Dienstag, 14. Mai 2013

[Tag] Harry Potter und ich

Gefunden habe ich diesen Tag bei Nina von libromanie. Und ihr denkt euch jetzt: "Harry Potter, das ist doch lange vorbei?" - Oh nein, Harry Potter ist nie vorbei. Always eben.

1. Deine Harry Potter Geschichte, deine erste Begegnung mit Harry Potter?
Als der erste "Harry Potter" erschien, war ich nicht großartig interessiert. Ich hatte schon immer eine Abneigung gegen gehypte Bücher (auch schon mit neun). Irgendwann jedoch, als der dritte Roman erschien (da war ich elf), lieh ich mir die Bücher von einer Freundin aus und war hoffnungslos angefixt. Seitdem habe ich mir die Bücher immer von ihr ausgeliehen, nur den siebten Band haben meine Ma und ich uns zusammen gekauft. Wieso wir die Bücher immer ausgeliehen haben? Weil wir es blöd fanden, so viel Geld für einen Tag Lesestoff auszugeben!
Und inzwischen ist "Harry Potter" irgendwie Teil der Familie, so ein nach Hause kommen. So sehr, dass ich irgendwann auch noch ein Tattoo zu den Büchern stechen lasse ...

2. Hast du alle Bücher gelesen/Filme gesehen?
Ja, allerdings habe ich die Bücher nur auf Deutsch gelesen, das Original möchte ich noch nachholen. Die Filme schaue ich inzwischen auch auf Englisch und finde es seltsam, sie beispielsweise im Fernsehen auf Deutsch zu sehen. Die Hörbücher höre ich regelmäßig, so wie als Kind "Bibi Blocksberg", rauf und runter.

3. Wenn du sie gelesen hast – bevor du den Film geguckt hast, oder danach?
Immer davor.
4. Dein liebster HP Band/Film? Und schlechtester?
Eigentlich "Der Gefangene von Askaban", aber inzwischen mag ich den "Feuerkelch" auch sehr gerne. Am schlechtesten fand ich den letzten, einfach, weil da zu viel zusammen kam und das Ende dann so lieblos erschien, da hatte ich mir mehr erwartet. Den geringsten Bezug habe ich zur "Kammer des Schreckens", weiß auch nicht, wieso ...

5. Dein Lieblingscharakter gut/böse?
Das ist eine sooo schwierige Frage. Sicherlich Sirius, die Zwillinge Fred und George, Luna, Remus, Hermine, Arthur Weasley. Und inzwischen irgendwie auch Snape. Manchmal. Wenn er "Always" sagt ... (Man merkt, ich habe eine starke Affinität zu den "Guten").

6. Lieblingsschauspieler/in?
Alan Rickman und Emma Watson.

7. In welchem Haus würdet ihr am liebsten sein, wenn ihr Schüler/in von Hogwarts wärt?
Ravenclaw. In der stillen Hoffnung, dass ich da auch hingehören würde ;-)

8. Welches Haustier hättet ihr gerne?
Eine Katze oder eine Eule.

9. Gefällt dir das Ende oder hättest du es dir anders gewünscht/vorgestellt?
Mit ein wenig Abstand betrachtet finde ich das Ende stimmig, aber insgesamt war mir der letzte Band zu lieblos und schnell heruntergearbeitet. Und das kitschige Ende-Ende fand ich furchtbar ...

10. Wolltest du auch schon immer mal Butterbier trinken?
Ja, und Rosmertas Met und Kürbissaft!

11. Lieblingsort? (Hogsmeade, Hogwarts, Fuchsbau, Gemeinschaftsturm…)
Der Fuchsbau. Weil es sich dort immer so nach Zuhause anfühlte und das Haus so schön verwinkelt und sonderbar ist.

12. Lieblingslehrer- und Schulfach?
Verwandlung. Tollster Lehrer ist aber Lupin.

13. Traurigster Moment?
Immer wenn jemand starb, den ich mochte. Der Rückblick von Snape. Als die Dursleys abreisen und Dudley fragt, wieso Harry nicht mitkommt.

14. Welches Fabelwesen ist dein Liebling? (z.B. Dobby..)
Seidenschabel und Norbert. Und Kreacher, als er später nett ist.

15. Welches Buchcover gefällt dir am besten?
Eigentlich finde ich alle irgendwie ein wenig platt, die englischen Cover gefallen mir auch viel besser als die deutschen.

16. Was wäre bei dir im Raum der Wünsche?
Eine riesige Bibliothek mit einem bequemen Ohrensessel in der Mitte. Oder ein Wald.

17. Hast du mit 11 auch auf einen Brief von Hogwarts gewartet?
Eigentlich nicht, so sehr Fan war ich damals ja noch nicht.

18. In was würde sich ein Irrwicht bei dir verwandeln?
Ich denke da in Richtung Molly Weasley, also die Leichen von Menschen, die ich liebe.

19. Was ist dein Lieblingsartefakt? (Zeitumkehrer, Schwert von Gryffindor, Denkarium)
Das Denkarium, es wäre toll, mal den ganzen Gedankenballast los zu werden. Und der Zeitumkehrer.

Montag, 13. Mai 2013

[Immer schon mal] Vegan leben: Die erste Woche

Da es in der letzten Woche etwas drunter und drüber ging, konnte ich euch gar nicht so auf dem Laufenden halten wie ich es gerne getan hätte (und deswegen gibt es auch keinen normalen Wochenrückblick). Daher kommt meine erste (von zweien) vegane Woche hier kompakt und in aller Schnelle zusammengefasst:
Das Wichtigste für alle besorgten Verwandten und Freunde zuerst: Ich lebe noch und bin nicht an Mangelerscheinungen gestorben. Manchmal rumpelt es ganz schön im Magen, das mag durch die nun ausschließlich pflanzliche Kost so sein oder auch durch den Stress, weiß der Himmel. Vermissen tue ich bisher auch noch nichts, obwohl ich am Samstagmorgen neben M. saß und ihm sehnsüchtig beim Rührei-Verspeisen zusah. Da ich mich im letzten Sommer eh schon mit großen Schritten in Richtung vegane Ernährung bewegt hatte, sind mir auch noch keine großen neuen Erkenntnisse gekommen, allerdings war das Brotkaufen etwas ernüchternd. M. und ich standen bei Real und wollten abgepacktes Brot bzw. Toast kaufen, weil das auch einfacher zum Kalorienzählen ist. In den ersten drei Sorten war direkt schon mal Natriumstearoyl-2-lactylat, das - man kann es sich wegen des "lactylat" denken - nicht vegan ist. Sehr schön. Dann erfuhr ich auch noch im Nachhinein, dass einer meiner Lieblingstoasts nicht einmal zu hundert Prozent vegetarisch ist (wegen des Emulgators E471), wodurch es mir nachträglich fast hochkam.
Auf große Ablehnung oder Irritiertheit bin ich bisher nicht gestoßen, meine Lieblingsmenschen sind eh inzwischen einiges an Verrücktheiten von mir gewohnt und auf viele Fremde bin ich nicht gestoßen (Sieht man von der Geburtstagsparty eines Kumpels von M. ab und da hatte ich mein eigenes Essen sozusagen dabei und fiel wegen des Buffets nicht groß auf). Interessant war die Erkenntnis, dass sich viele Menschen immer noch nicht mit dem befassen, was sie essen und oftmals nicht wissen, welche Lebensmittel was enthalten (dass z.B. Mayonnaise Eier enthält und damit nicht vegan ist). Das finde ich insofern erschreckend als dass es für wirklich alle Menschen von Interesse ist - egal ob sie sich nun vegan, vegetarisch, omnivor oder koscher ernähren. Ein wenig Hilflosigkeit begegnete mir bei M.s Mutter, der Schwiegermama in spe, die sich Gedanken machte wie sie mich denn nun satt kriegen sollte und nachfragte, ob sie Sojamilch und Artverwandtes besorgen sollte, wo mir Umstände bereiten doch immer so unangenehm ist ... Allerdings war auch sie sehr neugierig und fragte nach statt mich für verrückt zu halten, was solche Experimente immer sehr viel leichter macht.

Nun aber zum interessanten Teil des Blogposts, den Bildern von meinem Essen. Ich habe nicht sämtliches festgehalten, sondern nur die jeweilige warme Hauptmahlzeit, da ich mich am Ende doch dagegen entschied, jeden Tag darüber zu bloggen - vielleicht mache ich das, falls Interesse besteht, in der zweiten Woche ausführlicher.

(c) Frau von Saltkrokan
Am ersten Tag ging es ganz und gar nicht vorbildlich zu, weil ich keine Lust hatte groß zu kochen, weswegen halbfertiges auf den Tisch kam: Marokkanische Gemüseburger von Alnatura, Basmatireis und indisches Curry (auch von Alnatura). Die Burger kann ich, wie die normalen Gemüseburger von Alnatura, empfehlen, vor allem für den schnellen faulen Hunger. Die Currysauce war ganz nett, aber etwas zu schwach auf der Brust und vor allem etwas zu teuer im Verhältnis gesehen.
(c) Frau von Saltkrokan
Dienstag ging es dann fast genauso weiter, etwas fertiger als wir es gewöhnt sind: Rahmspinat mit Kartoffelstampf und Gemüsestäbchen (bzw. für M. Fischstäbchen).

M. meinte, den Unterschied zur normalen Sahne im Spinat und zur normalen Milch im Stampf habe er nicht bemerkt - yiha! Dass die Gemüsestäbchen von Iglo vegan sein könnten hätte ich mir nie vorstellen können, bis J. mich darauf hinwies und ein Blick auf die Packung bewies: Tatsächlich, die sind vegan! Hallelujah!
So vorbildlich mein Start in die veganen Wochen war, so jäh endete er am Mittwoch, als wir beim Japaner essen waren. Leider ging ich davon aus, dass vegetarisch beim Japaner gleich auch vegan ist, dachte nicht daran, dass in den gebratenen Nudeln üblicherweise Ei ist und verdrängte ein wenig, dass der Sushiessig eventuell auch nicht vegan sein könnte. Meine Lektion an diesem Tag war dann auch, dass man bei solchen Aktionen vorher nachfragen sollte statt sich auf etwas zu verlassen - wieder etwas dazu gelernt ... Das schlechte Gewissen haben wir dann aber bei einem kalten Getränk bei Starbucks wieder beruhigt. Und was ich so beim Japaner gegessen habe? Unter anderem dies hier:

(c) Frau von Saltkrokan
Inside-out-rolls mit Avocado (obwohl ich Avocado sonst nichts abgewinnen kann, finde ich sie in den Sushis extrem lecker) und Inari, das sind frittierte, etwas süßlich schmeckende Tofutaschen, die mit Reis gefüllt werden.

Donnerstags wollten wir abends zu M.s Mutter fahren, da wir freitags auf einem Geburtstag in seiner Heimatstadt eingeladen waren. Daher gab es nur ein schnelles Pastagericht, mit viel Gemüse (und Parmesan für M.):
(c) Frau von Saltkrokan
Vereinfacht gesagt ist es eine Art Ratatouille auf Spaghetti. Einfach Zwiebeln, Knoblauch, Aubergine, Paprika und Frühlingszwiebeln anbraten und Tomatenmark dazu, glatt rühren und kräftig würzen. Sehr lecker und sehr glücklich machend. Den Parmesan habe ich nur ein wenig vermisst, durch die Gewürze wurde der wieder wettgemacht. Ganz besonders, da ich gerne dazu neige, die Pastasauce mit dem Parmesan so zuzukleistern bis ich nichts mehr von der Sauce schmecke, was ja eigentlich schade ist ...
Nachmittags gab es dann selbstgemachtes Rhabarberkompott von M.s Mama, mit Sojaghurt, den ich mit Vanilleextrakt verfeinert hatte.
Für die Geburtstagsparty eines Kumpels von M. hatte ich dann Couscoussalat gemacht und Rhabarbermuffins mit Streuseln gebacken. In der Eile habe ich allerdings weder von dem einen noch von dem anderen Bilder gemacht, kann aber stolz vermelden, dass der Salat in aller Munde war (im doppelten Wortsinn) und die Muffins auch sehr gut ankamen. Mir stellt sich nur die Frage, ob das auch der Fall gewesen wäre, wenn die Gäste vorher gewusst hätten, dass die Sachen vegan sind, da mit diesem Wort ja leider viel zu oft negatives verbunden wird. Dass viele Salate beispielsweise eh vegan sind, darauf kommt ja eh nie einer ...
Vor der Party hatte M. mir noch eine Portion Tortellini (von Rossmann) zubereitet (all'arrabbiata) - ich wusste ja nicht, wie groß die Auswahl auf dem Geburtstag sein würde und die ganze Zeit meinen eigenen Salat essen wollte ich auch nicht.

(c) Frau von Saltkrokan
Am Samstag gab es - herrje, schon wieder - Vollkorn-Fussili mit "Bolognese"-Sauce. Für die zweite Woche nehme ich mir daher fest vor, weniger Nudeln zu machen ... Das wird ja sonst eintönig und etwas zu leicht macht man es sich damit auch ...

Sonntag war Schlemmertag: Morgens ein zünftiges Kaiser-Frühstück mit Pancakes nach dem Rezept von Björn Moschinski, das ich schon einmal gepostet hatte.
(c) Frau von Saltkrokan
Mittags sollte es eigentlich ein Linsengericht à la Attila Hildmann geben, aber ich hatte vergessen, die Linsen einzuweichen, so dass wir schnell improvisieren mussten. Also gab es Frikadellen für M. (das letzte Fleisch für die nächsten drei Wochen im Übrigen, mehr dazu demnächst auf seinem Blog), für mich Veggie-Würstchen und Ofenkartoffeln. Außerdem habe ich mich das erste Mal an veganer Mayonnaise versucht und es klappte wunderbar und war sehr sehr lecker, das Rezept folgt demnächst!
Zum Nachtisch gab es abends Rhabarber-Apfel-Crumble, da wir noch zwei Stangen Rhabarber von den Muffins übrig hatten - und ab dieser Woche gibt es ja nicht mehr allzu viele Schlemmereien, weil wir nun Kalorien zählen.

Ich bin schon gespannt, wie die zweite Woche so werden wird und ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich wieder auf ein Stück Käse freue. Gleichzeitig habe ich festgestellt, dass Pasta auch ohne einen Berg von Parmesan schmeckt ...

Mittwoch, 8. Mai 2013

[Lesestoff] "The Perks of Being a Wallflower" von Stephen Chbosky

(c) Frau von Saltkrokan

Damit der Kindle endlich mal wieder in Gebrauch ist, habe ich mir "The Perks of Being a Wallflower" (in der Übersetzung "Das also ist mein Leben") von Stephen Chbosky heruntergeladen. Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch die gleichnamige Verfilmung mit Emma Watson (auf Deutsch allerdings "Vielleicht lieber morgen"), die ich jedoch erst nach Lektüre der Vorlage sehen möchte.
Bisher liest sich das Buch sehr nett, allerdings bin ich noch planlos, wo es hinführen wird und ich habe den Verdacht, dass es auch weiter vor sich hin plätschern wird. Es macht aber Spaß, mal ein englisches Buch zu lesen, ganz besonders, weil ich doch mehr verstehe als ich immer denke. Bisher hatte ich nie wirklich die Nerven und Ausdauer, ein englischsprachiges Buch zu lesen wie ich deutschsprachige Bücher lese und habe mich ganz gerne aufs Blättern und Vergleichen beschränkt ...

Der Roman ist in Briefform geschrieben, Briefe von Charlie an einen imaginären (?) Freund, in denen er von seinen Erlebnissen in seinem ersten High School Jahr berichtet. Charlie ist zeitweilig etwas anstrengend, weil er sehr naiv erscheint und ich mich wenig mit ihm identifizieren kann. 
"He's a wallflower."
And Bob really nodded his head. And the whole room nodded their head. And I started to feel nervous in the Bob way, but Patrick didn't let me get too nervous. He sat down next to me.
"You see things. You keep quiet about them. And you understand." (Seite 37)

Sonntag, 5. Mai 2013

Wochenrückblick 29.4.-5.5.

(c) Frau von Saltkrokan
DVDs in der Bücherei abgegeben und ein Buch für 50 Cent erstanden (und zwar dieses hier). Ein gigantisches Paket für die Nachbarn angenommen. Im Baumarkt gewesen und den Lack dann doch stehen lassen. Verzweifelt das Carsharing-Auto gesucht und nicht gefunden (GRRR). Den "Spiegel" probeabonniert und M. den USB-Tischventilator mitbestellt (aye). Zwei Ladungen Wäsche gewaschen. Lecker Spargel gegessen. M.s und meinen Berlin-Blog gestartet. Die Ablage entmistet. Beltane daheim verbracht. Festgestellt, dass ich viel zu wenig lese. Den Billy-Planer von Ikea zu Rate gezogen. Die erste Staffel von "Desperate Housewives" geschaut und beschlossen, die restlichen sieben Staffeln auch nach und nach zu kaufen. Lange lange Zeit mit der Gastherme und dem Installateur verbracht. Spargelsuppe gegessen. Die "Rollnacht" verflucht. Das Navigationssystem verwirrt. Mit Lachkrämpfen im Auto durch die Nacht vergefahren. Verwandte von M. kennen gelernt. Telepathisch kommuniziert. Im feinen Zwirn den achtzigsten Geburtstag von M.s Omi begangen und kugelnderweise nach einem tollen Essen nach Hause gerollt. Um M.s Bart getrauert. Mit Mutti telefoniert. Nach Wohnungen gesucht. Kirsch-Sojaghurt gegessen. Ausgeschlafen. Ein schönes Sonntagsessen zubereitet und gegessen. Mit dem Fahrrad zum Rhein gefahren und einen Becher Eis gegönnt. Die erste vegane Woche geplant. Filme geguckt.

Mittwoch, 1. Mai 2013

Oh, heiß geliebter Spargel!

(c) Frau von Saltkrokan
Als Kind mochte ich Spargel nicht, er war mir immer viel zu holzig und wurde dann mehr und mehr im Mund (Kennt ihr das Gefühl?). Mein Vater hingegen ist großer Spargel-Fan und irgendwann tastete ich mich heran, indem ich ihm die Spargelköpfe klaute, die sind ja sehr viel zarter als die Endstücke.
Letztes Jahr habe ich dann zum ersten Mal Spargel selbst gemacht, allerdings grünen, den ich auch jetzt wo ich Spargel mag, dem weißen vorziehe. Gestern haben M. und ich dann Spargel im Ofen gebacken und mit Semmelbrösel-Butter (nach dem Rezept seiner Familie) und Kartoffeln gegessen.

Den Spargel macht ihr so, mal wieder alles sehr ungefähr:
Pro Person 500 g Spargel schälen und die Enden großzügig abschneiden (Den grünen muss man nicht so extrem schälen, je nachdem, sogar gar nicht).
Dann in Auflaufformen legen, mit einer guten Prise Salz und einem Teelöffel braunem Zucker bestreuen und ein paar Butterflocken darauf geben. Etwas Wasser in die Formen geben und die Formen mit Alufolie abdecken. Bei ca. 200 Grad so lange backen lassen bis der Spargel weich ist.

Für die Semmelbrösel-Butter etwas Butter Pi mal Daumen in einer Pfanne zerlassen und ca. zwei bis drei Semmelbrösel dazugeben, damit die Masse etwas dickflüssig wird.

Die Butter über den Spargel geben und schmecken lassen!

Dienstag, 30. April 2013

Neustart beim Projekt Schweinehund

(c) Frau von Saltkrokan
In den letzten anderthalb Monaten habe ich das Projekt Schweinehund arg schleifen lassen, wegen allgemeiner Faulheit, Masterarbeitsstress und dann dem Urlaub in Berlin. Ab dieser Woche möchte ich aber wieder durchstarten und das eine Spur härter als bisher: Zuvor habe ich nämlich vor allem durch Sport versucht abzunehmen und habe mich beim Essen immer ein bisschen zu sehr herausgeredet. Das soll nun ein Ende haben. Deswegen ist das Kuchengelage in seiner ursprünglichen Form auch erst einmal gestrichen (leider ...). Mein erstes Etappenziel, bis Juni fünf Kilo zu verlieren, werde ich wohl nicht mehr erreichen, aber die Hauptsache ist, dass ich weitermache. Ich habe mir fest vorgenommen, wieder dreimal die Woche zu sporteln und auch wieder mehr schwimmen zu gehen; immerhin habe ich noch eine Zehnerkarte, die genutzt werden will bevor wir nach Berlin ziehen! 
Ihr werdet in Zukunft also wieder etwas mehr von diesem Projekt lesen und die dazugehörige Seite werde ich auch wieder auf dem aktuellen Stand halten.
Schonfrist habe ich erst mal noch zwei Wochen, damit ich mich in die härtere Gangart einfinden kann und zwei in dieser Zeit zwei Geburtstagsfeiern anstehen - gefährlich fürs Hüftgold ...

Meine liebste Wienerin hat mich passend dazu vor ein paar Tagen mit einem Blogeintrag nachdenklich gestimmt. Ich bin ins Grübeln gekommen und habe mich gefragt: Ist das eigentliche Projekt, dem ich mich widmen sollte, nicht vielmehr die Akzeptanz meiner selbst, so wie ich bin? Und wenn ich abnehmen möchte, wieso, weil ich mich unwohl fühle oder weil ich unbewusst einem Ideal hinterher renne? Die erste Frage kann ich ganz vehement mit einem "ja" beantworten, denn das ist das Wichtigste, aber gleichzeitig auch das Schwerste. Sich selbst anzunehmen ist - so kommt es mir jedenfalls oft vor - vor allem für Frauen schwierig, weil wir so oft mit Idealbildern konfrontiert werden (Darüber hatte ich bereits vor zwei Tagen geschrieben).
Bei der zweiten Frage bin ich mir unsicher. Jede/r hat mal Tage, an denen er/sie sich unwohl fühlt, aber allzu oft ertappe ich mich bei dem Gedanken, dass ich schlankere Frauen beneide. Aber was bringt das schon? Nichts außer schlechten Gefühlen! Schlanker und fitter möchte ich aber auch für mich werden, weil das Einkaufen dann wieder mehr Spaß macht und das Zur-Bahn-Rennen leichter wird, weil ich dann keine Spiegel mehr meide und beim Anblick meiner selbst auf einem Foto nicht das Grausen bekomme.

Sonntag, 28. April 2013

Wochenrückblick 22.-28.4.

(c) Frau von Saltkrokan
Mit J. und M. im "Sattgrün" gegessen und im "Pfau" eingekauft. Bärlauch-Pesto gezaubert. Mein Fahrrad zur Reparatur gebracht und dann endlich die Fahrradsaison eröffnet. Nach Kleidern für K.s Hochzeit geschaut und mich per Whatsapp von der Braut höchstpersönlich beraten lassen. Einen neuen legeren Blazer und Feinstrumpfhosen gekauft (Ich hatte keine hautfarbenen mehr!). Und nein, kein Kleid. Die Magnolien im Hofgarten bewundert (siehe Bild). Vollkommen k.o. vom Radfahren nach Hause gekommen (peinlich, peinlich). Pläne für einen Neustart des Projekts Schweinehund geschmiedet. Lange mit K. gechattet. Die vierte Staffel von "How I Met Your Mother" weitergeschaut. Bei Zalando nach Kleidern gesurft. Mit dem Fahrrad abgelegt und eine Schürfwunde und Prellungen eingehandelt. Zum Trost einen Becher Eis von M. spendiert bekommen. Schlecht geschlafen. Im liebsten Café frühstücken gewesen. Die Tetanus-Impfung auffrischen lassen. Über das Medimops-Päckchen gefreut und über einen defekten Warmwasserboiler geärgert. Wieder bei Zalando gesurft und festgestellt: Das Kleid ist weniger kompliziert als die Schuhe. Selbstzweifel gehabt. Mal wieder über das Chaos bei der Deutschen Bahn und Selbstmörder zum Feierabendverkehr geärgert. Über den R2D2 von Lego gefreut, den M. bestellt und zusammengebaut hat - ich liebe diesen kleinen Kerl! Ein Trostpflaster von der Schwiegermama in spe erhalten. M.s beste Freundin kennen gelernt. In L.s Kleiderschrank geräubert. Zuversichtlich gewesen. M. beim Monsterverkloppen zugesehen und Subway to Sally gehört. Das Wort "Azalee" inflationär oft gehört. Im Garten gearbeitet. Urleckere Lasagne gegessen. Bei der zweiten Staffel von "Sherlock" eingeschlafen.

Samstag, 27. April 2013

[Gedanken] Sind wir nicht alle schön?


In letzter Zeit plagen mich immer wieder Gedanken, die um ein großes Themenfeld kreisen, das mich insgeheim eigentlich furchtbar nervt, da es nicht für das steht, was mir wichtig ist, nämlich Äußerlichkeiten. Aber es ist wie verhext, ständig zerbreche ich mir den Kopf um Fragen und Gedanken wie "Bin ich zu dick?", "Wieso kann ich nicht größer sein?", "Ich fühle mich unwohl so wie ich bin." oder ein allzu plattes trotzig dahingeworfenes "Ich bin häßlich!". Der letzte Blogeintrag von H. hat mich nachdenklich gestimmt, ebenso wie das Video der Kosmetikfirma Dove (siehe oben), das mir M. heute gezeigt hat. Und auch wenn mir nach diesem Blogeintrag vielleicht Feministinnen die Tür einrennen und sich dagegen wehren: Es sind eben vor allem wir Frauen mit dem verkorksten Selbstbild. Ja, Frauen, ganz verallgemeinert. Und ja, nicht auch die Männer, denn die ziehen erst in den letzten Jahren allmählich nach was das verzerrte und unrealistische Idealbild in der Werbung angeht.
Woher kommt es, dass wir selbst uns so extrem selbstkritisch und - noch krasser - negativ sehen? So negativ, dass wir uns als häßlich beschreiben, obwohl wir es gar nicht sind? Sind wir nicht alle auf irgendeine Weise schön? Und selbst wenn uns jemand nicht schön findet, entsprechen wir dann nur einfach nicht diesem subjektiven Geschmack? Wenn jemand mit unseren Charaktereigenschaften nicht so klar kommt, macht uns das oft nicht so viel aus als wenn er/sie sagt, wir haben zu breite Hüften, schmale Lippen oder zu buschiges Haar. Die meisten von uns wissen sehr wohl, dass wir nicht annähernd so schlecht aussehen wie wir uns selbst sehen, dass andere uns nicht so sehen, dass wir schön sind. Dass wir attraktive Frauen sind, jede auf ihre eigene Art. Die eine mit langen Locken, die andere mit tollen Augen, die dritte mit langen Beinen, wieder eine andere mit Grübchen in den Wangen. Und das alles hat auch nichts mit sexistischen Reduzierungen zu tun, wir sind nun mal alle noch halbe Neandertaler, die auf solche Äußerlichkeiten "hereinfallen" und wenn wir uns verlieben, dann sehr wohl auch in diese Äußerlichkeiten, denn so ehrenvoll dieses "Auf die inneren Werte kommt es an" auch ist, die Art Mensch erhält diese Weisheit nicht!
Doch zurück zum Thema: Wieso fällt es uns so schwer, uns objektiver zu sehen? Wir sehen uns wie durch einen Zerrspiegel und hören viel zu selten auf ernst gemeinte Komplimente, weil wir an der Vorstellung von uns selbst festhalten: Wie kann mein Mann mich wunderschön finden, bei den Schenkeln und dem Bauch? Und den Dellen in den Schenkeln? - Doch betrachten wir das Szenario doch mal von der anderen Seite: Stört uns der kleine Bauchansatz denn wirklich bei unserem Partner? Nein, wir sehen darüber hinweg, weil wir ihn lieben (Anm.: Man möge mir die heterosexuelle Sicht der Dinge verzeihen, diese kenne ich nur aus eigener Erfahrung am besten ...). 
Die Liebe macht den anderen Menschen schön. Das funktioniert auch bei Mutter und Kind, bei Freundinnen und Freunden. Wen wir mögen oder gar lieben, der ist auch schön für uns. Diese Liebe sollten wir uns selbst auch manchmal gönnen, wenigstens ab und an, gerade, weil es so schwer fällt. Wir sollten uns gegenüber achtsamer sein, uns nicht noch zusätzlich fertig machen, wenn wir einen blöden Tag haben, sondern uns auch mal loben. Das, was wir an uns mögen, besonders lieben und bevorzugt betrachten, wenn wir es nicht schaffen, über die nicht so liebenswerten Stellen hinwegzusehen. 
Die Erkenntnis, das ich mich darin üben muss, hilft mir in den Momenten, in denen ich in das alte Verhalten zurückfallen will. Natürlich verhalte ich mich noch nicht so wie es besser für mich wäre, aber ich möchte es gerne und deswegen versuche ich, ab sofort öfters an meine Augen, meine Lippen, meine Hände und meine Haare zu denken statt an meinen Bauch und meine Beine. Denn insgesamt ist es doch meistens so, dass mehr positives als negatives übrig bleibt, wenn wir ehrlich zu uns sind ...

Donnerstag, 25. April 2013

[Lesestoff] "Vier Arten, die Liebe zu vergessen" von Thommie Bayer

(c) Frau von Saltkrokan

Eigentlich wollte ich ja "The Perks of Being a Wallflower" auf dem Kindle lesen, doch dann entdeckte ich zufällig den neuen Roman von Thommie Bayer in der Bücherei, den ich schon seit Erscheinen auf der To-Read-Liste stehen habe. Der Roman handelt von den Freunden Michael, Thomas, Bernd und Wagner, die früher einmal zu Schul- und Unizeiten eine Band waren und sich dann nach der Bandauflösung aus den Augen verloren. Bei der Beerdigung ihrer geliebten Lehrerin Emmi treffen sie wieder aufeinander. Erzählt wird aus der Sicht von allen Vieren, allerdings steht Michael im Vordergrund und scheint bisher auch der Einzige zu sein, der sich fragt, wieso sich die Freunde aus den Augen verloren haben. Wie bereits auch schon "Heimweh nach dem Ort, an dem ich bin" liest sich "Vier Arten, die Liebe zu vergessen" sehr gut und ich bin gespannt, wie es mit den vier, sich fremd gewordenen Freunden weitergeht!
«Schon beim Einsteigen in den Wagen nahm sich Michael diese spontane Einladung übel. Er brauchte keinen Besuch. Schon gar nicht diese drei Herren, die einander so offenkundig nichts mehr zu sagen hatten und womöglich bei der ersten Gelegenheit Streit bekämen. Was hatte er mit denen zu schaffen?» (S. 45)

Piper Verlag. Hardcover. 281 Seiten. 19,99 € (Kindle: 15,99 €)

Montag, 22. April 2013

Fern-Freundschaften

(c) Frau von Saltkrokan

Weil die vergangene Woche recht ereignislos verlief, möchte ich den Wochenrückblick dieses Mal gerne ausfallen lassen, aber über etwas schreiben, das seinen Ursprung in den Ereignissen der letzten Woche hat. 
Die vergangene Woche war geprägt von Treffen mit Freundinnen. Diese Treffen laufen bei mir meistens etwas hektisch und immer viel zu kurz ab, da die meisten meiner Freundinnen und Freunde über halb Deutschland und Österreich verstreut sind. Früher wohnten - durch die Schule bedingt - die meisten meiner Freundinnen/Freunde höchstens mal zwei Orte entfernt. Durch das Studium und durch das Internet ist das nun anders: Meine liebste Wienerin habe ich beispielsweise in einem Literaturforum kennen gelernt, meine Freundin S. aus Grundschultagen wohnt in H., ich sehe sie aber oft, wenn ich in meiner Heimatstadt bin. Wiederum eine andere Freundin (K., auf deren Hochzeit ich Walzer tanzen möchte) kenne ich aus dem Studium, beruflich bedingt zog sie aber weg und so kam es irgendwann so, dass ich nur noch eine Freundin "vor Ort" habe (J., die vegan lebt) und das sogar direkt um die Ecke. Letzte Woche habe ich K. in Köln getroffen, für eine kostbare Stunde lang, weil sie auf dem Sprung von einem Vorstellungsgespräch nach Hause war. Diese Treffen sind natürlich viel zu kurz und viel zu selten, aber umso wertvoller und umso mehr freue ich (freuen wir) uns, dass wir uns mal wiedersehen, denn Telefonate können persönliche Treffen einfach nicht ersetzen ... Meine Freundin S. hat mir sonntags endlich ihren Freund vorgestellt, als wir uns - wieder - in Köln getroffen haben. 
Der Umzug nach Berlin bringt es nun mit sich, dass sich wieder vieles verschieben wird, die Entfernungen werden noch größer, neue Freunde kommen (hoffentlich) hinzu. Aber da Berlin um einiges attraktiver ist als Düsseldorf, hoffe ich doch, dass wir oft Hotel werden spielen dürfen ;-)

Ich möchte künftig die Namen meiner Freundinnen und Freunde hier nennen und nicht mehr nur "ein/e liebe/r Freundin/Freund" sagen. Da ich ihre Anonymität wahren will, werde ich ihre Namen allerdings - so wie M.'s - abkürzen. (M. möge mir verzeihen, dass er jetzt nicht mehr so exklusiv ist.) Diese Freundinnen und Freunde sind mir einfach zu wichtig als dass ich sie nur "eine Freundin" nennen kann und als ich den letzten Wochenrückblick verfassen wollte, stellte ich fest, wie lächerlich diese Bezeichnung ist, wenn sie gehäuft auftritt und wie austauschbar meine Freundinnen und Freunde dadurch werden - und das sind sie absolut nicht.


P.S.: Falls eine meiner lieben Freundinnen/Freunde etwas dagegen haben sollte, bei der Initiale genannt zu werden, kann sie/er mich gerne anschreiben.

Sonntag, 14. April 2013

Wochenrückblick 8.-14.4.

(c) Frau von Saltkrokan
Vom Föhn hinterhältig angegriffen worden (Er fiel vom Schrank und auf meinen Fuß, autsch. Hatte ein bisschen was von diesem hier). Aus Versehen Tomaten aus Marokko gekauft - argh. Zum ersten Mal mit Sonnenbrille aus dem Haus. Mit M., der Schwiegermama und Schwiegeroma bei Heinemann dinniert und urleckere Torte gegessen. Bei Hinkel Brot gekauft. Ein neues Hardcover für 2,99 € ergattert, weil es das letzte Exemplar bei "Jokers" war (Yeah!). Gefühlt die halbe Stadtbücherei ausgeliehen. Die Koffer ausgepackt und aufgeräumt. Ein paar Tage bei M.s Mutter verbracht. Einen tollen Outlet der Mayerschen Buchhandlung besucht - und einen Stapel Bücher für einen Spottpreis gekauft. Lecker gekocht. Zum Neugriechisch-Kurs gegangen und griechische Buchstaben gemalt. Mit einer lieben Freundin gequatscht. Vormerkungen aus der Stadtbücherei abgeholt (Nun bin ich die nächsten Wochen über versorgt). Mit Muttern telefoniert. Ein Kino-Date verabredet. "Die Sims 2" gespielt. Mit einer Freundin verabredet. "Nachtzug nach Lissabon" im Kino gesehen.

Mittwoch, 10. April 2013

Ein halbes Jahr Kindle - eine Bilanz

(c) Frau von Saltkrokan

Im November letzten Jahres habe ich mir meinen Kindle gekauft. Was ist bis heute aus ihm geworden? Leider liegt er die meiste Zeit in einer Schublade und gelesen habe ich auf ihm bisher nur zwei Bücher. Das hat mehrere Gründe, erstens werde ich mich wohl nie wirklich damit anfreunden können, dass ich kein Buch zum Blättern in der Hand halte. Zweitens bin ich immer noch zu geizig, mir Bücher herunterzuladen, wenn sie fast so viel kosten wie die Buchausgabe. Mein Buchkaufverhalten hat sich außerdem geändert bzw. ich kaufe immer weniger Bücher, meist leihe ich sie mir aus oder wenn ich sie dann doch kaufe, zu reduzierten Preisen oder gebraucht. Das geht mit den eBooks leider nicht. 
Verkaufen werde ich den Kindle dennoch nicht, obwohl ich M.s Kindle mitnutzen könnte für die wenigen Male, die ich ihn doch mal gebrauchen möchte. Für meine Version bekomme ich wahrscheinlich eh nicht mehr viel Geld und da ich mir fest vorgenommen habe, mehr englische Bücher zu lesen, ist er mir dafür noch von Nutzen. Englische Bücher lese ich unter anderem nämlich auch so selten, weil ich das Papier schrecklich finde und bei englischen eBooks lohnt sich der Preisunterschied zur Printausgabe wesentlich mehr als bei den deutschen. Nur selten ist mir bisher ein Buch in der deutschen Ausgabe untergekommen, bei dem es sich gelohnt hätte, wenn ich mich für die eBook-Ausgabe entschieden hätte. Selten sind es mehr als ein, zwei Euro, die man spart - und ganz ehrlich? Dann habe ich doch lieber ein schönes Buch im Regal stehen als eine Datei auf dem Kindle. Ich finde, was das angeht, müssen die deutschen Verlage noch einiges tun, um attraktiver für die Leser zu werden.

Montag, 8. April 2013

[Gedanken] Vegan leben

Vegan leben, wenigstens für eine gewisse Zeit lang, ist einer der vielen Punkte meiner "Immer schon mal"-Liste. Letzten Sommer war ich auf dem Weg dorthin, obwohl ich bezweifle, dass ich je in meinem Leben komplett vegan leben würde, sondern vielleicht "nur" zu einem großen Anteil. Schon lange sind Veganer keine Spinner mehr für mich (so wie vor vier, fünf Jahren noch), ich weiß um die Problematik des vegetarisch Lebens und dass dieses letzten Endes immer noch nicht konsequent genug ist. Auch mir ist es zuwider, dass ich immer noch die Industrie unterstütze, die ich doch eigentlich mit dem Verzicht auf Fleisch und Fisch boykottieren möchte. Dennoch geht es (noch) nicht anders bzw. weiß ich auch ganz genau um meine Fehlbarkeit, meine Gelüste und Vorlieben.
Seit ich mit einem omnivor Lebenden zusammen lebe, konsumiere ich wieder mehr Milchprodukte statt der veganen Alternativen und auch wieder ein paar Eier mehr. Das ist keine zwangsläufige Folge des Zusammenlebens, aber man passt sich doch wieder ein bisschen an, zumal es für mich immer noch in Ordnung ist und keinen Zwang darstellt.
Die Idee, eine gewisse Zeit lang vegan zu leben ist aber immer wieder in meinem Hinterkopf aufgetaucht. Ganz besonders wieder in Berlin, wo die veganen Möglichkeiten natürlich bedeutend vielfältiger sind. Dann auch beim Lesen diverser Blogs, beispielsweise dem von Arne, der sich immer mehr zum Veganen hin entwickelt. Deswegen möchte ich diese Idee nun gerne endlich in die Tat umsetzen und im Mai zwei Wochen lang vegan leben. Über diese zwei Wochen werde ich euch natürlich auf dem Laufenden halten, vor allem in Sachen Rezepte und Lebensgefühl. Mich interessiert, was diese zwei Wochen in mir verändern werden und ob sie mich anfixen oder abschrecken. Eine gewisse Vorbereitungszeit werde ich mir nehmen, obwohl ich mal großspurig behaupte, dass ich mich gut auskenne in der Welt der Ersatzprodukte und Alternativen. Kleinstdetails kenne ich jedoch nicht, beispielsweise, welche Farbstoffe vegan sind und welche nicht. Was man beim Brotkauf beachten sollte und und und. Zu viel Druck mache ich mir wiederum nicht, denn das Ganze soll vor allem Spaß machen und mich nicht dauernd frustrieren. 
Seid gespannt, ihr lest dann von mir, wenn es losgeht!


Nachtrag:
Damit keine Missverständnisse aufkommen: In diesen zwei Wochen wird sich mein Ausflug in die vegane Welt auf die Ernährung beschränken. Das umfasst - wie sonst auch - Fleisch und Fisch und Produkte mit Gelatine, Milchprodukte jeglicher Art (also auch keine nicht-pflanzliche Margarine, und ja, die gibt es!), Eier, Honig und Zusatzstoffe wie bestimmte E-Nummern.

Sonntag, 7. April 2013

Wochenrückblick 1.-7.4.

(c) Frau von Saltkrokan
Eine Berlin-Starbucks-Tasse gekauft. Das Holocaust-Mahnmal besucht. Einen Touri-Tag verbracht. In das Nikolai-Viertel verliebt. Viel zu oft den Fernsehturm fotografiert. Eine Berliner Weiße mit Himbeergeschmack getrunken. Bei Medimops umme Ecke für wenig Geld die FSK 18-Versionen von "Blade II" und "Fight Club" erstanden (Hrhr). Krank geworden (:-/) und einen Tag zwangsweise auf der Couch verbracht. Schlecht geschlafen. Einen Babyelefanten gesehen. Und Giraffen. Und Pinguine. Und Tiger! Und Shetland-Ponys gestreichelt. (Ja, wir waren im Zoo). Leckere Bonbons gekauft. In einer sooooo tollen Buchhandlung gestöbert. Das Langenscheidt-Schwedisch-Wörterbuch für 12,95 € statt 32,99 € ergattert (Bäm!). In einem schönen Spielzeugladen gewesen. Himalaya-Salz gekauft. Tiefkühl-Spinat-Pizza mit von M. angesetztem Kräuter-Knoblauch-Öl gepimpt und süchtig danach geworden. Emails von der Uni mit Absagen zu zwei Sprachkursen bekommen (aber wenigstens zum Neugriechisch-Kurs zugelassen worden). Die ZEIT probeabonniert. Pläne für die letzten beiden Tage in Berlin gemacht. Den türkischen Markt am Maybachufer besucht und Baklava mitgenommen. Im Yellow Sunshine urleckere Veggie-Burger gegessen (auch hier: Bericht folgt!). Die dritte Staffel von "How I Met Your Mother" weitergeguckt. Die Erkältung und ihr Timing verflucht. Zum Husten auf die Couch geflüchtet. Das jüdische Museum mit einer tollen Sonderausstellung besucht. Die Ferienwohnung aufgeräumt und Koffer gepackt. Zurück ins Rheinland gefahren. Gewusst: Bald sind wir wieder da. Höchstinteressante Gespräche von Mitreisenden belauscht. Pläne für den Countdown bis zum Umzug gemacht. Das Blogdesign verändert. Einen Zweitblog eingerichtet (bisher strenggeheim, aber mehr ganz bald!).

Samstag, 6. April 2013

Das Jüdische Museum in Berlin

(c) Frau von Saltkrokan

Nachdem ich krankheitsbedingt zunächst auf einen Besuch des Jüdischen Museums verzichten musste (die Couch, warmer Tee und Taschentücher waren da doch attraktiver), fuhr ich heute, am letzten Tag in Berlin, noch dorthin. M. ließ ich daheim im kuscheligen Bett, für das er sich dann doch etwas mehr interessierte.

Das Jüdische Museum ist in einem imposanten Bau untergebracht, teils im alten Gebäude, teils im - von Daniel Libeskind (Düsseldorfer kennen ihn vom KÖ-Bogen her) entworfenen - Neubau. Dieser Neubau ist ein typisches Beispiel moderner Architektur und, entschuldigung, wenn ich das jetzt so sagen muss, furchtbar. Riesiggroß, grau und düster. Von außen wirkt er hermetisch abgeschottet, fast schon wie ein Gefängnis oder eine Hochsicherheitsanlage. Im Inneren ist der Neubau dafür umso interessanter, weil sehr verwinkelt und weitläufig. Im Nachhinein erwieß es sich als klug, früh genug zum Museum zu fahren, da die Leute, als ich herauskam, in einer langen langen Schlange anstanden. Vor dem Weg zur Kasse sollte man Zeit für die Kontrolle mitbringen, die flughafenmäßig, aber sehr unkompliziert abläuft. Für Studenten kostet der Eintritt unschlagbare 3,50 € (wenn gerade keine Sonderausstellung ist, nur 2,50 €) und für Normalsterbliche 7 € (bzw. 5 €).

(c) Frau von Saltkrokan

Zunächst gelangt man in das Untergeschoss, wo sich die Ausstellung thematisch auf die Shoa und das Exil beschränkt. Dieses Geschoss ist in verschiedene sogenannte "Achsen" unterteilt plus den "Garten des Exils" und den "Holocaust-Turm" (hier fragte ich mich übrigens, wieso "Holocaust" und nicht "Shoa" - ausgerechnet im Jüdischen Museum). Die Wände sind hier mit den Namen von Orten beschrieben, zu denen Juden deportiert wurden oder auswanderten.
(c) Frau von Saltkrokan
Die Exponate sind meist sehr persönlich und reichen von Alltagsgegenständen bis zu Briefen. Gerade die Namen waren für mich hier - wieder einmal - das Beeindruckendste. Wenn man in der Schule oder im Studium Fakten zum Holocaust lernt, übersieht man oftmals das Menschliche, die Einzelschicksale, und hier waren diese präsent. Die Atmosphäre empfand ich hier als eher bedrückend, ganz besonders im "Holocaust-Turm", einem Raum, der nicht belüftet, beheizt oder künstlich beleuchtet wird und in den nur durch einen schmalen Spalt Tageslicht fällt. Die Bedeutung ist nicht explizit (So wie mir das inzwischen bei moderner Architektur und Kunst Gang und Gäbe erscheint // Zynismus Ende), sondern wird dem Besucher überlassen, doch schon durch den Namen ist die Bedeutung greifbar - ich persönlich fühlte mich wie eingesperrt.
Die Dauerausstellung zur Geschichte des Judentums ist da schon wesentlich freundlicher und verspielter eingerichtet, man kann Dinge nicht nur ansehen, sondern auch ausprobieren und erlernen und Filme ansehen.  Besonders zur Moderne hin erfährt man auch viel über die jüdische Lebenswelt, religiöse Feste und Bräuche. Sehr toll fand ich das koschere Geschirr, das sowohl in der älteren als auch der modernen (Plastik?-)Version (unterteilt in "Meat" und "Dairy") ausgestellt war, und die Kippot, die Motive aus Film und Fernsehen trugen (beispielsweise Batman oder die Darsteller aus "Friends").

(c) Frau von Saltkrokan

Die Sonderausstellung mit dem Titel "Die ganze Wahrheit ... was Sie schon immer über Juden wissen wollten" beantwortet alle erdenklichen Fragen zum Thema Judentum, meist jedoch implizit durch Zitate oder Ausstellungsstücke. Beispielsweise, ob ein Rabbiner heiraten darf, ob Juden an Satan glauben oder ob man über den Holocaust Witze machen darf. Vor Betreten der Sonderausstellung erhält man drei Plastikchips (ähnlich wie die beim Poker, nur etwas kleiner), die man später bei einer Art Umfrage in Behälter werfen kann: "Sind Juden besonders ... geschäftstüchtig? Intelligent? Schön? Einflussreich?" - Mir war bei dieser Umfrage nicht so wohl, bediente sie doch sämtliche Klischees, die man über Juden so hat und diese Fragen waren genauso absurd als würde man sie über eine andere Gruppe Menschen stellen (Bayern, Amerikaner, Frauen, Männer, Christen, Afroamerikaner etc.). Vielleicht soll man aber auch mit seinen eigenen Klischees konfrontiert werden, wer weiß ... Dennoch fand ich die Sonderausstellung sehr interessant und besonders für Leute sehenswert, die sich bisher kaum oder gar nicht mit dem Judentum beschäftigt haben.

Insgesamt hat mir das Jüdische Museum sehr gut gefallen und jedem, der sich für das Thema interessiert, kann ich es nur empfehlen. Man sollte aber nicht genervt sein, wenn oft auf das Dritte Reich Bezug genommen wird (durch den Schulunterricht wurde das Thema ja leider schon so manchem verleidet), immerhin ist das ein wichtiger Abschnitt in der jüdischen Geschichte. Wenn man sich ausführlich mit den Exponaten beschäftigen möchte, sollte man sehr viel Zeit mitbringen, ich denke, drei bis vier Stunden sind hier durchaus realistisch.

Donnerstag, 4. April 2013

Bücher - Immer noch meine erste und letzte Liebe?

Es ist seltsam. Schon öfters habe ich hier darüber geschrieben, wie sich mein Verhältnis zu Besitz in den letzten Jahren geändert hat und immer mehr stelle ich fest, dass sich dies auch auf Bücher ausweitet. Früher hätte ich niemals ein Buch weggeben können, nicht mal eins, das ich nicht mochte. Es ging einfach nicht. Mit ein paar bestimmten Büchern ist das immer noch so. Die Kinderbücher zum Beispiel. Oder die "Dark Tower"-Saga. Oder die "Chronik der Vampire". Eben Bücher, mit denen ich Erinnerungen verbinde, die mich an ein Gefühl oder eine Zeit in meinem Leben erinnern oder daran, wie wichtig sie mir einmal gewesen sind. Aber Bücher, die neu in meinen Besitz gelangen, werden immer "weggebbarer", bleiben immer kürzer im Regal stehen. Vor ein paar Tagen erwischte ich mich sogar bei dem Gedanken daran, dass Bücher kaufen doch unnötig ist, wenn man sie leihen kann. Für manch überzeugten Bücherei-Nutzer ist diese Erkenntnis lachhaft, aber auch wenn ich bisher gerne Bücher ausgeliehen habe, war mir der Besitz von Büchern immer wichtiger. Inzwischen finde ich es lächerlich, mehrere Hundert oder Tausend Bücher zu besitzen, selbst wenn der sogenannte "SUB" (= Stapel ungelesener Bücher) gering sein sollte. Ich selbst besitze inzwischen nur noch etwa dreihundert Bücher, es waren einmal doppelt so viele, und es werden sicher auch mal weniger werden. Welche Bücher noch bei mir einziehen dürfen, wähle ich ganz genau aus und besonders aus finanzieller Sicht lohnt sich dieses Auswählen ganz besonders. Früher hatte ich ein ganzes Billy-Regal mit ungelesenen Büchern, heute sind es nur noch drei Regalreihen.
Heute stand ich in einer tollen Buchhandlung, mit einem Buch einer Autorin in der Hand, deren erstes Buch ich schon mochte. Und ich habe es wieder weggelegt, weil es mir zu teuer war. Angesichts des Umfangs, der mir gerade mal einen oder zwei Tage Lesespaß garantiert hätte. Angesichts der Möglichkeit, es leihen zu können. Angesichts der ungelesenen Bücher in meinem Regal. Und ich war mir selbst unheimlich, aber ich war auch sehr stolz auf mich. Bücher sind immer noch ein wichtiger Teil meines Lebens, meines Ichs, aber sie bestimmen mein Leben nicht mehr so sehr. Vielleicht, weil da jetzt gerade zu viel Leben ist, dem ich mich widme.
Ich träume zwar immer noch von einem Bücherzimmer oder zumindest einer Bücherwand, aber gleichzeitig finde ich es auch schön, nicht mehr so viele Bücher mitschleppen zu müssen bei einem eventuellen Umzug oder geistig, weil noch viel zu viele ungelesen im Regal stehen. M. wird es freuen, hat er mir doch eine 300-Bücher-Grenze auferlegt, die ich auch mit Freuden einhalten werde - mit leichtem Spielraum nach oben ...

Mittwoch, 3. April 2013

Die neue Heimat

(c) Frau von Saltkrokan

Der "Urlaub" in Berlin fühlt sich seltsam an, so gar nicht wie Urlaub und schon gar nicht wie ein Städtetrip. Da sowohl M. als auch ich ziemlich fertig nach dem ganzen Masterarbeitsstress waren, gönnten wir uns am ersten Tag seliges Nichtstun, das längst überfällig war. Aber auch danach kam bisher kein Stress auf, so wie ich ihn sonst von Städtetrips kenne. Wenn man in den zwei bis vier Tagen so viel wie möglich sehen und erleben will. Von einem Ort zum anderen hetzt, dauernd fotografiert und alles festhält. Hier in Berlin fühlt sich alles schon so nach Heimat an. In dem Bewusstsein, dass wir bald hierher ziehen, legen wir gerne mal die Füße hoch und lassen die typischen Touristenziele aus (Sieht man vom Ostermontag ab, an dem ich unbedingt das Holocaust-Mahnmal sehen wollte). Hinzu kam heute, dass mich in der Nacht eine Erkältung packte und niederwarf. Tolles Timing ... Wo geduldig sein doch gerade jetzt nicht meine Stärke ist, denn etwas sehen will ich ja dennoch, auch wenn ich weiß, dass ich alle Zeit der Welt habe, Berlin zu entdecken. Krank sein kann ich auch daheim. Und da ist es wieder, dieses Wort: daheim, zuhause, Heimat. Wo ist das jetzt noch? "Home is where the heart is"? Und wenn das Herz an mehreren Orten schlägt, fühlt es sich dann bald zerrissen?

Es ist ein seltsamer Zwischenzustand, kein normaler Tourist zu sein, aber auch noch nicht hier zu wohnen. Wohin es uns wohntechnisch verschlagen wird, wissen wir noch nicht, wahrscheinlich werden wir froh sein, wenn wir etwas finden, egal wo. Hauptsache Berlin. Kreuzberg könnte ich mir vorstellen, aber auch Charlottenburg. Eine Altbauwohnung hätte was, gleichzeitig hat sie auch wiederum Nachteile. Zu Plattenbauten wurde uns geraten, weil günstig. Doch ist das das, was wir wollen für die nächsten drei bis fünf Jahre? Fragen über Fragen stellen sich gerade und ich fühle mich nervös tänzelnd in den Startlöchern, in der rheinischen Heimat alles vorzubereiten für den Umzug, das neue Leben an der Spree.

Sonntag, 31. März 2013

Wochenrückblick 25.3.-31.3.

(c) Frau von Saltkrokan
Berge von Büchern in die Unibibliothek zurückgebracht. Die Masterarbeit beim Prüfungsamt abgegeben (Yeah! Bäm!). Koffer gepackt. Mit dem Zug gerreist und über Mitreisende amüsiert. Den Berliner Hauptbahnhof bestaunt. Mit der S- und U-Bahn gefahren. Koffer geschleppt. Die Ferienwohnung bezogen und erst mal ein Nickerchen gehalten. Einkaufen gewesen. Spaghetti Veggienera gekocht und gegessen. Lange ausgeschlafen. Pläne für die nächsten Tage gemacht. Einen neuen Hoodie gekauft. Im KaDeWe in der Feinkostabteilung geschwelgt und in der Süßigkeitenabteilung der Versuchung erlegen. Den Alex besucht (jetzt endlich "in echt"). K.o. gewesen. M.s Tante kennen gelernt. Hund zu streicheln versucht. Indisch gegessen. Berliner Weiße mit Waldmeister probiert. Über die Zukunft geredet. Einen Tisch im Knofel reserviert. Vom Bett aus den Schneeflocken zugesehen. Den Finger eingeklemmt. Das neue Veganz am Eröffnungstag besucht (Bericht folgt!). Einer lieben vegan lebenden Freundin eine kulinarische Überraschung mitgenommen. Bei Lush Badezeugs geschenkt bekommen. Veggie-Döner gegessen. An der Havel spazieren gegangen. Einen geruhsamen Ostersonntag verlebt und lecker gegessen. Scrabble gespielt. "Rapunzel - Neu verföhnt" gesehen. Hefeteig angesetzt.

Freitag, 29. März 2013

[Lesestoff] "Kuckucksmädchen" von Eva Lohmann

(c) Frau von Saltkrokan

Kurz vor Abreise aus der Bücherei mitgenommen und wie bereits vom Debütroman der Autorin sehr begeistert. Ideal für einen Feiertag wie heute, an dem man das Buch locker runterlesen kann.
Es geht um Wanda, 30, die kurz davor steht, mit ihrem Freund Jonathan ernst zu machen, zusammen zu ziehen, zu heiraten und Kinder zu bekommen. Doch Wandas Herz meldet sich mit Zweifeln - ist Jonathan wirklich der Richtige? Das will sie überprüfen, indem sie sich die Leben ihrer Exfreunde ansieht. Waren Phillip, Max oder Ilya vielleicht die Richtigen, ohne dass sie es wusste? Während sie die Wohnung ihrer verstorbenen Großeltern ausräumt, denkt sie darüber nach, ob der Nestbau das Richtige für sie ist oder ob sie etwas mehr vom Leben will als Spießigkeit.
«Das sonntägliche 'Das-Wochenende-ist-vorbei-Gefühl', das sich während des Tatorts einstellt, muss ich wohl niemandem mehr beschreiben. Und während wir so nebeneinandersitzen, beschleicht uns still und heimlich das schlechte Gewissen, weil wir schon wieder nicht gevögelt haben, obwohl wir theoretisch das ganze Wochenende dazu Zeit gehabt hätten.» (S. 33)

Mittwoch, 27. März 2013

Berlin, du bist so wunderbar, Berlin

(c) Frau von Saltkrokan

Direkt nach der Masterarbeit ging es nach Berlin. Ich war bisher nur einmal da, vor unglaublichen neun Jahren auf Klassenfahrt. M. schon öfters wegen Mischpoke und so. Großzügigerweise sind wir bei seiner Tante unterkommen, die inzwischen vor den Toren Berlins lebt und die Wohnung in der Stadt als Büro nutzt. Und obwohl die meisten, die hier mitlesen, es sowieso schon wissen: Diese Reise ist nicht nur eine touristische Weiterbildungsmaßnahme, sondern ein Vorabtasten der neuen Heimat, denn wir werden im Sommer hochziehen und dem Rheinland Lebewohl sagen. Neu anfangen, ganz von vorne.
Mit manchen Städten ist es ja so, dass man sich dort gleich wohlfühlt, wenn man zum ersten Mal dort ist. Bei mir war das bisher bei Paris, Wien - und Berlin so. Schon im letzten Sommer, als ich wieder Single war, reifte in mir der Gedanke, dass ich einmal dort leben wollen würde. Und wenn es nur für eine kurze Zeit wäre, für ein Praktikum beispielsweise. Einfach weil Berlin so viel von dem vereint, was mir hier nur mehrere Städte auf einmal bieten. Nun wird es ernster und ich freue mich darauf, vorerst aber nur mal "Urlaub" dort.

In Berlin hatte ich mich sofort verliebt. Auf der Klassenfahrt war Berlin so aufregend, so vielversprechend. Es gab so viel zu sehen, Berlin war so viel mehr als die beschauliche Heimat. Vielleicht habe ich dort zum ersten Mal wirklich die Großstadtluft geschnuppert, die mir so köstlich erschien, dass ich sie immer haben wollte, Tag für Tag. Vielleicht lag es auch daran, dass wir auf dieser Klassenfahrt viele Freiheiten genießen durften, beispielsweise mit einem Gruppenticket überall hinfahren zu können wo es uns beliebte. Wenn man eine Stadt auf eigene Faust erkundet und nicht wie eine Gänseschar von A nach B gescheucht wird, sieht man sie mit ganz anderen Augen. Seit der Klassenfahrt wollte ich immer mal wieder nach Berlin, einfach weil sich in der Zwischenzeit so viel dort getan hatte. 2004 war der Hauptbahnhof erst noch im Aufbau, das Holocaust-Mahnmal noch nicht eröffnet. Deswegen musste auch ein neuer Reiseführer her - nach fast einem ganzen Jahrzehnt (Herrje, was bin ich alt!).

Ich freue mich auf jeden Fall auf zwei Wochen Vorgeschmack auf das neue Leben im "home an der Spree" und werde euch regelmäßig auf dem Laufenden halten!

Montag, 25. März 2013

Endlich, endlich, endlich!

(c) Frau von Saltkrokan
Die Masterarbeit* ist geschrieben, Korrektur gelesen, ausgedruckt und liegt nun gebunden beim Prüfungsamt. Ich harre also der Dinge, die da kommen. Die letzten zwei Wochen waren die härtesten, die Unlust kam so langsam auf, ich musste jeden Tag ran. Aber nun - endlich, endlich, endlich - ist es geschafft und jetzt ist erst einmal Entspannung angesagt, denn: Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Endlich keine Stapel von Büchern mehr, kein Bildschirm mehr vor meiner Nase, kein tagelanges Sitzen mehr. Wenigstens zwei süße Wochen lang, danach geht es an die letzte Seminararbeit meines Lebens.
An dieser Stelle möchte ich gerne allen danken, die in der letzten Zeit Verständnis dafür hatten, dass ich zum Einsiedler mutierte und kaum noch über die modernen und prämodernen Kommunikationsmittel erreichbar war.
Und M. fürs Korrekturlesen und Formatieren und den ganzen großen Rest.



* Wer diese ominöse Masterarbeit mal lesen möchte, dem schicke ich sie gerne zu - aber erst, wenn ich die Note erhalten habe und weiß, ob ich mich dafür schämen muss ;-)

Sonntag, 24. März 2013

Wochenrückblick 18.3.-24.3.

(c) Frau von Saltkrokan
Zum Einsiedlerkrebs mutiert. Das erste Mal seit drei Monaten beim Friseur gewesen. Pfannkuchen gegessen. Auf Berlin und damit das Ende des Masterarbeits-Marathons gefreut. Festgestellt: Alleine schlafen ist ein Arschloch. Im Endspurt-Exil wie verrückt geackert. Über das Prüfungsamt geärgert. Vergeblich auf den Frühling gehofft. Pizza bestellt statt gekocht. Ein Paket von Muttern erhalten - und einen Überraschungs-Lindt-Häschen vorgefunden. Bücher ausgepackt. Das Lindt-Häschen geschlachtet. Auf Berlin gefreut. M. zwischendrin Korrektur lesen lassen. Wiedersehen gefeiert. Ostergeschenke ausgepackt und unheimlich gefreut. Eier tanzen lassen und ein Häschen ins Regal gesetzt. Tränen der Rührung in den Augen gehabt. Auf den letzten Drücker noch ein Buch ausgeliehen. Mit einem geliehenen Auto nach Hause gefahren. Indisch gegessen. M. ein Geburtstagspaket zur Post bringen lassen. Tausende Worte getippt. Einer lieben Freundin zum Geburtstag gratuliert. Vollkommen erschöpft gewesen. Pancakes gegessen. Bekocht worden. Die Masterarbeit zu Ende geschrieben und ausgedruckt, damit sie am Montag zum Binden und zum Prüfungsamt kann (Yiha!). Auf Berlin gefreut.

Dienstag, 19. März 2013

[Was geht, 2013?] Ein neues Paar Chucks kaufen - oder: Die ganz große Schuhliebe meines Lebens

(c) Frau von Saltkrokan
Chucks. Sie begleiten mich mit Unterbrechungen nun schon seit über zehn Jahren. Mit vierzehn habe ich mein erstes Paar gekauft, vom eigenen Taschengeld, blau, low. Ich glaube, meine Mutter fand sie furchtbar, aber ich musste sie haben. Nicht aus modischen Gründen, sondern weil man die eben trug, wenn man zu den Coolen gehörte. Zu denen, die schon in den Windeln Punk und Rock hörten. Zu denen, die keinen Pfifferling auf das geben, was andere sagen. Zu denen, die Parka tragen und nicht auf ihre Frisur achten. Zu den ganz Harten eben. Die ganz Harten, die selbst im Winter bei zehn Zentimeter Schnee noch Chucks tragen (und damit, weil der Schulbus nicht fährt, nach Hause laufen mussten, vier Kilometer lang - eine wahre Geschichte, von der ich noch meinen Enkeln erzählen werde).
Zwei Jahre später folgten meine schwarzen hohen Chucks, die ganz große Liebe. Ich trug sie mit Unterbrechungen bis ich zweiundzwanzig war - und ja, so lange hielten sie wirklich durch! Wieso mit Unterbrechungen? Weil es mir irgendwann auf die Nerven ging, dass die Nicht-Harten auch Chucks trugen. Aus modischen Gründen. In Weiß. Und Beige. Oder Rosa. Oder Hellblau. Gelb. Igitt. Chucks aus Überzeugung trägt man nur in Schwarz, Blau, Rot. Oder Grün, wenn es ein bisschen ausgefallen sein soll. Aber doch nicht passend zur Longchamp-Handtasche. Oder mit Hose reingestopft. Und um Himmels Willen, Chucks putzt man nicht! Niemals! Als meine Mutter das einmal tun wollte, bekam ich einen Tobsuchtsanfall. Nein. Nein. Nein! Chucks putzt man nicht. Die sind erst genau richtig, wenn sie eine Geschichte haben, die man ihnen ansieht. Das verleiht Charakter. Und bitte: Eine Geschichte, die man selbst mit ihnen erlebt hat und nicht wer sonst, dessen Chucks man gebraucht bei eBay gekauft hat ...
Ganz ehrlich, neue Chucks habe ich mir - nachdem ich die schwarzen dann doch irgendwann in Würden beerdigt hatte - nicht gekauft, weil ich die Preise exorbitant fand. Fast siebzig Euro für ein bisschen Gummi und Stoff? Pah! Aber jetzt, wo ich einen ganz Harten, einen Chuck-Liebhaber an meiner Seite habe, kam die alte Sehnsucht wieder in mir hoch. Ich sehnte mich nach meiner ganz großen Schuhliebe. Und bestellte ein neues Paar. In einer ganz harten Farbe. Und in rot werde ich sie mir auch noch bestellen. Und natürlich nicht zum Originalpreis ...

Sonntag, 17. März 2013

Wochenrückblick 11.3.-17.3.

(c) Frau von Saltkrokan

Den Fuß an der scharfen Badewannenkante aufgeschnitten. Das Training gecancelt. Pläne für den Endspurt gemacht. Die Papstwahl im Live-Ticker verfolgt. Ein Kapitel der Masterarbeit beendet, das mir schwer im Magen lag. Hörbücher ausgeliehen (u.a. das und das) - für das Post-Masterarbeitsleben. Über das Wetter geärgert. Einen Termin beim Friseur gemacht. Neues Lieblingsbier konsumiert. Nach Harry Potter-Merchandise geschaut. Alte Fotos (aus)sortiert. "Wachen! Wachen!" angelesen. Noch warmen Apfel-Karamell-Streuselkuchen probiert. Korrekturvorschläge angenommen. Dauernd nach meiner Bibel gefragt und irritierte Blicke geerntet. Fußnoten gesetzt. Über Huren, Schnitter und Schlachthöfe geschrieben. Enchiladas Verdura gegessen. Berliner Adressen notiert. Bücher gewälzt. Das dreckige Geschirr stehen lassen und stattdessen gearbeitet. Suppe aufgetaut. Ins Endspurt-Exil gegangen.

Dienstag, 12. März 2013

[Gedanken] Aufbruch

(c) Frau von Saltkrokan

Ich habe Angst. Vor dem Umbruch, der mir bevorsteht. Vor der Ungewissheit. Und ich freue mich. Auf das Unbekannte, das neue Leben. Ich kann fast alles machen, alle Türen stehen mir offen, aber das gibt auch gerne Durchzug, wenn der Wind etwas schärfer weht. Dieser Wind zerrt an meinen Kleidern, meinen Haaren, er ruft mir zu: Auf, auf, verharre nicht in deiner Angst, wage etwas und du wirst mehr gewinnen als verlieren!
Der Zwischenzustand, in dem ich mich gerade befinde, ist nervenaufreibend und anstrengend. Ich gehe durch die Gänge der Uni und es ist so wie in meinem Elternhaus, nachdem ich ausgezogen war: Alles war vertraut, aber es war nicht mehr mein Zuhause, so wie es früher war. Ich bin nur noch zu Besuch. 
Und auch wie damals will ich weg, ich will losrennen, meinen Weg gehen, aber es ist so beängstigend, so groß vor mir aufgetürmt und ich habe Angst, hinzufallen oder den Berg nicht erklimmen zu können. Und dabei will ich doch auf dem Gipfel stehen und befreit schreien! Mir alles von oben ansehen und wissen, das alles ist schön und geordnet, kein Chaos, so wie jetzt in mir drin.

Sonntag, 10. März 2013

Wochenrückblick 04.03.-10.03.

(c) Frau von Saltkrokan

Zum ersten Mal mit dem neuen Trainingsplan trainiert. Mini-Scones gebacken. M. für den neuen Trainingsplan verflucht (wegen des Muskelkaters). Die ersten Sonnenstrahlen genossen. Eine liebe Freundin am Bahnhof getroffen und ihr M. vorgestellt. Die Waage gehasst. Albträume gehabt und schlecht geschlafen. Über den Umzug und die neue Wohnung gesprochen. Den rechten Ringfinger geprellt. Die ersten Osterglocken sprießen sehen. Den zweiten Wohnsitz in der Bibliothek bezogen. Ein Kaninchen am Campus über die Wiese hoppeln sehen und wie ein kleines Kind darüber gefreut. Salat in der Mensa gegessen. Gespürt: Hier gehöre ich nicht mehr hin. Eine lange Email geschrieben. Einen Plan aufgestellt. Zwanzig Minuten Stillstand in der Straßenbahn ertragen. Endlich mal wieder ins Erinnerungsbuch geschrieben. Den besten Zwiebelkuchen der Welt gegessen. Voran gekommen. Einen Strauß Tulpen gekauft. Über Preise von Marken-Handtaschen entsetzt gewesen. Nach Armbanduhren geschaut (die oder die?), die ich vom ersten Gehalt kaufen möchte. Den Kopf geschüttelt. Gelacht, weil es nicht zum Weinen reichte. "Harry Potter and the Order of the Phoenix" im Original geschaut, während M. Spätschicht hatte. Pancakes zum Frühstück gehabt. Aufgeräumt und geputzt. Kanelbullar aufgebacken. Farin Urlaub gehört. Von einer Freundin besucht worden und Kaffeeklatsch gehalten.

Dienstag, 5. März 2013

Die Sockenentscheidung

Dies ist mein letzter ausführlicher Beitrag bis Ende des Monats, da ich mich abschlussarbeitstechnisch jetzt erst einmal einigeln werde. Die Wochenrückblicke wird es aber weiter geben und ab Anfang April geht es wie gewohnt weiter.

Als wir an meinem Geburtstag essen waren, kam M.s Mutter auf ein schönes Thema und einen knackigen Begriff für so vieles, das mich auch immer wieder beschäftigt: Die Sockenentscheidung. Vereinfacht gesagt: Man muss sich fragen, ob man zwei zueinander passende Socken trägt, weil „man das so macht“ oder weil man selbst es so will. Natürlich ist diese Frage auf ein Kleinstdetail bezogen, aber dennoch veranschaulicht es sehr gut das, was ich selbst oft in Frage stelle: Tut man etwas aus freiem Willen heraus oder durch Beeinflussung Anderer? Und in meinem Leben wird diese Frage immer zentraler. Vielleicht ist dies heute meine Art zu rebellieren, nachdem ich in meiner Teeniezeit ein doch relativ braves Kind war, das es wegen sehr liberalen Eltern und der langen Leine, die sie mir ließen, nie nötig hatte, sich aufzulehnen. Aber bereits als Neunjährige weigerte ich mich bei meiner Kommunion, ein weißes brautkleidartiges Taftkleid mit Reifrock anzuziehen, nur weil man so etwas üblicherweise bei der „Heiligen Kommunion“ als Mädchen trägt. Ich trug an diesem Tag dann einen beigefarbenen Hosenanzug und fühlte mich sehr wohl darin.
Damit will ich nicht sagen, dass man grundsätzlich rebellieren und alles anders machen soll als andere, bei der Sockenentscheidung geht es einfach nur um eine bewusste Entscheidung. Wenn man sich dann dazu entschließt, etwas so zu machen, weil alle anderen es auch so machen oder weil schon Uroma Berta es so gemacht hat, ist das vollkommen in Ordnung – insofern man es selbst so will. Aber etwas nur zu tun, weil es eben schon immer so war und weil man nicht aus der Reihe tanzen will oder weil man sich nicht traut, seine eigenen Ansichten zu vertreten, ist, es tut mir leid, wenn ich es jetzt so offen schreibe: feige. Jeder von uns hat natürlich schon so gehandelt, mich selbst nehme ich da nicht heraus, aber mein Ziel ist immer, Dinge zu hinterfragen. Ich habe zum Beispiel nichts gegen Traditionen per se, aber in den meisten Fällen ist es für mich ein kopfloses Nachkauen, ohne selbst wirklich diese Position zu vertreten.
Ein schönes Beispiel kam in den letzten Tagen auf. Da eine liebe Freundin von mir im Juni ihre kirchliche Hochzeit feiern wird, sprechen auch M. und ich öfters über dieses Thema. Heiraten war und ist für mich fast ein rotes Tuch, zwar sehe ich ein, dass eine Hochzeit ein schöner und besonderer Tag im Leben des Brautpaares ist, aber der Aufstand, der darum betrieben wird, ist mir unverständlich. Inzwischen kann ich mir zwar vorstellen zu heiraten, aber doch bitte in einem gemäßigten Rahmen und genau so wie ich das haben möchte und nicht wie irgendwelche Tanten, Traditionen oder allgemeine Vorstellungen. Es fängt schon beim Kleid an: Ich käme mir in einem klassischen weißen Brautkleid affig und nicht wie ich selbst vor. Ich würde lieber in einem dunklen Kleid heiraten (Zumal das Weiß für Jungfräulichkeit steht … Bitte …). Aber nein! Das tut man doch nicht! Wie kann ich nur? „Man“ zieht doch nun mal ein weißes oder ein helles Kleid an. Aber die Gegenfrage: Wieso zur Hölle soll ich in einem weißen Kleid heiraten, nur weil „man“ das so macht? Vielleicht werde ich auch ein weißes Kleid tragen, das weiß ich jetzt noch nicht. Aber das werde ich tun, weil ich es so will und nicht weil irgendwelche Üblichkeiten oder Brautmoden-Zeitschriften es mir so vorschreiben. Und wer ist eigentlich dieser ominöse „man“, der uns vorschreibt, was wir zu tun und zu lassen haben? Beim Thema Hochzeit geht das so weiter: Wieso soll ich eine Hochzeitstorte haben? Wieso einen Brautstrauß? Wieso soll ich auch nur irgendetwas so machen wie ich es eigentlich nicht will? Wieso sollen wir das tun?
Die Sockenentscheidung kann man auf alle Bereiche des Lebens übertragen: Wieso soll ich weiter Fleisch essen, nur weil in meiner Familie immer schon Fleisch gegessen wurde? Wieso soll ich Kinder in die Welt setzen, sobald ich verheiratet bin? Wieso soll die Frau in Erziehungsurlaub gehen? Wieso soll der Mann Hauptverdiener sein? Wieso muss man heiraten, wenn man als Paar länger als zehn Jahre zusammen lebt? Wieso soll ich keine Chucks auf einen Rock anziehen? Wieso soll ich noch nicht mit meinem Freund zusammenziehen, nur weil wir erst zwei Monate zusammen sind? Wieso soll ein Mädchen mit Puppen spielen und ein Junge mit Autos? Wieso soll ich das Dessert nicht schon vor dem Hauptgang essen? Wenn ihr euch auf diese Fragen selbst mit „Weil man das eben so macht“ oder „Weil man das eben nicht so macht“ oder etwas in der Art antwortet, solltet ihr euch fragen, ob ihr damit glücklich seid oder nicht. Es mag Menschen geben, die glücklicher sind, wenn sie so „fremdbestimmt“ leben, aber ich wage zu behaupten, dass dies wohl die Minderheit ist.
Unser Leben ist zu kurz, um insgeheim das Leben anderer zu leben. Wir sollten das tun, was wir selbst wirklich wollen und versuchen, so wenig Kompromisse einzugehen wie möglich. Dazu gehört vor allem Mut und Rückgrat. Man muss etwas wagen, um seinen eigenen Weg gehen zu können. Dieser Weg kann dann erst einmal etwas holprig sein, aber wenn wir keine neuen Wege einschlagen, kann sich nichts Neues entwickeln, dann werden wir keine eigenen Traditionen begründen und immer nur das fortführen, was schon immer da war. Diese Fragerei ist unbequem und kann auch anstrengend sein, aber letzten Endes macht dieses Hinterfragen der eigenen Entscheidungen glücklicher als das Nachkauen. Und wie gesagt: Es geht nicht darum, immer und prinzipiell einen eigenen Weg einzuschlagen, es geht um das Bewusstmachen all dessen, was unser Leben zu dem macht, was es ist. Es geht darum zu fragen: WILL ich meine Socken farblich passend anziehen oder nicht?

Sonntag, 3. März 2013

Wochenrückblick 25.02.-03.03.

Sündig tiefroten Nagellack gekauft. Ein Leistungstief beim Training durchlitten und doch durchgebissen. Bücher abgegeben. Hülsenfrüchteeintopf gegessen. Mini Cooper Cabrio gefahren. Einen Großeinkauf getätigt. "Jazz ist anders" hoch und runter gehört. Wäsche gewaschen. Aufgeräumt. Post von einer lieben Freundin bekommen. Prokrastiniert und dann doch aufgerafft. Ehrgeiz entwickelt. Mehr Gewicht beim Training aufgelegt. Geburtstagspost bekommen. Einen ersten Erfolg beim Projekt Schweinehund gefeiert. Das Vierteljahrhundert vollendet und nach zwölf Uhr nachts Geburtstagstorte gegessen. Zum Japaner eingeladen worden. Den ersten Tequila Gold meines Lebens getrunken. Sake probiert und den Rest M. hingeschoben. Jemandem gesagt, wie sehr ich ihn mag. Offene Worte geschrieben. Brunchen gewesen. Bewerbungen geschrieben.