Death)". Und war begeistert und bin es bis heute, denn hey, wer schreibt heutzutage noch richtig gute Konzeptalben? "Holy Wood" ist bis heute neben "Eat Me, Drink Me" eines meiner Lieblingsalben, die ich ohne Unterbrechung von Anfang bis Ende durchhören kann. "Eat Me, Drink Me" kam heraus als ich Abitur machte und ich genoss es, mit dem Auto an der Schule vorzufahren während aus den Boxen in voller Lautstärke Marilyn Manson dröhnte (Man muss seine Andersartigkeit ja pflegen ...).
Es ist übrigens nicht so leicht, die Band Marilyn Manson und den Musiker Marilyn Manson zu unterscheiden, denn die eine lebt vom anderen. Ganz ähnlich wie bei den Nine Inch Nails, die eigentlich genau genommen fest nur aus Trent Reznor bestehen.

Seit ein paar Tagen läuft "Eat Me, Drink Me" also wieder rauf und runter in meinem Player. Es ist das vielleicht zugänglichste Album von Marilyn Manson, weil es kein Konzeptalbum und zudem sehr persönlich ist. Mit diesem Album verarbeitet er die Scheidung von Dita von Teese und feiert gleichzeitig seine neue Beziehung zu Evan Rachel Wood (die inzwischen auch in die Brüche gegangen ist). 
Es ist schwierig zu sagen, welche Songs ich am liebsten höre, es kommt auch immer ganz auf die Stimmung an. Die erste Singleauskoppelung "Heart-Shaped Glasses (When The Heart Guides The Hand)" kennt man vielleicht sogar aus dem Radio und anfangs hat mir der Song gar nicht gefallen, weil er so poplastig war, so sehr Mainstream, inzwischen finde ich ihn sogar ganz gut. Nur der Remix auf dem Album ist wirklich wirklich grottenschlecht - was soll so ein Schund auf einem Album? "Heart-Shaped Glasses" tanzbar, fertig verpackt für die Disko ...
Weitere tolle Songs sind "The Red Carpet Grave", "Evidence", "Are You The Rabbit?" und "Eat Me, Drink Me". Besonders der titelgebende Song ist textlich sehr stark und erinnert an ältere Songs von Marilyn Manson. Und nun, wieso ich Marilyn Manson so schätze: Ich denke, er ist sehr gebildet (Hier zeigt sich mal wieder, dass man immer hinter die Fassade blicken sollte) und das zeigt sich bei "Eat Me, Drink Me" in besonderer Weise, denn die Literaturliebhaber unter euch haben es sich sicherlich schon gedacht, hier spielt "Alice im Wunderland" eine wichtige Rolle. Da freut sich das Literaturwissenschaftlerinnen-Herz! Intermedialität in ihrer schönsten Form! Solche Kniffe unterscheiden in meinen Augen "normale" 0815-Musiker von richtigen Künstlern. Denn ein Lied über Liebe kann jeder schreiben, aber Bezug auf Kunst und Literatur nehmen, das tun nicht so viele. "Alice im Wunderland" hat schon viele Künstler inspiriert, Manson ist also bei weitem nicht der erste, aber es macht immer wieder Spaß, solche Bezüge zu entdecken.

Donnerstag, 6. September 2012

[WIP] XL-Schal

(c) Frau von Saltkrokan

Nachdem ich meine erste Mütze gestrickt hatte, ist eine leichte Strickflaute über mich hereingebrochen. Von der restlichen Wolle habe ich ein Stirnband gestrickt, aber sonst bin ich immer noch an meinem XL-Schal, der bei den heißen Temperaturen der letzten Wochen ruhen musste. Schurwolle ist viel zu warm, um sie bei über 30 Grad zu stricken ...

(c) Frau von Saltkrokan
Die Wolle hatte ich günstig bei Wolle Rödel bekommen, das Knäuel nur 1,25. Und da ich den Schal bis auf Knielänge stricken wollte, brauchte ich einen ganzen Haufen Wolle ;-) Der Schal hat nur fünfundzwanzig Maschen Breite und weil die Wolle relativ dick ist (Ich stricke mit 8er Nadeln), lässt er sich auch schnell stricken - trotz Überlänge. Aber wie gesagt, bei tropischen Temperaturen zieht sich so ein Projekt dann mal gerne in die Länge ...

Ich hoffe, dass ich jetzt bald neue Projekte anfangen kann, denn die Wolle liegt schon bereit: für ein paar Stulpen, für eine zweite Mütze, für zwei Tücher und ein Weihnachtsgeschenk. Es gibt also theoretisch genug zu tun!


Edit:
"Game of Thrones" sei Dank habe ich den Schal beendet. Er ist jetzt eher XXL und reicht fast bis zu den Fußgelenken.

Dienstag, 4. September 2012

Die Frau von Saltkrokan - jetzt auch fischfrei

Bis vor kurzem aß ich - nachdem ich seit Ende 2010 fleischfrei lebe - noch ab und an Fisch. Wieso? Ich weiß es nicht. Vielleicht weil mir Fische weniger leid tun, vielleicht, weil ich mir ein Hintertürchen offen lassen wollte, wenn ich Sushi essen gehe. Doch dann stieß ich auf Tims Fish Fight, eine Kampagne von Tim Mälzer, und habe begonnen, auch über Fische nachzudenken. Wieso spreche ich Fischen Rechte ab, die ich Schweinen, Rindern und Hühnern zugestehe? Und wieso soll Fischerei weniger eine "Schweinerei" sein als Massentierhaltung? Wieso habe ich bisher bei diesem Thema die Augen verschlossen - genauso wie es omnivor Lebende beim Thema Massentierhaltung tun? Mich haben Filme wie "Die Bucht" oder "Sharkwater" aufgewühlt, ich bewundere die Arbeit von "Sea Shepherd", aber wieso konnte ich bisher kein Mitleid mit dem Fisch auf meinem Teller entwickeln?

Im Gegensatz zu anderen Vegetariern und Veganern finde ich das Fleischessen an sich nicht abstoßend (obwohl ich selbst es wohl nicht mehr kann), sondern das, was heutzutage dahintersteht. In früheren Zeiten haben die Menschen noch in Einklang mit der Natur gelebt, haben sich nur so viel genommen wie sie brauchten, und haben Fleisch nicht in Massen "produziert" und die Meere leer gefischt. Die moderne Fischerei ist jedoch viel zu gierig und verschwenderisch. Man nimmt keine Rücksicht mehr auf natürliche Gleichgewichte. Ich finde es schlimm, dass es so viel Beifang gibt und manche Fischarten dem Aussterben nahe sind, weil sich die Menschheit in ihrer Gier nicht zurückhalten kann. Es ist schlichtweg falsch, was dort getrieben wird.
Tim Mälzer setzt sich als Koch natürlich nicht dafür ein, dass die Leute gar keinen Fisch mehr essen, aber dennoch finde ich die Kampagne super. Genauso wie ich Sarah Wieners Haltung toll finde, die ein Zurück zum Sonntagsbraten fordert. Man kann von den Leuten nicht verlangen, dass sie plötzlich Vegetarier oder Veganer werden, aber man kann zur Mäßigung und zu Respekt aufrufen. 
Bisher habe ich darauf geachtet, dass die Fische zertifiziert waren, keinen Thunfisch mehr gegessen, keine Garnelen. Aber nun ist auch das vorbei. Das ist wieder eine Entwicklung, wieder Fragen beantworten, wieder Absagen erteilen (zum Beispiel ans Muschelbüffet in der Dorfkneipe). 
Aber es fühlt sich besser an als die Kompromisse.

Montag, 3. September 2012

Kulinarisches Fundstück: Süße Kokoschips

(c) Frau von Saltkrokan

Von der Veggie World habe ich mir etwas urleckeres mitgenommen: Süße Kokoschips. Sie schmecken leicht nach Kokos, angenehm süß und haben eine Menge Kalorien ;-) Immerhin 492 auf 100g, aber die ganze Dose hat 125g und nach ein paar Fingerchen voll hat man schon genug. Man kann sie für Desserts verwenden, außerdem zum Salat und im Müsli - aber ich finde, dafür schmecken sie viel zu lecker, pur essen ist doch viel toller.
Die Kokoschips gab es zum Messepreis, erhältlich sind sie - laut Dame am Stand - wohl vor allem erst über die Herstellerseite, nach und nach sollen sie aber auch in Bioläden Einzug erhalten.
Sehr lecker war auch der Kokosblütensirup, den meine vegane Freundin, die mit auf der Messe war, mitgenommen hat und der kaum nach Kokos geschmeckt hat. Ideal als Honigersatz für Veganer.




P.S.: Ich mache mit diesem Beitrag keine Werbung, weil ich Geld vom Hersteller bekommen habe, sondern weil ich das Produkt toll finde.

Samstag, 1. September 2012

Wochenrückblick 27.8.-2.9.

(c) Frau von Saltkrokan


[GESEHEN] Den neuen Woody Allen, "To Rome with Love". Wie immer super!
[GEHÖRT] Världens bästa band, Kent. Hög och ner. Dagligen.
[GELESEN] Mal wieder einen Pratchett, "Das Erbe des Zauberers".
[GEGESSEN] Pröbchen auf der Veggie World.
[GETRUNKEN] Viel warmen Tee, es ist so langsam wieder die Zeit dazu.
[GEDACHT] Überraschend wenig, dafür umso mehr geträumt.
[GEFREUT] Der neue Ikea Katalog ist endlich da!
[GEÄRGERT] Über Glasscherben am Altstadtboden.
[GELERNT] Von einer Kollegin, was "danke" auf chinesisch heißt ("schieschie").
[GEWÜNSCHT] Herbst. Jetzt. Sofort.
[GEPLANT] Neue Strickprojekte.
[GEKAUFT] Kirsche-Chai-Duschgel von Alverde. Riecht urlecker!
[GEKLICKT] www.alles-vegetarisch.de